Ein altes „Hobby“ – Computerspielen – Mass Effect Reihe

Vor kurzem habe ich erwähnt, dass ich alte Hobbies wieder für mich entdeckt habe und eines davon ist Computerspielen, darüber möchte ich berichten. Letzte Woche hatte ich das ganz seltene Erlebnis (wie bei Büchern oder Buchserien bzw. anderen fortlaufenden Geschichten) zum letzten Mal wieder in eine fremde Welt entführt worden zu sein und ein Teil der Geschichte zu werden. In dieser Form habe ich das bei einem Computerspiel noch selten erlebt. Am ehesten wahrscheinlich noch bei Longest Journey

Schon mehr als fünf Jahre ist es her, dass ich mir auf Empfehlung meiner Schwester hin Mass Effect 1&2 zugelegt habe, bis Anfang diesenist Jahres allerdings ist nicht viel passiert. Ich habe leider überhaupt das Problem, dass ich mir immer wieder Spiele kaufe, die cool klingen, sie aber mangels Zeit und Prioritäten nie spiele. Dabei liegt meine Leidenschaft in Adventures (z.B. Point and Click, wie Monkey Island), Wirtschaftssimulationen (wie Anno Serie oder Skyline: Cities) und Rollenspielen (kann Action sein, wie Diablo Serie oder wirklich viel auf Story, wie Witcher oder hier Mass Effect), natürlich mischen sich immer wieder auch andere Genres dazu aber es ist wie beim Musikhören… 😉 Dabei ist Computerspielen eigentlich ein wirklich feines Hobby und um Welten besser als vor der Knotze zu hocken und sich von TV oder Serien berieseln zu lassen, da man hier oft entweder die Geschichte mitgestalten kann oder geistig mit Rätseln oder Strategien gefordert wird…

Wieso lag dieses Spiel so lange herum? Am Anfang gab es das Problem, dass SciFi meist nicht unbedingt zu meinen Lieblingsuniversen für Spiele zählt, ich fühle mich eher in Fantasy zu Hause, was man auch bei der Wahl meiner Bücher sieht. Auch hier war die Ender Serie (z.B. Enders Game) eher die Ausnahme als die Regel. Zum anderen mag ich es nicht lange dauernde Spiele/Serien/Bücher zu unterbrechen, weil ich es schade finde, die Energie, die ich verwende in die Welten und Geschichten zu einzutauchen und zu versinken immer wieder investieren zu müssen oder einfach nur Details zu vergessen. Eigentlich habe ich damit gerechnet, dass mich jeder Teil mehr als 70 Stunden beschäftigen würde, vor allem, da ich ungern Nebenaufträge auslasse und immer gerne die ganze Welt/Universum und Geschichte mitbekommen möchte. Im Endeffekt habe ich 101 Stunden an allen drei Teilen zusammen gespielt, was sich viel anhört, in einem Zeitraum von einem halben Jahr aber eigentlich recht wenig ist…

Wieso habe ich nun denn jetzt eigentlich angefangen? Ein Freund hat es geschafft mich in einer Zeit zu überreden, die eigentlich die idealen Umstände zum Computerspielen, Filmschauen, etc. bietet. Extra einen freien Nachmittag/Abend genommen um alles zock-ready zu machen und noch dazu mit anschließen des PCs an den Fernseher ein cinematisches Erlebnis daraus zu machen, das ich beim dritten Teil dann aus Komfortgründen wieder aufgegeben habe und zurück zum Monitor bin.

Damals als ich mir das Spiel gekauft habe hatte ich schon ein bisschen angespielt, es aber als öde/mühsam empfunden, außerdem war es mir fast zu sehr „Ego“-Shooter, außerdem wollte ich auf Englisch spielen, was aber mangels Übung nicht wirklich klappte. Nun viele Jahre und noch mehr englische Bücher später habe ich mich aufgerafft und nach dem Öden Intro alle drei Teile in einem durch auf Englisch durchgespielt, Charaktere lieb gewonnen und auch das Universum verstehen gelernt. Der physikalische Hintergrund der Mass Effect Technologie und die Idee hinter dem Universum entwickelte sich genauso wie die Geschichte so richtig erst im zweiten Teil, auch hier bekamen die begleitenden Charaktere mehr Fleisch und zusätzliche neue Gesichter. Genial war eigentlich auch, wie sich die Bösewichte von Teil zu Teil dann wie ein Puzzle in einem Ende verknüpft fanden. Gesellschaftskritische Themen (zwischen verschiedenen Sternfahrenden Völkern) wurden genauso angesprochen wie die Entwicktlung von und das Zusammenleben mit synthetischen Wesen/KI. Man wird immer wieder (in jedem der Teile) vor viele moralische und auch den Lauf der Geschichte beeinflussende Entscheidungen gestellt und diese kann man via save game import sogar bis in den letzten Teil mitnehmen (wo auch immer wieder gerettete Personen oder Leute, die man unterstützt hat auftauchen). Nun, wo alles vorbei ist bin ich richtig melancholisch. Auch war der dritte Teil nicht nur episch sondern auch emotional, durch den Verlust guter Freunde des Protagonisten. Schade das es vorbei ist, es war wirklich sehr schön!

Das Gameplay wurde von Teil zu Teil besser und im dritten Teil sind viele unnötige und nervende Sachen rausgeflogen. Auch der zweite Teil war hier schon eine Verbesserung.

Hintergrundinfo:

ME 30h47m
ME 2 36h28m
ME 3 33h36m

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