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Äthiopier – Finger food mal anders

Schon wenn man das Lokal betritt (ich kannte es noch als Café Monokel; Währingerstraße 15, 1090 Wien) kann man das leckere Essen riechen. Wer äthiopische Küche noch nie probiert hat braucht nicht einmal abenteuerlustig sein. Denn das Essen ist meiner Meinung nach sehr verträglich für unseren Gaumen…

Die Einrichtung erinnert sehr stark an ein Café in dem man mit Mittagsmenüs verwöhnt wird. Ist nicht schwer, denn das war es auch einmal. Ein paar neue Bilder und andere Sesselbezüge verleihen dem Ambiente aber einen Touch, der angenehm die Küche andeutet. Vom Personal wird man sehr nett empfangen, trotz dessen, dass meist recht viel los ist. (Reservieren musste ich noch nie)

Gaumenfreuden

Die Auswahl an verschiedenen Gerichten hält sich in Grenzen, ich weiß aber leider nie wirklich, was ich zuletzt hatte und lasse mich aufs neue überraschen; war mittlerweile schon drei Mal dort, weiß also, dass es lecker ist. Jedes Mal jedoch haben wir uns für eine Platte für mehrere Personen entschieden. Sehr zu empfehlen ist der scharfe Tomatensalat, der den Appetit anregt und die Wartezeit auf’s Essen verkürzt. Ich bin eher jemand der weniger Fleisch isst und kann daher hauptsächlich über die vegetarische Platte berichten: Bohnen und Linsen sind exzellent zubereitet (erinnern stark an indische Curries) und das gekochte Kraut ist ein Genuss. Das restliche Gemüse ist entweder knackig oder in Form von Salat beigelegt.

Wie isst man denn nun?

Serviert wurden die Platten immer in einer Art Strohgefäß, wobei der Hut am Tisch abgenommen wird. Die Gerichte sind auf säuerlichem Brot serviert, das vom Aussehen und der Konsistenz entfernt an Palatschinken erinnert (allerdings stabiler/reissfester). Mit diesem Brot (man reisst sich ein Stückchen runter) faltet man sich eine Schaufel und schaufelt 😉 oder man legt es auf das „Curry“ und hebt es, wie mit einer Pinzette, damit hoch. Die Gäste, die dies zum ersten Mal probieren sehen ein wenig unbeholfen aus, nach ein paar Bissen hat man allerdings schnell den Dreh raus. Kein Wunder, ist mit den Fingern essen doch eigentlich das natürlichste auf der Welt…

Die Preise sind sehr angemessen und man kommt bei zwei Personen schon unter 15€ p.P. weg. Wovon ich eher abrate sind die Nachspeisen, wobei es immer auch Baklava gibt, was eine gute Wahl ist, wenn man es gerne isst. Nun bleibt mir nicht mehr viel als meine Empfehlung auszusprechen und zu sagen:

Mahlzeit!

Pedros Meson – Unscheinbare spanische Versuchung

Von außen wirkt Pedro’s Meson (Siebensterng. 5 1070 Wien) nicht unbedingt einladend. Ich fahre schon seit ewigen Zeiten daran vorbei und verspürte nie das Bedürfnis hineinzuschaun. Durch eine Freundin, die ein Auslandssemester in Spanien gemacht hatte, bin ich dann doch einmal dort gelandet. Ich würde übertrieben sagen „außen Pfui, innen Hui“…

Ein relativ kleines kuscheliges Lokal, die Wände sind voll mit spanischem Flair und riesige Topfpflanzen ragen in den Hauptraum, bietet ein nettes Ambiente in dem man sehr freundlich bedient wird. Leider sind die Sessel und Bänke relativ klein (nicht nur für mich) und unbequem geraten. Das beeinträchtigt mein Sitzfleisch schon sehr und nach 1,5h-2h ist es dann schon sehr anstrengend! Das ist so die Zeit, die man braucht, wenn man sich an reichlichen Variationen der spanischen Küche labt. Naja, nicht jeder ist so groß wie ich 😉

Vegetarisches gut und exzellenter Schinken

Mittlerweile hat sich die Anzahl der Besuche gemehrt und ich konnte mir ein Bild von dem Lokal machen. Da wir meist mit Gutscheinen unterwegs waren und uns noch dazu zu mehrt viele Tapas geteilt haben lässt sich ein guter Überblick über die Speisekarte gewinnen. Besonders hervorheben möchte ich die Tortillas und den Spinat mit Kichererbsen, diese Gerichte fand ich echt traumhaft! Knoblauch- und Linsensuppe konnten dafür nicht wirklich überzeugen.
Auf Wunsch wurde Aioli und Brot immer wieder nachgefüllt, was auch wichtig ist, um die Saucen richtig zu genießen (es wäre z.B. schade um die gute Sauce von den Fleischbällchen). Der Serrano Schinken ist zwar ordentlich teuer, konnte sich aber in puncto Geschmack hervorheben. Dieser verlieh auch den Datteln, die mit ihm umwickelt waren, ein exzellent harmonisches Erlebnis für den Gaumen.

