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2016 0603-0606 – Luzern – Metal, Matsch and Money

Luzern? Warum Luzern? Nicht etwa weil wir ein günstiges Vergnügen erwarteten… Meiner Freundin hat Zürich sehr gut gefallen und einer ihrer sehnlichsten Wünsche war es einmal in ihrem Leben Rammstein live zu sehen, also was wäre wohl ein besseres Geschenk? Noch dazu Rock mitten in den Bergen!

Leider hatten wir eine sehr frühe Anreise, was allerdings nicht unsere Schuld war sondern eine Verschiebung unseres Fluges nach vorne zur Ursache hatte. Dafür hatten wir gleich die Möglichkeit Luzern (leider bei Regen) zu erkunden. Das Wetter hat nahezu den ganzen Aufenthalt nicht locker gelassen und uns mit Regen beglückt. Allerdings hat uns das nicht davon abgehalten (außer auf den Pilatus) einige Wanderungen zu unternehmen.

Luzern ist eine sehr internationale Stadt und mir kommt es vor als wäre sie ein wenig teurer als Zürich. Man muss dazu sagen, dass damals der Wechselkurs zu unseren Gunsten aber auch ein bisschen besser war. Vielleicht lag es am Wetter aber Zürich hatte für mich, zumindest in der Innenstadt einen netteren Eindruck hinterlassen. Zwar ist Luzern auch eher klein und niedlich allerdings hat es mir nicht so gut gefallen. Cool war unser Hotelzimmer, dass in königlichem Kitsch in guter Lage und einem Whirlpool aufwarten konnte, den wir natürlich auch zweimal in Action erlebten.

Der Grund warum mir Luzern in Erinnerung bleiben wird ist sicher das absolute Highlight RAMMSTEIN (50sec. vorspulen!) einmal live gesehen und gehört zu haben. Von ein paar pöbelnden Prolo-Fans und knöcheltiefen Matsch beim Rausgehen mal abgesehen war es ein wirklich großartiges Erlebnis. Leider konnte Apocalyptica meine Erwartungen nicht ganz erfüllen, waren aber auch nicht der Main-Act (ich kannte ein/zwei Lieder und dachte, dass die noch ein paar weitere coole Titel auf Lager haben könnten…).

Ansonsten fiel die Schiffsrundfahrt (btw. mit 25 € pP ziemlich teuer) ziemlich ins Wasser und wir hatten eine sehr schöne Wanderung von Küssnacht nach Weggis (wenn ich mich recht erinnere). Wir haben es uns nicht schlecht gehen lassen aber auch nicht wirklich die Sau rausgelassen. Trotzdem kostete das kurze Vergnügen genausoviel wie unser Lissabon Urlaub!

Kleiner Tipp am Rande: Wenn man ein wenig Zeit am Fughafen Zürich hat, lohnt es sich schonmal die Aussichtsplattform zu besuchen….

2016 04 – Berlin

Hmmm, was kann ich zu dieser Stadt sagen? Es ist nicht einfach… Das Wetter war kühl und nass (mit zumindest am letzten Tag einigermaßen Sonne) – schlechter als in unseren Breitengraden. Ich bin viel U-/S-Bahn gefahren und noch mehr zu Fuß gegangen. Was bemerkbar ist: Berlin wirkt nicht wie eine Großstadt…

Stationiert waren wir im Osten, gleich bei der S-Bahn Station Landsberger Allee. „Im Osten (nahezu nichts) schönes“. Wie im Westen auch ist Berlin hier sehr großzügig und weitläufig angelegt. Es hat den Charakter eines Vorortes oder größeren Dorfes, doch nur fast, denn überall findet man höhere Block-Wohnbauten (Plattenbauten bzw. Gemeindebau-ähnliche Kolosse), teils haben sich Architekten ausgelassen und versucht einen Block nicht als Block erscheinen zu lassen – manchmal mit mehr, meist mit weniger Erfolg – teils pflastern die Straßen wirklich nur schmucklose Blöcke. Auffallend ist, dass wie oben bereits erwähnt die Häuser oft weit voneinander entfernt stehen. Lediglich in manchen Grätzeln (vor allem Kreuzberg) kommt das Feeling einer kleinen Großstadtatmosphäre, wie beispielsweise in Wien, auf. Alte Bekannte wie die Backsteinbauten aus Hamburg trifft man genauso wie Erinnerungen an Nürnberg. Entweder kam es mir nur so vor oder es gibt (bis auf kleine 24h Geschäfte) zum Einkaufen nur Zentren.

Schlendert man so durch die Straßen fällt schnell auf, dass es unabhängig von der ehemaligen Besetzungszone und Vierteln viele Graffities gibt und alles ein wenig trostlos oder vielleicht sogar schmutzig wirkt. Grundsätzlich ist es allerdings sauber, nur gepflegt wirkt es einfach nicht, ein Beispiel: Kieswege in Parks sind nurmehr eingetretene Erde mit vielen Lacken (Pfützen). Wie groß Berlin ist merkt man wenn man bei Sonnenschein in die S-Bahn einsteigt und regen wieder rausgeht – nachdem man eine halbe Stunde gefahren ist. Auf der Karte sieht es nicht weit aus aber in der Realität sind es ganz schöne Strecken, die man zurücklegt. Fahrradfahren scheint in Berlin ganz gut zu funktionieren, zumindest die Infrastruktur ist vorhanden und ich habe jede Menge Leute zu Fahrrad beobachtet.

Es gibt sicher viel zu entdecken aber mir fehlt der Anreiz, vielleicht bräuchte ich jemand ansässigen. Was mir gefällt, ist, dass es sehr multikulturell zugeht und dadurch kulinarisch auch sicher viele Gaumenfreuden zu finden sind. Jedenfalls habe ich (dank Tripadvisor und einer halbe Stunde warten) einen der besten Döner Kebabs gegessen, die ich seit langem hatte – top! Auch ein Asia Take-away nähe unseres Stützpunktes bot exzellente Kost aus Vietnam und noch dazu sehr günstig.

Vielleicht besuche ich Berlin ja ein andermal und in Gesellschaft von jemanden, der mir die Schönheit und den Geist der Stadt besser zeigen kann!

2014 08 – Kurztrip nach Ungarn

Hier sollte eigentlich ein Artikel über eine Sprachwanderung in die Karpaten stehen, doch diese habe ich nie erreicht. Lachesis Netz hat mich zurückgehalten…

Vorgeschichte »

Vorletzte Woche Donnerstag Nachmittag ereilte mich ein Anruf „bist du auch schon im Zug?“ Zu dieser Zeit war ich allerdings nicht einmal in der Nähe von Meidling, von wo die Reise starten sollte. „Um 18:40 fährt der Zug von Budapest weiter, vielleicht holst du uns ein!“ Es war 14:00 und ich war erstmal perplex. Die Abfahrt sollte doch erst morgen sein?