Für Süße und Scharfe

Für die schärferen unter uns gab’s eine gute säuerlich-scharfe Sauce (als Beigabe zu Erdäpfel oder den Spinattaschen (2 Stück)), die auch hervorragend mit Brot oder anderen Tapas harmonieren. Bis auf die Tortilla haben mich die Erdäpfel gerichte aber nicht so überzeugt, erstere dafür sehr.
Leider war Creme Catalana (unbedingt telefonisch mitteilen!) aus und bis auf Eis und flambierten Bananen waren die anderen Nachspeisen aus der Karte nicht mehr im Programm. Die geringen Erwartungen an die flambierte Banane mit Kokos, Eis und Weintrauben wurden weit übertroffen, was das FlambierAroma nicht alles ausmacht…

Wie alle Tapaslokale…

Leider ist auch das Pedro’s Meson, wie alle anderen Tapaslokale, in denen ich in Österreich war, nicht wirklich günstig. Die Mengen die auf den Tapastellern zu finden sind sind eher klein bis mittel. So kann man zu fünft schonmal 155€ (inkl. Getränke (2l Sangria)) liegen lassen. Ob es das wert ist? Ich denke schon. Die durchschnittliche Tapasprotion kostet um die 4,5€ und man kann sagen, dass die Getränke auch einen fairen Preis haben. (0,25l Orangensaft 2€)

Da es immer wieder voller werden kann, ist es ratsam zu reservieren und wenn man Creme Catalana möchte sollte man dies auch bekannt geben.

So gesehen, gibt es ein klare Empfehlung von mir,
ich wünsche viel Spaß beim Essen!

Mahlzeit!

Odessa – Neue Heimat?

Ich werde immer wieder gefragt, ob ich gerne nach Odessa ziehen würde und mir vorstellen könnte hier zu leben. Da Antwort ist nicht einfach…

Odessa ist eine sehr schöne Stadt und es gibt hier genauso gute Plätze um entspannt dazusitzen und das bunte Treiben zu beobachten wie in Wien. Die Stadt bietet ausreichend Möglichkeiten spazieren zu gehen und ist sehr grün. Vom Wohlfühlcharakter sind sie würde ich sagen ebenbürtig… Lebendig, offen, freundlich, großzügig angelegt,… Es gefällt mir hier und zu Hause! Natürlich gibt es wie überall Pros und Cons:

Warum ich hier nicht leben möchte:

  • Das Trinkwasser ist ein sehr großes Minus. Ich kann das gefilterte oder Flaschenwasser schon nicht mehr sehen!
  • Das kulinarische Angebot an Restaurants ist begrenzt und außerdem ist Vorsicht geboten. Es gibt nicht einmal ein indisches Restaurant! (KO Kriterium :D)
  • Der Hygienestandard ist nicht so hoch und die Möglichkeit auf Ungeziefer, selbst bei eigener sauberer Wohnung, bestünde wahrscheinlich sogar durch die Nachbarn.
  • Korruption, ohne sie läuft hier leider nicht viel.
  • einhergehend mit ihr: schlechte, unterdurchschnittliche Bezahlung. Wenn ich hier arbeiten würde dann nur von außerhalb mit gescheitem Gehalt. Es ist schade wieviel Potential hier verloren geht weil Leute soviele Nebenjobs haben. (Meine Sprachlehrerin arbeitet auf der Uni. Ihr Nebenjob ist die Sprachschule, wo sie eine Stange mehr verdient…)
  • Freunde, man kann zwar neue finden, ich bin allerdings sehr wählerisch und will zumindest meine besten Freunde nicht aufgeben (sicher ginge es über Entfernung auch irgendwie, allerdings verkümmern die Bande mit hoher Wahrscheinlichkeit wenn man sich kaum sehen kann)
  • Eher ein generelles Problem im Ausland: Lebensmittel sind anders. Was aber wirklich fehlt: heimische Wurst- und Bäckereiwaren, den Rest bekommt man sicher irgendwie hin. Obst und Gemüse ist hier auf alle Fälle besser als in unseren Supermärkten.
  • Die Krankenversorgung macht mir auch sorgen. (Auch hier spielt Korruption ordentlich mit)
  • öffentliche Verkehrsmittel sind nicht unbedingt das meine und die Straßen haben auch schon bessere Zeiten gesehen
  • hin und wieder gibt es elektrische Unsicherheiten (viele Stromausfälle durch alte Leitungen)
  • freilaufende Hunde und Katzen

Was Odessa lebenswert macht:

  • Die Bevölkerung ist sehr nett und ich mag die odessitische Mentalität
  • Die Stadt ist schön, grün und sauber
  • Kontrastreichtum fasziniert (verfallen – neu, teuer – billig, klassisch – neu – kitsch,…)
  • Meer! + Hafen!
  • ukrainische Küche ist sehr gut, und sobald man hier Freunde gefunden hat, wird man sicher das ein oder andere Mal eingeladen
  • ich mag die russische Sprache
  • die hübsche weibliche Bevölkerung hebt die Stimmung
  • viele kleine Cafés, überall die Möglichkeit einkaufen zu gehen. Die Infrastruktur ist nicht so schlecht. (bis auf die kulinarische Abwesenheit)
  • Das Klima ist angenehmer als bei uns
  • bunte fröhliche Stadt mit großzügig angelegten Straßen
  • Nationalitätendurchmischung (und ehemalige Spionagedrehscheibe)

Ich würde sagen wenn sich einige Dinge ändern würden, könnte ich mir vorstellen halbjährlich hier zu wohnen. Denn im Herzen bin ich Odessit (was man an meinen Gegenfragen auf Fragen merkt ;)) aber auch Wiener.

Ich denke mein Vater kann bestätigen, dass die Stadt einen ganz besonderen Charme/Zauber hat. Man sollte aber nicht außer Acht lassen, dass ich hier eigentlich nur Gast/Tourist bin. Wie sich das reale Leben gestaltet ist schwer zu sagen…

Feuervogel – Wiener Schmäh und Kost

Nachdem ich dieses Semester meinen Russischkurs in der Nähe des Restaurants Feuervogel besuchte, lag es quasi auf der Hand zum Abschied dort essen zu gehen. Mit niedrigsten Erwartungen, geschührt durch Hörensagen und Gerüchte wurden wir positiv überrascht. Aber leider nicht durch Authentizität…

Vielleicht liegt es auch daran, dass eine Änderung in der Geschäftsführung stattgefunden hat… jedenfalls wurden wir von einem Wiener Kellner, und seinem Chef herzlich, mit Schmäh bedient. Letzterer beteuerte immer wieder, dass er schon einige Male in Russland, Ukrainie, etc. war und weiß wie das Essen schmecken sollte, selbst wenn es hier nicht ganz so ist. Zum Dessert hat er uns noch eine kleine Anektote über die Entstehung Sirniki erzählt. Das kulturelle Rahmenprogramm hat also gepasst.
Der Bezug des Restaurants zu Russland ist, laut ihm, dass der Koch eine ukrainische Großmutter hat und nach einem russischen Kochbuch aus Dresden (es spricht deutsch) kocht, welches er in Russland ergattert hat. (schwierige Verkettung :))

Komfortabel sitzen? Zu sechst? eher nicht

Da wir „nur“ sechs waren konnten wir uns ein „Abteil“ teilen. (diese bilden einen großen Teil des Restaurants) Die Bänke sind mit dem Tisch fix verbunden und damit es nicht gar so eng ist bekamen wir noch einen Miniaturbeistelltisch. Gemütlich sitzen ist anders, zu viert sollte es wahrscheinlich besser sein. Die ursprünglich für uns gedeckte Tafel (normale Tische) – wir hätten mehr werden sollen – wäre für meine Fußfreiheit sicher komfortabler gewesen. Also am besten mindestens zu siebent essen gehen.