Wie ich so bin denke ich: nichts ist unmöglich und mache mich auf den Weg meine Sachen zu holen. Einiges hatte ich schon vorbereitet, einiges würde ich vergessen. Also trat ich mit hohen Stresspegel den Weg nach Hause an und suchte nach Möglichkeiten rechtzeitig in Budapest zu sein. (nebenbei bemerkt: 35% Akku) fliegen, Zug, Bus,..? Google zeigte mir alles mögliche aber nur wenig passendes. Schließlich auf der Seite www.mitfahrgelegenheit.at wurde ich fündig. Nach kurzem Telefonat war vereinbart, dass wir uns um 15:30 treffen würden. Mein Rucksack war schneller gepackt als der KAZ3 beim Bundesheer, jedoch alles Kreuz und quer und voluminös. Egal, das Taxi wartete um mich zum Treffpunkt zu bringen (es hat leider wegen des hohen Verkehrsaufkommens nicht viel gebracht aber immerhin ein paar Minuten) etwas verspätet saßen wir zu fünft in einem Mercedes am Weg nach Budapest. Etwa bei Schwechat fand ich bei der Recherche, zu welchem Bahnhof ich müsse heraus, dass mein Ziel-Zug vorverlegt wurde – um eine Stunde. Somit keine Chance mehr diesen zu erwischen. Was gibt es für Alternativen? 19:23 mit mehrmals umsteigen. Gut den versuche ich. Leider haben mir ein Unfall auf der Autobahn und der Budapester Stadtverkehr einen Strich durch die Rechnung gemacht. (Außerdem wusste ich nicht einmal ob ich mitfahren hätte können oder nicht, da Reservierungspflicht für den ersten Zug bestand.) Gut dann wird es halt ein Wochenende in Budapest. Man muss das beste aus seiner Situation machen.

Ich war erst einmal planlos und suchte auf Hostelworld nach einer Bleibe. (Die Roaming-Kosten sind sowieso schon durch Kontakt mit der Organisation der Wanderung in die Höhe geschossen) Doch am Handy vor Ort ist das nicht mehr so einfach wie am PC daheim. Glücklicherweise habe ich einfach ein paar holländische Rucksack Touristen angesprochen (es war gerade das Sziget Festival) und bin mit ihnen zu ihrem Hotel (ein altes Studentenheim auf einem Hügel mit toller Aussicht) gegangen, das sogar noch ein Zimmer frei hatte. (Dies wäre vom Komfort her eine viel bessere bleibe gewesen,… mehr siehe weiter unten)

Hier habe ich erst einmal meinen Rucksack vernünftig gepackt und festgestellt, dass ich 2 shirts zuviel aber meine Sonnenbrille zu wenig und auch keinen Pullover mithatte. Danach bekam ich noch einen Anruf mit einem letzten Strohhalm: Zug um 22:23. Ich checkte (problemlos und ohne Kosten) sofort aus, besorgte mir Proviant für die Fahrt und ab zum Bahnhof – Wo der Auslandsreise-Schalter leider bereits geschlossen hatte. Ich war zu dem Zeitpunkt schon zu groggy um den Hinweis der Organisatorin zu schnallen, doch einfach bis zum inländischen Grenzbahnhof zu fahren. Bin deshalb zum anderen Bahnhof nur um festzustellen, dass dort beim Auslandsreise-Schalter eine mega- Warteschlange steht. Wieder zurück um festzustellen, dass da kein Zug ist, der um 22:23 fährt, einer zum gewünschten Ziel ist um 22:13 weggefahren… Damit war es definitiv, ich habe den Wink des Schicksals verstanden und wollte nur noch duschen (Stress- und Hitzeschweiß auf der Haut) und ins Bett. Das erstbeste Hostel war voll, nach kurzer Verhandlung konnte ich mit Isomatte und Schlafsack am Boden rasten. Die Dusche die ich davor noch nahm (musste mir sogar ein Handtuch mieten) war wie ein Milchbad für Kleopatra…

Da lag ich um 4 Uhr putzmunter, als die ersten Party-Bienen zurückkamen. Es war noch finster draußen und um 5 Uhr packte ich mich zusammen und organisierte mir einen Kasten. Um zehn vor sechs startete ich mein Sightseeing. Eine wirklich sehr schöne Märchenstadt und auch viele junge Leute, die von dem was Budapest zu bieten hat angezogen werden. Einzig störend ist der allgegenwärtige Straßenlärm und der Dichte Verkehr zur Stoßzeit.

Wenn man zu den richtigen Lokalen geht kann man sich günstig und gut mit Nahrung versorgen. Meine Tante, ihreszeichen Ungarin, hat mir gesagt, dass 7-8€ für Suppe, Hauptspeise und Getränk normal und okay ist. Leider habe ich nicht wirklich etwas um diesen Preis gefunden, mich aber an der Supermarktkost gelabt und kam dadurch noch günstiger weg.

Auffällig ist, dass sehr viele HolländerInnen und Rucksack- TouristInnen hier urlauben. Vielleicht lag dies auch einfach nur am Sziget Festival, das an diesem Wochenende stattfand. In der Früh war es angenehm kühl, tagsüber ziemlich heiß und am Abend schwankte ich alle paar Meter zwischen T-Shirt und Jacke. Generell hatte ich aber sehr angenehmes, sonniges und schönes Wetter. Nach 9h auf den Beinen war ich (auch wegen der ersten schlaflosen Nacht) K.O. und machte am Nachmittag ein zweistündiges Powernap. Ging gut, da niemand in meinem Zimmer herumkramte, quatschte usw.

Eine sehr interessante und noch nie dagewesene Situation war, dass ich an einem Ort ohne Rückfahrticket, Sightsseingbedurfnissen oder sonstige Pläne war. Diese Form von Freiheit war sehr erfrischend und unglaublich erholsam für die Seele.

Die Menschen sind hilfsbereit und mit Englisch kommt man ganz gut weiter. Allerdings sind die RadfahrerInnen furchtbar; in Wien vergleichsweise zivilisiert. Hier düsen die Bikes mit hohen Geschwindigkeiten fast rücksichtslos durch die Menschenmassen auf Gehsteigen, in FußgängerInnenZonen, usw.

Als krönenden Abschluss habe ich noch meinen Onkel am nördlichen Balatonufer besucht und dort eineinhalb Tage verbracht. Hier konnte ich mehr in Richtung ungarische Kost probieren und fühlte mich so, als wenn ich am Mittelmeer gewesen wäre. Der Plattensee ist farblich wunderschön türkis und hat ein angenehmes Klima. Hinein bin ich aber nicht gegangen, da ich schlammige Steppenseen nicht wirklich brauche.