Die Atmosphäre im Lokal war angenehm, doch als nur mehr wir dort waren vielleicht etwas zu ruhig. (Wir waren die ausdauerndsten Gäste) Die entspannte Stimmung wurde von Musik, dumpf im Hintergrund untermalt. Dekorativ hatte das Interieur interessante Wandmalerei zu bieten, die mich irgendwie an Indianertotems erinnerten. Das einzige, was wirklich russisch anmutete waren die aufgehängten Bilder…

Die begehrteste Kost ist leider aus

Liebend gerne hätte ich die handgemachten Pelmeni probiert, die aber leider bis auf ein paar wenige für eine Delegation aus der russischen Botschaft am nächsten Tag reserviert waren. (So wurde uns zumindest gesagt) Somit entschloss ich mich diese meinen Begleitern zu überlassen und mir eine andere Vorspeise zu gönnen. (Ich bereute es nicht) Laut unserer Lehrerin und einem Kollegen waren sie nicht schlecht, allerdings auch nicht die besten, die sie in Wien gegessen haben.

Ich bestellte stattdessen Piroggen (7€), die mit Schwammerl würzig gefüllt waren. Hervorragendes Geschmackserlebnis, allerdings etwas kleine Portion.
Als Hauptspeise Kiewer Kotletts (16€, eine der wenigen Speisen die mich wirklich angelacht hat): Hühnerbrust in Tannenzapfenform gefüllt mit Kräuterbutter, welche sich beim Anschneiden gefährlich-explosiv verteilen kann. (Darüber wurde ich vom Kellner dankenswerterweise vorher gewarnt, es ist nicht ungefährlich) Als Beilage Erbsen und „Pommes“. (fein geraspelte und frittierte Erdäpfel) War auch nicht schlecht.

Mehr für’s Auge als für den Magen

Das Essen war generell sehr appetitanregend angerichtet und auch eine geschmacklich eine Gaumenfreude. Wie es in teureren Lokalen so üblich ist bezahlt man für das Gedeck und bekommt: Stoffservietten, Butter, ein Schüsserl Knoblauchcreme und diverse Brotscheiben.

„Wenn wir schon einmal hier sind“ war unser Motto und deswegen bestellten wir auch Nachspeisen. Meine Lehrerin bestellte Sirniki garniert mit Semmelbröseln und Marmelade. Sie sollten ähnlich wie Topfennockerl geschmeckt haben und sahen auch so aus. In Odessa bei meiner Gastfamilie (und auch wie meine Lehrerin bestätigte bei ihr zu Hause in Russland) sehen sie eher aus wie kleine Pfannküchlein, weniger luftig und mehr deftig. Auch der Chef meinte, dass er sie anders kennen würde…
Ich führte mir das Nussgeheimnis (6€) zu Gemüte. Nußkuchen mit tonnenweise Schlag und Marmelade übergossen.

Wer’s im Börsel hat…

… kann sich gerne den russisch angehauchten Speisen hingeben. Wer aber richtig authentisch essen gehen möchte, sollte lieber ein anderes Lokal wählen. Wenn es schon nicht echt war, so war es doch zumindest ausgezeichnet, was aber die preisliche Position im Verhältnis zur Menge nicht rechtfertigt. Um 32 € für mich alleine (es waren drei Gänge und ein Orangensaft, wobei die Hauptspeise im preislichen Mittelfeld des Restaurants lag) kann man anderorts mit ähnlicher Qualität fast zu zweit essen. Und ich dachte Wladimir sei teuer…

Gut war’s schon, allerdings nicht echt…

trotzdem Mahlzeit!

Churrascaria – Gelage auf brasilianisch

Einem Gutschein sei Dank habe ich nun endlich Churrascaria (Schellinggasse 12, 1010 Wien) testen können. Das Restaurant präsentiert sich relativ schlicht, dafür aber mit großem Buffet und nicht endenwollenden Nachschub. Klingt gut? Ist auch nicht so schlecht, wenn man einen Gutschein hat…

25 € ist ein stolzer Preis, vor allem wenn man nicht weiß was einem erwartet. Zum Glück hatte ich mit 50% Ermäßigung die Chance diesen Tempel des Essens zu besuchen.

All you can eat, der Name ist Programm. Zum Essen gibt es gute Caipirinha (nicht meine Sorte Cocktails, ich bestellte O-Saft mit Leitungswasser um ~2, 5€) die man um 6€ das Glas beziehen kann.
Ein riesiges Buffet versorgt die Gäste mit Beilagen, Salaten, Saucen, sowie mehr oder minder Hauptgerichten (Chili con Carne, Lasagne, etc.). Das eigentliche Herzstück des Lokals ist der Chef und sein Spieß voller Fleisch. Mit diesem schreitet er von Tisch zu Tisch um jenes mit großem Messer zart geschnitten auf die Teller zu bringen. Dazu werden am laufenden Band weitere Beilagen gereicht, unter anderem auch ungewöhnlicheres wie gebackener Maniko, gebratene Bananen und Zwiebelringe im Teigmantel mit Knoblauch.