Als einzigartige Erfahrung haben mich meine Gastgeber noch mit zu einem riesigen Flohmarkt genommen, wo Leute von weit her anreisen um einzukaufen. Ich habe erfahren, dass die Bevölkerung meist second hand oder Vorsaisonware kauft, da Neuware unleistbar ist. Deswegen halten sich Geschäfte, die letzteres verkaufen auch kaum. Dafür gibt es ganze Zentren voll von second hand Läden.
Es war wirklich ein gelungener Ersatz für meine verpasste Reise und ich werde sicher mal wieder vorbeischauen!

2013 11 – Istanbul

Die Reise in den Orient beginnt mit einem tollen Frühstück in der Turkish Airways mit Börek, Oliven und Blattspinat und mit 5 müden Gesichtern…

Ich/wir haben versucht kulinarisch ziemlich viel zu testen, auffallend ist auf alle Fälle, dass es zumindest in Restaurants hauptsächlich Kost mit Fleisch gab. Interessanterweise habe ich Speisen wiedererkannt, die ich aus anderen Küchen kenne. Zum Beispiel Manti (usbekisch) oder Lawasch (in Odessa gegessen). In fast jedem Restaurant gab es eine Tagessuppe und diese war fast immer eine Linsensuppe, die teilweise vom Geschmack her ähnlich dem indischen war. Das turkish moussaka war allerdings etwas ganz anderes, mehr Richtung Eintopf als sein griechisches Pendant. Ausgezeichnet aber auch sehr sättigend war der Chai Salep, ein Geschmack ähnlich wie „Grießkochmilch“ mit Zimt. Allgegenwärtig (in Süßspeisen, teilweise auch in Kebab) sind Pistazien einer uns nicht wirklich geläufigen aber ausgezeichneten Sorte. Diese konnten wir am Gewürzmarkt verkosten, neben einigen anderen Dingen (zum Beispiel echten türkischen Honig) auch. Dort haben wir uns natürlich mit Tee und Gewürzen eingedeckt. Mit dabei war bei mir auch ein schweine-teurer Safrantee.

Öffentliche Verkehrsanbindung und Stadtbild

Die Verkehrsanbindung ist schon vom Flughafen an sehr gut und die modernen neuen Straßenbahngarnituren geräumig und komfortabel. Auch ist die Disziplin der Fahrgäste sehr hoch, es ist sehr leise, alten Menschen wird sofort ein Sitzplatz frei gemacht,… Es gibt ein Ticket – „Istanbul Kart“ – das man auch für mehrere Personen nutzen kann (was wir leider zu spät erkannt haben), womit man sehr bequem mit den Öffis unterwegs ist. Auf dem Weg zum Hotel haben wir einiges gesehen und die Stadt wirkt eigentlich recht wohlhabend. Die Straßen sind mit Unmengen an kleinen Geschäften übersäht. Allerdings ist die Größe Istanbuls nicht so leicht zu erfassen und wie so oft ist wahrscheinlich an unseren Routen viel Renovierungsarbeit passiert.

Unterbringung und Kulinarisches

Untergebracht haben wir uns im Hotel Medcezir neben Sultanahmed und konnten Hagia Sophia und die blaue Moschee von der Dachterrasse aus aus nächster Nähe bestaunen. (Natürlich war auch der Fußweg dorthin ein Katzensprung.)

Auf der Straße gab es ein Angebot an (mehr oder weniger) frischen Produkten. Frisch gepressten Granatapfelsaft, Sesamkringel und Maroni, die entweder nicht ganz durch und verkohlt oder einfach so nicht gut waren. Der frisch gepresste Saft hat meinen FreundInnen gut geschmeckt, mir war er allerdings zu bitter. Als erste Mahlzeit, eher ein Snack, gönnten wir uns Kebab in Lawasch. War wirklich lecker. Diese Art von Fladenbrot kannte ich aus Odessa, wo mir meine Gastmutter ein paar Mal Lawasch mit Spinat-Schafkäsefüllung zubereitet hat.

Zu trinken gibt es meist die Auswahl zwischen Apfeltee (sehr süß und wahrscheinlich meist aus einem Sirup/Konzentrat aufgegossen) oder türkischen Schwarztee sowie Kaffee mit Sud. Am Frühstücksbuffet habe ich mich an Marmelade mit ganzen Früchten erfreut (Beerenmarmelade, sehr süß, sowie ich sie auf Odessa auch schon kannte)

Von Menschen und Märkten

Die Menschen in Restaurants und Geschäften sind alle sehr freundlich, man kann sich allerdings nie sicher sein ob man nicht über den Tisch gezogen wird. Preisverhandlungen bei Tee sind auf alle Fälle immer Pflicht, wenn man etwas kaufen will. Außerdem fielen mir jede Menge streunende Katzen auf, die allerdings trotzdem ein gutes Leben haben dürften und von den EinwohnerInnen mit Speis und Trank versorgt werden.

Überrascht haben mich die Märkte/Basare. So ein wildes Getümmel, Geschrei oder Gedränge wie ich dies aus „dem Osten“ kenne war nicht vorzufinden. Vielmehr Ruhe, Ordnung und Geselligkeit. Ein richtiges kleines Ökosystem mit Teebrauereien und Futterzubereitungsstätten, die die Geschäftigen mit Nahrung und deren KundInnen mit Tee versorgten. Wie überall allerdings gab es jede Menge Ramsch und Gewand zu kaufen. Verhandeln muss man geschickt, ich hasse es und mache es nicht gerne. Als Tourist kann man schon auf 20% des erstgenannten Preises runterhandeln (und zahlt damit sicher auch noch jede Menge mehr ;)). Starten sollte man auf jeden Fall niedrig aber nicht zu frech. Man sollte auch immer vorsichtig sein was man sagt, denn viele Türken (man sieht nur sehr wenige Frauen – vor allem Nachts – auf der Straße oder in Geschäften als Verkäuferinnen) können Deutsch, weil sie ein paar Jahre in Deutschland waren. Auch mit Englisch kommt man in Istanbul weiter, was mich echt überrascht hat, vielleicht liegt es auch daran, dass diese Stadt international bzw. offen ist. „My friend“ bekommt man sehr oft zu hören.

Imposante Gotteshäuser

Jedes Mal wenn eine Moschee majestätisch in mein Blickfeld rückte war ich ziemlich ergriffen und beeindruckt. Ich weiß nicht woran es lag aber es sind schon sehr faszinierende Gebäude. Das einzig gewöhnungsbedürftige ist wenn die Lautsprecher auf den Minaretten zum Gebet erschallen. (Bereits um 05:30 ging es los) Architektonisch war der Trip mit wenigen Ausnahmen eher unauffällig, vielleicht stechen die Gebets-Paläste deshalb so ins Auge. Eine andere Atmosphäre hat man trotzdem, vielleicht liegt das am allgegenwärtigen Handel. Man kann sich nicht einmal umdrehen und dabei kein Geschäft erblicken. Dies gilt natürlich nur für die Altstadt. Obwohl die Stadt eine große Bevölkerung hat, ist es nicht so bedrückend wie St. Petersburg oder Kiew, die Häuser sind eher niedrig und der Großstadtstress war unsichtbar.

Kultur

Wenn man sich mehrere Attraktionen anschauen will, so sollte man auf die Museumskart zurückgreifen. Diese ist nicht nur praktisch (man muss sich nicht einmal anstellen, da man diese auch bei Automaten kaufen kann) sondern man kann auch die „fast lane“ bei den Eintritten in die Museen verwenden. Der Topkapi Palast war bis auf die Aussicht nicht besonders spannend. Leider wurde vor langer Zeit viel geplündert, sodass nur noch bunte Fliesen, Ornamente und die schöne Aussicht bleiben. Das bisschen Glitzer, dass noch übrig ist kann leider nicht den Prunk und das Gefühl vermitteln, wie es einst war.

Auch den berüchtigten Taksim Platz haben wir eines Abends besucht und sind dann entlang einer Einkaufsstraße flaniert, wo es neben vielen Restaurants in den Seitengassen auch Wasserpfeifenlokale gab – in einem haben wir den Abend ausklingen lassen. Spätestens da konnte ich die Seele der Stadt etwas besser kennenlernen, da in den ersten Tagen das straffe Programm doch etwas wenig davon preisgab.

Die asiatische Seite haben wir leider nicht erkundet, wir sind allerdings (wie immer bei schlechtem Wetter) den Posporus entlang bis fast zum schwarzen Meer gefahren.

Alles in allem ein wirklich interessanter Trip, wo es sicher noch viel zu entdecken gäbe.

2013 1213-1215 – Nürnberg – Lebkuchenmania

Ich weiß garnicht mehr, wie es dazu kam, dass wir uns entschieden haben nach Nürnberg zu fahren, es war aber ein sehr feines Sponsionsgeschenk für mich und ST. Ich habe mich voll meiner Lebkuchen-Sucht hingegeben und außerdem gemerkt, dass die Nürnberger in Nürnberg besser schmecken…

Die Stadt war erfrischend anders, der Fachwerksbau versetzt einem zurück ins Mittelalter und die Pflastersteine tun das weitere. Die Statur der Häuser ist hoch aber schmal, dadurch wirken sie kleiner als sie sind. Die interessanten Fassaden laden dazu ein die Atmosphäre aufzusaugen und sich wohl zu fühlen. Von der Kaiserburg hat man sicher einen schönen Blick über die Stadt, doch war uns das Wetter mal wieder nicht hold. Mittlerweile bin ich (sind wir) das aber schon gewohnt… Die (fahrerInnen-lose) U-Bahn hat mich auch überzeugt, leider so teuer wie in Wien aber dafür schnell und angenehm um ans Ziel zu kommen.

Christkindlmarkt

Die Hauptattraktion: der Christkindlmarkt (der berühmt sein soll) war, bis auf das, dass einfach unmenschlich viele Menschen dort waren, nicht wirklich viel anders als die Märkte hierzulande. In dem Gedränge hatte ich auch nicht wirklich viel Chance vielleicht das ein oder andere Detail in Ruhe ausfindig zu machen, was aber ob der eher schlechten Lichtverhältnisse sowieso nicht besonders leicht zu erfassen gewesen wäre. Als ich bei einem dienstlichen Besuch über den Hauptplatz ging war es ein komisches Gefühl. Der Platz kahl und die Stadt menschenleer. Nur das schlechte Wetter und die tolle Atmosphäre sind geblieben.

Nürnberger Lebkuchen – Lebkuchen-Mania

Wo mein Herz (oder besser mein Magen) wirklich hängen geblieben ist, das ist der Lebkuchen. In Wien würde ich wahrscheinlich keine 70 € für Lebkuchen am Christkindlmarkt ausgeben aber es war jeden Euro wert. Jetzt auf meiner Dienstreise habe ich in ähnlichem Ausmaß zugeschlagen. Die Preise sind die gleichen, der Lebkuchen hoffentlich auch! Ich habe jedenfalls eine schier unendliche Vielfalt an Lebkuchen mit nach Hause genommen, eine Gaumenfreude nach der anderen, ich könnte eine Ode an die Freude verfassen…

Doch auch Nürnberger schmecken in Nürnberg besser. An diversen Standln gibt es Weckerl mit 3 Stück + Sauerkraut oder wie auch immer man sie gerne möchte. Eine Laugenbretzn darf natürlich auch nicht fehlen, obgleich sie mir doch ein wenig zu üppig war mit Butter und Rohschinken…

Geheimtipp: Hans im Glück Burgerlokal (http://hansimglueck-burgergrill.de)

Ich würde gerne mit mehr Zeit und bei schönerem Wetter noch einmal hier flanieren!

PS: auf der Heimreise haben wir noch zwei Stopps gemacht. Einen auf dem riesigen Reichsparteitagsgelände und danach noch kurz in Passau, ein ebenfalls nettes Städtchen.

2013 03/04/07 – Barcelona x3

Dreimal ging es dieses Jahr nach Barcelona, drei verschiedene Klimabedingungen, dreimal verschiedene Ausrüstung, dreimal mit verschiedenen Leuten, drei verschiedene Erfahrungen, drei… Okay, ich höre schon auf 😉

Trip I: 2013 0301 – Wochenendausflug mit meinem Vater

Auftakt dieses Jahr war das Wochenende bevor ich zu arbeiten begann. Zur Sponsion schenkte mir mein Vater ein paar Tage Barcelona, wo wir es uns richtig gut gehen ließen. (Hotel gleich auf der Ramblas, jede Menge Futter,…) Das Wetter spielte leider nicht ganz so mit, denn es war teilweise eiskalt (10°C mit Wind) – Gott sei Dank ließ sich im Laufe der Zeit immer wieder die Sonne blicken. Die Besichtigung mit dem Sightseeing-Bus war eine sehr interessante Erfahrung – eine Stadt mal so kennenzulernen hat auch was. Ich hab auch ein bisschen mein Russisch trainiert und mir den Guide in dieser Sprache gegönnt.