Mit mindestens 12 mal Spieß wird geworben. Doch als er zum 13. Mal herannahte erfuhren wir, dass bis zu 18 Variationen geboten werden. Angefangen hat es mit gebratenen Würsteln, weiter ging es mit Hühnerkeulen und über diverses Rind zu Lamm. Nicht fehlen dabei durfte immer ein Schmäh vom Kellner. So begeistert uns das Buffet und die Beilagen auch haben, so weniger überzeugt waren wir von den meisten Fleischsorten. Nur etwa ein Drittel mundete, dieses aber dafür nicht schlecht. Ausgezeichnet war das Surfleisch, die Wurst, Hühnerkeule, Lungenbraten im Speckmantel. Weniger mundete das meiste des Rindfleischs.
Auch gewöhnungsbedürftig war der Mantel aus Parmesan, der einige Spieße umschloss. Wenn dieser auch sehr interessant schmeckt so kann er mit der Zeit abschreckend wirken. Jedenfalls sei gesagt, dass das Fleisch immer sehr zart war.
Ich bin ein Typ der Qualität, Quantität vorzieht (solange ein gewisses Maß an Sättigung eintritt). 25€ rechtfertigen vielleicht die Menge, die man zu sich nehmen könnte. Ich werde aber selbst in teureren/feineren Lokalen um weniger satt. Sollte sich mal wieder ein Gutschein finden oder der Pauschalpreis sinken, so werde ich gerne wieder dort speisen. Dann allerdings weniger, gezieltere Spießauswahl und vielleicht mit mehr Pausen.

Hmmmmmm, es wahr in Ordnung… Mahlzeit

Bierteufl – Hundert Biersorten und gutes Essen

Ich bin ja nicht wirklich ein Bierfan, hin und wieder genehmige ich mir allerdings eines. Wenn es dann auch noch soviel Auswahl wie im Bierteufl (Ecke Ungargasse/Beatrixgasse), gibt, so finde ich sogar eines, dass mir schmeckt! Natürlich regt der Geruch nach gutem Essen auch den Appetit an…

Das Wirtshaus ist ziemlich groß und mit der Holzeinrichtung sehr gemütlich. Das Interieur erinnert stark an ein altes Bauernhaus/Beisl. Die Bedienung ist freundlich und ständig dabei für Nachschub zu sorgen. Der große abgetrennte rauchfreie Bereich hilft dabei nicht allzu schnell die Flucht ergreifen zu wollen. Wer rauchen will kann auch immer noch zur Theke gehen und dort in guter Gesellschaft qualmen.

Die ziemlich dicke Karte ist ein wenig unübersichtlich, weshalb die ca. fünf A4 Seiten voll mit verschiedenen Biersorten auf den ersten Blick ein wenig untergehen. Ich habe einige dieser getestet und mag ganz besonders das Zwettler Dunkle, wobei man davon nicht allzuviel trinken kann, da es sehr sättigend ist. Weiters kann ich das G´mischte und Nessie empfehlen, das Weizenbier war nicht so meines (ist aber wahrscheinlich Geschmackssache)

Zu Essen gibt es hier auch einiges und die Portionen sind schwer in Ordnung. Ich hatte eine Knoblauchcremesuppe, die mich eigentlich nur dahingehend enttäuscht hat, dass sie lauwarm war. Damit war ich allerdings der Einzige und da wir bei meiner Geburtstagsfeier so viele waren, war es mir zu mühsam mich zu beschweren…
Nicht nur die überbackenen Brote sind exzellent sondern auch die anderen Hauptspeisen (wie ich von der Allgemeinheit vernommen habe: Ripperl, Schnitzel, div. Pfannen,…).

Preislich liegt das Essen in einem sehr guten Verhältnis zwischen Geschmack und Menge, pro Bier zahlt man ~3,5€ und für fünf Personen mit Hauptspeise + Getränk legt man 50-60€ hin, was ein absolut guter Preis ist.

Ich kann das Lokal für gemütliche Abende in mehr oder weniger großen Gruppen empfehlen. Man hält es dort ohne weiteres mehrere Stunden aus.