Über die Stadt und Leute

Im Gepäck hatte ich nur mein 50mm F1.8, womit ich sehr leicht und entspannt unterwegs war. Was sehr nützlich bei unseren Besuchen in kleinen Tapas-Beisln, Kantinen usw. war. Der erste Eindruck der Stadt war positiv, wenn auch durch das Wetter getrübt. Ähnlich wie in Lissabon hatte ich das Gefühl, dass es wenig Reklame gibt. Die Stadt ist auf alle Fälle um einiges besser Erhalten/renoviert, wenn auch ähnlich von Graffitis heimgesucht. Die Häuser in der Stadtmitte sind recht hoch, werden aber nach außen hin kleiner mit Vorstadtfeeling (siehe Trip II). Es gibt ähnlich viele architektonische Perlen wie Schandflecke und auffällig sind die großen Kreuzungen, die durch abgeschrägte Hausecken erreicht werden. Die Leute sind nett allerdings haben sie scheinbar das Drängeln und nicht wirklich schnell arbeiten erfunden. In Lokalen wartet man schon öfters gut eine halbe Stunde auf die Rechnung oder bis sich jemand erbarmt zum Tisch zu kommen. Erstaunt hat mich das zurückhaltende und gemütliche Fahrverhalten und die Radinfrastruktur. Ich bin nicht so sehr der Fan von kleinen und engen Gassen aber irgendwie sind diese in Barcelona weniger bedrückend, obwohl die Häuser doch recht hoch sind und man fühlt sich auch in eher dunkleren Ecken relativ sicher. Eine spannende und abwechslungsreiche Sache sind die immer wieder „aus dem Nichts“ auftauchenden Plätze, die ein Ort der Erholung und der Zusammenkunft sind.

Kulinarisches

Tapas, Tapas, Tapas – wirklich herausgefunden, was sonst noch so an Küche ist habe ich nicht. Gegessen habe ich trotzdem gut. Am liebsten habe ich Jamon Serrano (Rohschinken) und Pimientos de Padron (kleine Paprikaschoten gebraten). Erst bei Trip III bin ich voll auf den Geschmack von Bocadillos gekommen – Weißbrot mit Tomaten(mark) bestrichen und Olivenöl beträufelt, dann nach Wunsch belegt. Ein Traum, den ich in Wien auch schon mehrmals selbst nachgebaut habe. Generell habe ich das Gefühl, dass die Küche recht fettig und üppig ist, was ich im Süden nicht unbedingt erwartet hätte. Was noch erwähnt werden muss ist der leckere frisch gepresste Orangensaft, den ich sehr oft bekam sowie die Spitzenqualität der Früchte – die leckersten Nektarinen, die ich seit langem gegessen hatte. Weniger schmackhaft war das „Trinkwasser“, das recht chlor- und kalkhaltig war. Man kann sagen was man will, wiener Hochquellwasser ist einfach ein Traum! Gutes Eis gibt es  auf der Ramblas bei Artisa.

Trip II: 2013 0419 – Polterwochenende

Das Barcelona auch eine Polterstadt ist konnten wir an den vielen Gruppen feststellen und so waren wir in (mehr oder weniger) bester Gesellschaft. Unser Noch-Junggeselle hatte (laut seinen Angaben) ein unvergessliches Wochenende und wir alle viel Spaß! Auch wenn unsere Gruppe nicht klein waren, so lief alles vereint unter dem Banner des „Blaublütigen“ auf der Suche nach dem bösen Drachen, wie am Schnürchen. Denn auch das Wetter war uns gnädig und wir schwitzten teilweise sogar in unseren Kostümen. Da ich auch hier schnell und mobil sein wollte war ich nur mit meinem 30mm F1.4 unterwegs, dass ich mir zum Diplom geschenkt hatte.

Trip III: 2013 0807 – Eine Woche Entspannung pur

Nicht nur mein erster wirklicher Urlaub, sondern auch ein Experiment. Gemeinsam mit drei Freunden, mit denen ich zuletzt auf Maturareise war, lebte ich eine Woche lang in einem Apartment (6. Stock ohne Lift ;)) mit 1/3 Terrasse und 2/3 Wohnfläche. Es lief ziemlich perfekt, niemand hatte wirklich Stress, Sightseeing war minimal, da jeder von uns bereits fast alles gesehen hatte und die Terrasse tat den Rest zu einem der erholsamsten Urlauben, die ich je hatte. Lesen, Schlafen, Essen, an den Strand gehen, durch die Stadt schlendern, Laufen gehen,… Die Terasse genießen, plaudern, Musik hören, Witze reißen,…
Eine nette Gewohnheit am Morgen war das Zähneputzen auf der Terasse in der Morgenluft und Sonne (wir hatten dort ein Waschbecken)

Wir waren knapp 10 Min. von der Ramblas entfernt im Immigrantenviertel, genauer gesagt im orientalischen Teil, wo unter Tags Menschen in „Tracht“ zu beobachten waren, es koshere Geschäfte gab und und und. Das Wetter war uns gnädig, wenn wir auch ein paar Regenschauer miterleben durften und ich den größten Regenbogen (inkl. Doppelbogen) zu Gesicht bekam, den ich je gesehen habe! Kleine Anekdote am Rande: „Ich fahre in den Süden um mich abzukühlen“. In Wien hatte es zu dieser Zeit schwüle um die 40°C und war unausstehlich heiß. In Österreich wurde sogar der all time Hitzerekord gebrochen…

Der Montjuic war diesmal der Punkt, an dem ich sein wollte. Zweimal erklomm ich den Hausberg und entspannte mich. Leider war das olympische Dorf gesperrt und in der Hitze wollte ich mir die Schlange in die Sagrada Familia nicht antun. Vielleicht ein Andermal. Anders als bei den ersten beiden Trips war (no na, es ist Sommer und Hochsaison) die Stadt bummvoll und natürlich auch die Strände gut besucht. Wirklich besser/sauberer als in Odessa fand ich das Wasser nicht und vor allem war um einiges mehr los. Interessanterweise waren ein Großteil der Urlaubenden aus Frankreich, nicht so wie bei den Reisen zuvor Deutschland und Co.

Fazit

Barcelona ist eine sehr nette Stadt, die mich sicher nicht zum letzten Mal gesehen hat. Mehr Spaß macht sie allerdings/schöner ist sie, wenn das Wetter auch passt. 😉 Die Experimente mit nur einer Fixbrennweite im Gepäck waren sehr überzeugend, wenn auch hin und wieder ein Teleobjektiv nicht schlecht gewesen wäre.