Mahlzeit!

Tiflis – gut gewürztes Essen in abwechslungsreicher Atmosphäre

+++ ACHTUNG +++ Lokal ist nun wieder eine franz. Creperie +++

Von Außen unscheinbar und innen riesig, wirkt das georgische Restaurant Tiflis auf ganz besondere Art und Weise. Ehemals trug es mit MaCreperie einen Doppelnamen, jetzt gibt es nur mehr georgische Küche. Was aber sicher keine Verschlechterung darstellt, obwohl ich leider nie dazu kam die Crêpes zu testen.

+++ ACHTUNG +++ Lokal ist nun wieder eine franz. Creperie +++
Das Restaurant wartet mit einer freundlich hellen Atmosphäre im Eingangsbereich und dem ersten Gästeraum auf, geschmückt mit Fotografien aus längst vergangener Zeit und einer Nische mit Klavier. Das Interieur ist in einem leicht gehobenen Stil und wirkt edel. Dringt man weiter ins Innere kommen andere Räumlichkeiten zum Vorschein die alle ihren eigenen Charakter haben. Die leise Hintergrundmusik im Loungestil sorgt für ein angenehmes Klima. In einem besonders gemütlichen Zimmer besteht auch die Möglichkeit Wasserpfeife zu rauchen und sich nebenbei den Gaumen verwöhnen zu lassen.

Die Portionen wirken etwas klein ich war allerdings bei meinen Besuchen immer satt. Sehr beeindruckt hat mich der gemischte Vorspeisenteller Phaliuli (grüne Bohnen, rote Bohnen, rote Rüben, spinat, Melanzani sowie Karotten jeweils mit Walnüssen in Eiskugelform serviert und Granatapfel verziert), die einzelnen Kugeln waren jede ein Geschmackserlebnis für sich. Neben den kalten Vorspeisengibt es auch exzellente Suppen, wobei mich die Pilzsuppe geschmacklich in Gedanken sofort nach Odessa versetzt hat.
Auch das selbstgemachte Brot sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen da es frisch gemacht und flaumig schmeckt.

Zu den Hauptspeisen kann ich nur sagen, man sollte probieren was einem interessiert, da ich gleich mit mehreren Leuten meinen Geburtstag dort gefeiert habe (und auch davor schon einmal ausgekundschaftet habe) konnte ich mich durch die durchwegs sehr guten Speisen kosten:

  • Tschachobili, Hühnerfleisch und traumhafter Sauce, das auf der Zunge zerging
  • Tschebureki, „fleischgefülltes Lángos“ wie es vom Essenden genannt wurde 😉
  • Hühnerschaschlik, ebenfalls unglaublich zart und mit interessanter Sauce
  • Blinis, flaumig, geschmackvoll und locker
  • Khinkali, saftiges faschiertes in Teigtaschen
  • Abchazura, faschierte Laibchen mit exzellenten Braterdäpfeln
  • … ich kann mich nicht mehr an alles erinnern…

… jedenfalls konnte ich keine Speise finden, die nicht ausgezeichnet gewürzt und exzellent geschmeckt hat. Ich finde, wenn man schon etwas probiert sollte man es auch ordentlich tun und auch gleich Nachspeisen bestellen, hierbei kann ich die Honigtorte wärmstens empfehlen.

Die Bedienung war freundlich und das Essen schnell serviert, man muss aber dazusagen, dass relativ wenig los war. Hin und wieder ein kleines Mißverständnis bei den Getränken aber, who cares? Die Kost ist qualitativ hochwertig, was man sich aber auch bei einem gehobeneren Preis erwartet.
Für Vorspeisenteller, zwei Hauptspeisen, Honigtorte als Nachspeise sowie Orangensaft und Soda Zitron legten wir zu zweit 44€ hin, für das Gebotene in Ordnung.

Mir bleibt also nichts anderes übrig als dieses Lokal zu einem meiner Top Lokale zu machen, natürlich müssen dafür noch einige Tests durchgeführt werden 😀

Mahlzeit!

Indian Pavilion – der Inder am Naschmarkt

Der Naschmarkt ist Heim für große kulinarische Vielfalt, neben dem Markt findet man auch einige Restaurants in den Ständen. Indian Pavilion (Naschmarkt 74-75, in der Nähe der Secession) ist im Winter durch den begrenzten Raum, dem sich der Gastbereich mit der Küche teilt relativ unbequem und schnell voll.  Im Sommer lockert der Gastgarten das Ganze auf und man findet eher einen Platz um die servierten Köstlichkeiten zu Probieren…

Die Bedienung ist sehr nett und das Essen ausgezeichnet, wenngleich es mir vorkommt als ob die meisten der Menüs sehr ähnlich schmecken. Ich hatte vor kurzem als „Todays Special“ ein traumhaftes Chicken Vindaloo, welches meine Meinung über diesen Inder wieder stark gehoben hat. Jeden Tag gibt es zwei Tagesteller, ein Todays Special sowie ein vegetarisches Curry um ~ 8€. Die Fleischcurries beinhalten außerdem ein Gemüsecurry und Reis. (Vegetarisch habe ich nicht probiert)

Man kann natürlich auch á la carte bestellen, hier findet man z.B. Suppen um 3,2-4, 7 € (Wobei meine Freundin voll und ganz auf die Shrimpssuppe abfährt), sowie andere Beilagen wie Naan Brot (1,8€) und nicht zu vergessen Getränke. Das Mango Lassi ist auch ausgezeichnet (3€). Das Lokal hat unter der Woche bis 18:30 und am Samstag bis 17:00 geöffnet, eignet sich somit ganz gut für ein Mahl nach der Uni aber nichts späteres.

Preislich liegt das Indian Pavilion über dem Preis/Leistungsverhältnis, da die Speisen zwar recht gut, die Portionen aber relativ klein sind. Ich finde es zu teuer, durch die Nähe zur Uni gönne ich es mir allerdings hin und wieder. Ich kann es eigentlich empfehlen, man sollte aber ein bisschen Geld mitnehmen.

Mahlzeit!

Palatschinkenpfandl – die lange Suche nach Geschmack

Alle guten Dinge sind drei, oder warens alle nicht so guten…? Ich wollte mit meiner Freundin ein neues Lokal testen, welches aber leider nur auf dem Bildschirm  seine Pforte zu Mittag geöffnet hat. So kam es, dass ich wieder einmal im Palatschinkenpfandl (1010 Wien – Köllnerhofgasse, Grashofgasse) landete.

Vorgestellt hatte es mir, an einem warmen Sommertag, ein guter Freund, der mit mir russisch essen gehen wollte. Da wir leider kein Glück hatten (das Lokal hatte zu) gingen wir hier essen. Monate später machte ich mich zum zweiten Mal auf ins Palatschinkenpfandl. Nachdem mich mein erster Besuch damals nicht sehr überzeugt hatte, beschloss ich das ganze mit meiner Freundin noch einmal zu wiederholen. Und wieder wurde ich enttäuscht. Meine Freundin war sogar teilweise schockiert denn bis auf die ausgezeichnete Knoblauchsuppe war sie nicht sehr angetan:

— Wie man eine Powidl-Mohn-Palatschinke nur so verhunzen kann und dass sie den Eindruck hatte dass man die Zutaten konzeptlos zusammengeworfen hat. Auch heiße Schokolade habe sie schon bessere getrunken… —

Mit dem Gutschein der Wr. Linien in der Hand, ließ ich mich vor kurzem dann doch noch einmal überreden und genehmigte mir ein Abendessen mit meinem Vater. Zum ersten Mal konnte ich sagen, dass es mir schmeckte. Ich bestellte Griechisches Hühnerfilet, welches in einer Knoblauchsauce mit einer Spinat- sowie eine Palatschinke mit Röstifüllung gereicht wurde. Die Sauce und das Filet waren nicht sehr aufregend, dafür die Rösti (Ich liebe Erdäpfel…) und im großen und ganzen auch die Spinatpalatschinke. (Mein Vater hatte Norwegisches Lachsfilet und war sehr zufrieden)

Die Male davor bestellte ich die sehr üppigen Menüs: Gemischtes Spanisches Schlemmerpfandl und Gemischtes Wiener Schlemmerpfandl. Für einen Preis von 11€ sind diese von der Menge her sehr großzügig und mehr als ausreichend sättigend. Ich war richtig satt. Geschmacklich waren sie nicht schlecht, überzeugt haben sie mich dennoch nicht.

Außer den Schlemmerpfandln gibt es noch Menüs mit Suppe, Haupt- und Nachspeise. (Von welchen meine Freundin ausgewählt hatte) Ich selber habe leider weder die süßen Palatschinken noch die viel beworbenen Kaiserecken getestet, da ich von der Hauptspeise immer satt war.