Wieder einmal habe ich erkannt, dass ich eine Stadt nur wirklich erleben und kennenlernen kann, wenn ich ziellos spazieren gehe und die Umgebung auf mich wirken lasse. Ein dicht gedrängter Sightseeingplan eröffnet mir leider nicht so viel, wie abseits der Tourismuszentren umherzustreifen. Bei Urlauben in Gruppen brauche ich immer wieder mal ein Zeitfenster in dem ich alleine bin, mein Ruhe habe und einfach beim Spazieren die Seele baumeln lassen kann.

PS: Bei Trip III habe ich endlich einen Baggage Storage gefunden! Gleich beim Placa Catalunya (Carrer Estruc, 36)

2012 08 – Petersburg – Woche 3, best of…

Die dritte und letzte Woche ist wirklich schnell vergangen. Es war gleichzeitig ein kurzer Trip und kam mir so vor als wäre ich mehrere Monate mit meinen Kolleginnen und Kollegen zusammen gewesen…

Von offizieller Seite besuchten wir das Blockade Museum, ein interessanter und zugleich trauriger Ort und hatten außerdem Kontakt mit der russischen Seele (laut einer Einheimischen, die sich furchtbar darüber beschwert hat). Wir wollten mit dem Schiff nach Кронштадт (Kronstadt) fahren, es passten aber nicht alle ins Boot. Man durfte Meisterinnen und Meister des Vordrängens bei der Arbeit erleben und dann wurde mit „Wir sind zwar schon voll aber wer noch rein will und einen Stehplatz in Kauf nimmt, der zahlt nur die Hälfte“ noch einiges an Geld herausgeholt.
Insgesamt war unser Aufenthalt dort leider sehr kurz (wir sind schließlich mit dem Bus gefahren und haben dadurch viel Zeit verloren) und ich hatte das Gefühl, dass ich das Inselchen gerne genauer unter die Lupe nehmen würde. Zum Schluss besuchten wir noch die Einweihungmesse der Kathedrale, wo sich Unmengen an Touristen tummelten und ein „Bischof“ (das orthodoxe Äquivalent) mit mieser Laune den Weihrauch schwang. Bei der Rückfahrt mit dem Schiff (diesmal waren wir schnell genug!) stellte sich heraus, dass  ein Аквабус (Aquabus – eines der Schiffe) kaputt ist und deswegen nur halb so viele Leute mitfahren konnten und die Fahrt zweieinhalb Stunden in Anspruch nahm. Nicht zu vergessen das unser Kapitän zu tief in die Flasche geschaut hat und wir beinahe mit einem Tanker (oder etwas ähnlichem) und einem Bauschiff zusammengekracht wären. Die ewige Verspätung hatte zumindest das Gute, dass ich den Sonnenuntergang vom Schiff aus genießen konnte!

Kulinarisches

Die letzte Woche bot auch einiges an frischen Entdeckungen, als ich wieder mal mit verschiedenen Cliquen unterwegs war. Zum einen habe ich dadurch eine recht gute Pizzeria (Ollis) entdeckt. Zum anderen war ich in einem spannenden Kunstcafe (этажи) mit Terrasse. (Wo uns Tauben die Laune vermiesten und wir deshalb hinein flüchteten.) Shawarma stand ebenfalls auf der Speisekarte und durch viel frischen Zwiebel hatte ich auch länger was davon, lecker war’s trotzdem. Unser Abschiedsabend fand beim Aserbaidschaner statt, wo wir gemeinsam gesungen haben, tanzten und Spaß hatten. Was den Abschied am nächsten Tag umso schwerer machte… 🙁

Kunst

Ständig umgeben von Leuten die malten, zeichneten,… überkam es mich einmal und ich zückte im таврический сад (Taurischer Garten) meinen karierten Block und einen Kuli – nicht das ideale Equipment aber manchmal muss man nehmen was man hat. Hier konnte ich der künstlerischen Luft dann nicht mehr widerstehen und es war eine spannende und entspannende Sache. Vielleicht poste ich später was ich geschaffen habe…
Das russische Museum hat es mir wie in Odessa auch schon sehr angetan, dagegen hatte die Ermitage einfach keine Chance!

Spaziergänge, Aktivitäten und Kreislaufkollaps

Nach dem Blockade Museum schlenderten wir zum Smolniy Kloster (wo ich zwischendurch mein Kunstwerk erstellte), hatten an einem anderen Tag das Nachmittagsprogramm mit Bowling ausgefüllt – Ich war leider ziemlich zerstört an diesem Tag, da ich ein paar Tage zuvor beim Laufen nicht auf meinen Körper geachtet hatte und einen Kreislaufkollaps mit vielen Stunden mit Wärmeflasche und Tee im Bett verbrachte. – und gegen Ende der Woche erkundete ich alleine (alle Anderen waren Bücher, etc. einkaufen) noch das Univiertel auf der Стрелка („Spitze“).

Viele nette und interessante Bekanntschaften

Leider ist der Kontakt mit den Russinnen sehr rar, da wir alle viel zu tun haben und außerdem noch die Zeitverschiebung hinzukommt. Ich bemühe mich allerdings immer wieder mal mit ihnen zu schreiben. Leichter ist es natürlich für uns in Österreich, wir sind ja wirklich ein kleines Land. 😉 So trafen wir uns kürzlich, weil russischer Besuch da war (ein paar Russinnen studieren in Deutschland) oder ich habe den Fotomarathon gemeinsam mit einer motivierten Freundin bestritten. Auch einen Physiker durfte ich kennenlernen und habe ihn natürlich gleich über seinen Werdegang ausgefragt…

Alles in allem eine super Zeit

Ich möchte mich gerne bei der Organisatorin bedanken, die das Ganze wirklich toll hinbekommen und uns einen unvergesslichen Aufenthalt ermöglicht hat. Ich vermisse alle Kolleginnen und Kollegen, wenn es auch nur drei Wochen waren, so waren wir ständig zusammen und konnten uns so kennenlernen, dass ich das Gefühl hatte, dass wir uns bereits mehrere Monate kennen…

PS: Der Text ist vielleicht nicht sehr gelungen, ich hatte ziemlich starke Kopfschmerzen, wollte euch aber nicht im Stich lassen!

2012 08 – Petersburg – Woche 2, best of…

Die zweite Woche stand stark im Zeichen der Kultur und meine Kleingruppe war mit der Abendgestaltung in Form eines Cookouts an der Reihe. Dafür haben wir uns was ganz besonderes einfallen lassen…

Neben dem politischen Museum machten wir einen Kinobesuch, was wirklich ein  besonderes Erlebnis war! Ein ehemaliger Theatersaal mit sehr bequemen dreh- und kippbaren Sesseln und viel Platz auf allen Seiten. Der Film „Римские Приключения“ (To Rome With Love) war sehr nett und wir hatten keine Probleme dem Russisch zu folgen (die Story kapieren ist eine andere Sache ;)). Kurioses und Abartiges haben wir uns in der кунсткамера (Kunstkammer) angesehen und auch die Эрмитаж (Ermitage) wurde nicht verschont. Zur Abrundung unternahmen wir eine Bootsfahrt, spazierten viel, mitunter auch im летный сад (Sommergarten) und entspannten.