Das Lokal ist in zwei quasi unabhängige Restaurants getrennt, die allerdings gleich ums Eck nebeneinander liegen. Aufgrund der großen Besucherzahl am Abend sind mein Vater und ich nach Nebenan geschickt worden. Es ist generell gemütlich gewesen aber die Bedienung hat sich Zeit gelassen.

Mit dem Gutschein aus dem Heft der Wiener Linien bekommt man sein Essen quasi zum halben Preis…

Na Mahlzeit

Los Mexikas – ein echter Mexikaner?

Ich wurde von einem meiner Freunde auf Los Mexikas in der Langegasse 12 im 8. Bezirk aufmerksam gemacht. Er meinte dort gibt es eine ungewohnte aber gute Küche. Der Sache musste ich auf den Grund gehen! Mexikanisch interessiert mich sehr, nur sind wirklich gute Restaurants schwer zu finden…

Betritt man das Lokal, so wird man gleich von der interessanten Dekoration begrüßt und vom Personal herzlich empfangen. In der Taqueria (wie sie sie nennen), die ca. 30 Gäste fasst, hängen Plastik“fahnen“ an Schnüren quer durch den Raum gespannt und das warme gelb der Wände sorgt für wohlige Stimmung. Sombreros und die fröhliche Musik tragen zu einem netten Ambiente bei.
Sobald man bestellen will erkennt man gleich eine kleine Hürde, die diesen Mexikaner meiner Meinung nach authentisch macht: Das Personal spricht hauptsächlich Spanisch und ein paar Brocken Deutsch und Englisch. Das stört aber nicht weiters, man kann sich doch irgendwie verständlich machen und im Endeffekt funktioniert es auch mit auf die Karte deuten.

Hinter der Theke werden einige der Speisen live zubereitet und der Duft von gutem Essen regt schnell den Appetit an. Die Menüs sind auf alle Fälle ausgezeichnet, wenn auch nicht immer geschmacklich das, was man erwartet. Vergleicht man zum Beispiel Enchiladas de Mole mit den Enmoladas aus dem Santos, so stellt man schnell fest, dass es hier völlig anders schmeckt. Der Kakaogeschmack ist viel intensiver und die Speise wird dadurch bitterer, auch die Würzung des Fleischs ist komplett unvergleichbar und schon zeigt sich, dass das Essen hier nicht mehr ganz so europäisch schmeckt.

Ich habe bereits fast die ganze Karte durchprobiert (meist mit Hühnerfleisch) und muss sagen, es schmeckt exzellent. Einzig Enchiladas de Mole ist nicht ganz so meines, dafür hat es diese Speise meiner Freundin voll angetan.

Als Vorspeise reicht gewöhnlich ein Teller Nachos con Queso für zwei Personen, ich kann aber das drei stöckige Botana Los Mexikas wärmstens empfehlen (es ist einiges drauf und es reicht auch locker für 4 Personen).
Die Auswahl der Hauptspeisen ist nicht sehr einfach, die Alambres sind ausgezeichnet mit ihrem Gemisch aus Speck, Fleisch, Käse,… und machen satt.
Enchiladas de Mole (Schoko Chili Sauce, etwas bitter durch den intensiven Kakaogeschmack) bzw. Enchiladas Rojas (Tomaten Chili Sauce, eher würzig als scharf) sind Fleisch in Tortillas eingerollt und mit Sauce übergossen, darauf Salat, Salsa, Guacamole und weiße Sauerrahm ähnliche Sauce (Die drei Saucen sind auch exzellent!) sowie etwas Schafkäse.
Und vieles mehr…

Wer nachher noch Lust oder Hunger hat, kann sich noch eine Nachspeise genehmigen Flan de caramelo ist eine Art Pudding und schmeckt irgendwie witzig. Die gebratene Ananas mit Kokoseis (Piñatazo) findet meine Freundin wiederum toll.

Ein richtig ausgiebiges Essen zu zweit, dass allerdings schon fast zuviel war (3 stöckige Vorspeise+Nachspeisen) mit Milkshake (der mit Mango ist hervorragend!) und Orangensaft kommt auf doch recht teure 45€, aber die ist es allemal wert! (eine einfache Vorspeise und keine Nachspeise und man ist auf den klassischen 30-35€, die man für eher exotische Lokale hinlegt.)

Ich finde diesen kulinarischen Ort genial und empfehle ihn gerne mit viel Enthusiasmus weiter!

Mahlzeit