Kunst und ich I

Die Exponate in der Ermitage habe ich im Eiltempo an einem Nachmittag komplett durchgeschaut und festgestellt, wie ich zu Kunst stehe. Mir ist egal wer was gemalt hat, wichtig ist, dass mich ein Bild anspricht, Gefühle erweckt und mich ergreift. Der Stil kann noch so toll sein (laut Kritiken, meiner Bildnerische-Erziehung-Lehrerin und co.), wenn es mir nicht gefällt, ist es einfach (für mich) nix besonderes. Gehe ich an einem Bild vorbei und bleibe stehen, dann ist das eine Ehre ;). Praktischerweise zahlen Studierende keinen Eintritt, wobei ich mir nicht sicher bin ob das nur für russische oder allgemein galt. Da gibt es oft Unterschiede.

Unser Abendprogramm – Cookout

Meine Gruppe hatte als Abendgestaltung gemeinsames Kochen (nach Vorbild des Cookouts, dass ich auf der TU einführte). Ein kleiner Zickenkrieg und einige Stresssituationen wurden auf dem Rücken meiner österreichischen Kollegin ausgetragen. Alle Versuche sie zu unterstützen waren leider vergebens, da ich keinen Zugang zur Ebene des Streits hatte. Vielleicht war es auch besser so. Jedenfalls danke ich ihr sehr für diese intensive Mehrleistung. Chaos durch Sprache/Missverständnisse habe ich immer wieder versucht auszuräumen und alles in allem hatten wir einen gelungenen Abend. Wir haben uns auf alle Küchen aufgeteilt und gekocht um uns anschließend in der Kantine Durchzukosten. (russische Schwammerlsuppe, Borschtsch, Salat Olivje, Blini, Kaiserschmarren, Spaghetti all’arrabbiata, Knödel,…) Gemeinsam mit ein paar kreativen Leuten habe ich Wiener Schnitzel vom Schwein zubereitet. Die Besonderheit war, dass wir aus Jux und Tollerei (und weil man uns immer rät alles zu waschen) das Fleisch mit Vodka gewaschen und nachher (ca. 30 Minuten)  darin eingelegt haben. Das Ergebnis war ein leckeres zartes Schnitzel mit speziellem Aroma. Ich kann’s nur empfehlen das auszuprobieren!

Wochenende und Fortgehen

Am Wochenende hatten wir dann einen Ausflug nach Пушкин (Pushkin), wo wir eine Führung durch den Sommerpalast bekamen und anschließend leider zu wenig Zeit um den Garten/Park noch anzuschauen. Zur Stärkung nahmen wir ein gemeinsames Mittagessen in einer Disco ein, was ein ungewöhnlich aber witziges Ambiente bot.
Am Abend beschloss ich spontan über meinen Schatten zu springen und die Anderen beim Fortgehen zu begleiten. Es war ein netter Abend, auch wenn dieser ein bisschen von Kindergartensituationen überschattet war und sich die Truppe auf zwei aufgeteilt hat, was nicht komplett ohne Zickereien verlief. Der Ort wo wir landeten war mir nicht ganz geheuer. Eine zwielichtige Gegend, wo eine Disco neu eröffnet hatte. Beim Heimgehen durften wir noch eine brutale und blutige Schlägerei mitbekommen (einer hatte einen Baseballschläger, viele Tritte, Platzwunden, damische Männer, einer ist mit dem Auto provokant und mit ein paar Remplern durch die Menge gefahren,…).

Ich verstehe nicht wieso Menschen so aggressiv und brutal sein müssen/können. Bei solchen Gewalttaten kommt mir immer das Kotzen und ich frage mich, wieso Menschen sowas machen und meine Laune war mies.Das gibt mir immer wieder zu Denken und macht mich auch fertig/traurig. In Wien erlebt man solche Szenen auch hin und wieder (ich Gottseidank verschwindend selten),  hierzulande ist aber doch mehr Polizei innerhalb kürzerer Zeit zugegen und nicht nur ein einzelner korpulenter Wachtmeister. Diesen Teil des Programms hätten sie sich sparen können. Die Gegend ist außerdem kein Ort, wo es mich je normal hinziehen würde… Nach Hause nahmen wir die erste Metro um 5:40.

Kulinarisches

Zwei Ketten, die mich nicht wirklich überzeugen konnten:

  • Теремок (Teremok) – eine Kette bei der man hauptsächlich aber nicht nur diverse Блины (Palatschinken/Crêpe) Gerichte bekommt. Ist in Ordnung aber nicht herausragend.
  • Евразия (Eurasien) – Ein Besuch hat gereicht. Nicht wirklich gute asiatische Küche, vielleicht war es einfach Pech und normal ist sie besser. Vielleicht auch nicht. Irgendwie bin ich nicht sehr gewillt eine zweite Chance einzuräumen.

Nachdem wir uns nach dem Fortgehen ausgeschlafen hatten beschlossen wir Burschen uns was besonderes zu gönnen. Ein Georgier, der laut Reiseführer exzellent sein soll, war wirklich ausgezeichnet und konnte sogar meinen bisherigen Favoriten Tiflis (Wien, leider zugesperrt) toppen. Eine häufig besuchte Cafeteria mit dem Namen Marketplace (Nevsky Prospekt, 24) kann ich sehr empfehlen, weil gut und günstig.

Einzig wirkliche Schattenseite dieser Woche war neben der Schlägerei, dass ich um mein Telezoom (70-300) erleichtert wurde.

2012 08 – Petersburg – Woche 1, best of…

Schon wieder eine halbe Ewigkeit her, die Fotos wollen allerdings das Licht der Internetwelt erblicken und gezeigt werden. Ich habe vor jede Woche (von 3) einzeln durchzugehen, zu erzählen was passiert ist,etc. Lasst uns nun mit der ersten Woche beginnen…

In „alte“ Zeiten versetzt fühlte ich mich durch niedliche alte Autos und jede Menge Hochzeiten. Auch wenn letztere nicht so komprimiert und zahlreichend erscheinen so sind sie doch auffallend oft zu beobachten. Auch einige der Mittagessen (in der Heimkantine) erinnerten mich immer wieder an meine Tage in Odessa, auch wenn es nicht so lecker war wie „zu Hause“. Auch die Schokolade in den Supermärkten war nicht vor mir sicher, vor allem nachdem ich entdeckt habe, dass sie meine Lieblingskekse aus der Ukraine importieren (Супер Контик) und so kam eins zum anderen und ich fühlte mich schnell wohl. Apropos Supermarkt, meine Leidenschaft zu Joghurtdrinks wurde dort aufgrund einer schier unendlichen Vielfalt auf ein neues Level gehoben. Es gab Geschmacksrichtungen, von denen wir zuhause keine Ahnung haben: Müsli mit Apfel, Limette (gibt es mittlerweile),… und das von Danone 😀

Was ist also passiert in der ersten Woche?

Wir hatten einige von Referaten begleitete Stadtspaziergänge, die sehr praktisch waren, da sie die typischen Punkte, die man besuchen sollte abdeckten. Durch die Nähe – nach einem Referat – zum botanischen Garten, konnte ich ein paar Leute motivieren dorthin zu gehen, was ein ordentliche Wanderung wurde und leider nicht so schön war wie erhofft. Außerdem zog es mich vom ersten Tag an ans „Meer„, wo wir auch am zweiten gleich waren (leider nur dieses eine Mal).

Schon nach kürzester Zeit bildeten sich Cliquen und eingeschworene Grüppchen, zwischen denen ich immer wieder hin und her hoppte. (Schon in der Schule ging mir das auf den Zeiger aber darüber muss man sich einfach hinwegsetzen.) Somit hatte ich an einem Abend ein nettes Kartenspielchen (Дурак – von welchem ich die Regeln noch immer nicht ganz verstanden habe.) mit ein paar Russinnen, am anderen einen netten Plausch mit österreichischen KollegInnen oder einfach ein gemütliches Abendessen in Gesellschaft der Truppe, mit der ich meist unterwegs war. Selten aber doch gingen wir auch essen, zweimal hatte ich Pelmeni (welche unglaublich gut waren) und da Italienisch die Lieblingsküche einiger russischer Kolleginnen ist, probierten wir eines ihrer Lieblingslokale. Ansonsten habe ich natürlich versucht herauszufinden, ob es in Petersburg auch so gute Konditorwaren gibt, was leider noch einiger Tests bedarf! 😀

An unserem freien Wochenende machten wir einen Ausflug (auf Empfehlung der Orga) nach Петергоф (Peterhof), der leider von Regen überschattet war und uns durch „nass bis auf die Unterhose“ in Erinnerung blieb. Doch auch Gold, golden und noch mehr Gold, hinterließ einen bleibenden Eindruck. Jedenfalls waren unsere Monarchen um einiges bescheidener als ihre russischen Kollegen… 😛

Des Nächtens ist es nicht mehr so einfach sich frei in Petersburg zu bewegen, da viele der Brücken aufgemacht werden, damit größere Schiffe passieren können. (Außerdem fährt keine Metro ab 00:30) Ein Spektakel soll es sein, so hörte ich, deswegen haben wir uns in einer großen Gruppe aufgemacht diesem beizuwohnen. Doch leider sind wir für spannendere Ausblicke auf der falschen Insel und von der anderen kämen wir leider nicht mehr so einfach zurück. So bleibt nur der Blick aus der Ferne…

Mein groß angelegtes Laufprogramm (ca. ein Drittel bis die Hälfte der Teilnehmenden war nicht abgeneigt) wurde ein kleiner Erfolg und ich hatte regelmäßig gute Gesellschaft beim Laufen. Dadurch, dass wir Runden liefen, konnten alle aufhöhren, wann es ihnen zuviel wurde. Auch das Terrain war spannend und abwechslungsreich, der Parkour hatte Strand-, Betonelemente, weichen Parkboden und anspruchsvolle Pflastersteine zu bieten und natürlich eine Spitzen-Aussicht, wenn wir die Нева (Newa) entlangliefen. Um ein bisschen runterzukommen, Zeit für mich zu haben und ein bisschen die Stadt zu erkunden, lief ich (schon) am dritten Tag alleine durch die Gegend. Mein Ziel zum Hafen zu gelangen habe ich leider nicht erreicht. Dieses eine Mal war dann genug Einsamkeit für den Rest des Aufenthaltes.

Im nächsten Post möchte ich näher auf Portraits von Kolleginnen und Kollegen eingehen…

2012 05 – Copenhagen

Auf in den Norden! Wiedermal… 🙂 Diesmal allerdings Dänemark und zwar in dessen Hauptstadt Kopenhagen. Wir hatten tolles Wetter und ließen es uns entspannt gutgehen. Die Stadt gefällt mir sehr gut, das Klima vermutlich eher weniger (wir haben gottseidank nur die gute Seite kennengelernt). Menschen sind freundlich und die Stadt hat eine internationale Atmosphäre. Leider hat sie auch ihren Preis…

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Die Copenhagen Card hat sich eigentlich fast nicht ausgezahlt, nur durch übereifrige Besuche des Tivoli (Vergnügungspark) und viele Aufstiege zu Stadtrundblicken, konnten wir sie halbwegs nutzen. Kulinarisch haben wir hauptsächlich sehr gute Burger genossen, Waffeln und Pommes Frites haben leider nicht die erwartete Popularität wie in Amsterdam. Die geographische Lage und damit die langen Tage – es war um 22:00 noch hell – sind gewöhnungsbedürftig und ich schätze im Winter, wenn es umgekehrt ist, macht das ganze keinen Spaß…

Preislich liegt die Stadt auf sehr hohem Niveau, es ist alles nochmal um ein Eck teurer als in Amsterdam. Lagkagehuset, eine Bäckereikette, stillte jeden Tag unsere Lust auf Süßes, Kaffee und manchmal auch auf Salziges. Wirklich innovative Weckerl mit Salat, Serrano, Käse und Pesto sind eine Gaumenfreude aber auch die Torten sind keine schlechten Kalorienbomben. Zum Glück haben wir einmal einen SightseeingRun gemacht, der nicht nur das Gewissen beruhigte…

Ärgerlich war, dass ich meinen Kameragurt nicht mit hatte, was zwar ein gute Training für die Hand, leider aber nicht sehr angenehm war. Mit dabei im Gepäck war diesmal nur mein Immerdrauf und das Ultraweitwinkel. Ich habe eigentlich sonst nichts vermisst.

Schöne weite Stadt mit viel Wasser, grün und hin und wieder Mittelmeerfeeling (die Sonne knallte vom Himmel und eine kühle Brise sorgte für eine angenehme Temperatur). Gefällt mir besser als Amsterdam. Es ist farbenfroher, weitläufiger und wirkt auf mich freundlicher.
Ein interessantes Detail ist die vollautomatische Fahrerlose „U-Bahn“.