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2016 1030 bis 1101 – Macao

Als Fortsetzung unserer Reise haben wir die Fähre nach Macao genommen um uns einen Kurzbesuch in Macao zu genehmigen. Eine sehr kontrastreiche Stadt…

Gleich nach der Ankunft ist uns die angenehmere Hitze mit weniger Feuchtigkeit aufgefallen, gewissermaßen eine Erholung von Hongkongs Smog und Schwüle und eine Pause für das, was uns bei der nächsten Etappe bevorsteht. Sofort fällt uns die Casino-Madness auf, die sich in der Nähe unseres Hotels (Sintra) darbietet, dabei waren wir noch nicht einmal auf der Casino-Insel! (Wo übrigens von einigen Hotels ein kostenloser Taxi-Bus hinfährt) Da Macao weniger EinwohnerInnen auf mehr Platz hat, war auch das Hotelzimmer um einiges geräumiger und diesmal hatten wir auch ein Frühstücksbuffet, da auch Platz für ein Restaurant im Hotel war.

Bei der Erkundung der Stadt mischen sich die Kolonialbauten mit den chinesischen Plattenbauten, ein gewisses Gefühl in Lissabon zu sein erschließt sich aber es mutet sehr seltsam an, es sind die kleinen Details, die die gewohnte Atmospäre makaber gestalten. Neben der komplett anderen Belegschaft natürlich. Sauberer und frischer ist die Luft auf alle Fälle, da hier Mopeds statt Autos die, teils engen, Gassen bzw. Straßen regieren. Kulturell gibt es hier mehr zu sehen, da vieles erhalten ist, von diversen Anwesen bis hin zu Gärten und natürlich wieder ein paar schöne und faszinierende Tempel.

Eines, was vor allem hier nicht zu finden ist, ist eine gute Pastel de Nata. Es gibt diese zwar, sie schmecken aber leider nicht… Dafür wird in so genannten Pastelarien eine Art getrocknetes Fleisch angeboten. Alles in allem war Macao aber eher unspektakulär, der Ausflug in die Casino-Hotels der Insel der Spielhöllen hat uns nur ungläubig die Köpfe schütteln lassen. Eine Frage, die sich vor allem stellt: Wie können so viele riesige Hotels mit Gästen gefüllt werden? Abgesehen von den vielen Tischen in den ganzen Casinos. Wer kauft in den unzähligen Konsumtempeln ein, die ebenfalls dort zu finden sind? Warum wir ungläubig waren? Ernsthaft? Venedig innerhalb eines Hotels mit künstlichem Himmel und Gondolieros, der Eiffelturm draußen, ein Riesenrad in einem Hotel integriert…

2016 1026 bis 1030 – Hongkong

Schon ewig schiebe ich diesen Reisebericht vor mir her… Ich war fasziniert und angetan von dieser Stadt voller Leben, Technologie, Menschen, Lebenseinstellung, Kultur,… Ich habe und hatte bisher Angst, diese Erfahrung nicht würdigend genug in Worte fassen zu können, so gerne erinnere ich mich doch an die Faszination zurück und sehne mich nach der Atmosphäre von Tradition, Spiritualität und Technologie!

Schon kurze Zeit nach dem Verlassen des Flugzeugs (um einiges angenehmer: der 10:20 Stunden Direktflug) wird klar, dass ähnlich wie in Tokio/Japan, die Technologie hier eine große Triebkraft hat. Viele Menschen auf engem Raum und hohe Häuse mit kleinen Hotelzimmern, erinnern stark an die letzte Asienreise. Ein großer Unterschied jedoch: jede Menge Autos, nicht etwa elektrifiziert, sondern Verbrennungsmotoren! Ein großes Manko, denn hier hat man an so mancher Stelle mit Schwindel, Atemnot oder zumindest Kopfschmerzen zu rechnen… Außerdem weniger laut, knallig und irritierend!

Nach einer kurzen Rast im Hotel erkundeten wir gleich ein wenig die Stadt und ich kam aus dem Staunen nicht hinaus: Straßenrampen „kreuz und quer“, rauf und runten, Fußgänger Übergänge (hauptsächlich in Central), die zum Teil das gehen auf der Straße ersetzten (und Konsumtempel mit Banken und vielem mehr verbinden) und Hochhäuser soweit das Auge reicht. Nicht nur die Größe, sondern auch die schiere Anzahl an Flagship-Stores ist beeindruckend (Autohersteller, Smartphone-,…), teilweise leistet sich so mancher Prestige-reiche Hersteller sogar mehrere davon. Konsumgesellschaft? Kapitalismus in Reinform? Hauptbeschäftigung: einkaufen? Zumindest bleibt das Gefühl, dass die Steuern in die richtigen Ecken fließen, die Öffis sind gut durchdacht und auch zu Stoßzeiten erstaunlich gut unter Kontrolle.

Die Stadt, ein ständiges Gewusel, stickig, viele Menschen und hin und wieder übler Kloakengeruch. Wie in Tokyo war die Zeit zu knapp um fotografier-technisch alles auszukosten, die Motivation ist allerdings gestiegen (vor allem in Sachen Street-/People-Fotografie), es ergaben sich viele interessante Szenen.
Doch auch abseits der Häuserschluchten (im „Dschungel“, ja es gibt dort auch Natur!) hätte es noch einiges zu erleben gegeben, dass wir nicht erforschen konnten.

Kulinarisch waren dafür genug Experimente dabei, die bis auf eine Ausnahme gar nicht schlecht waren. Wirklich gut fanden wir den scharfen Gurken-Salat (mit viel Knoblauch) und die tollen Variationen an Dim Sum. Preislich ist es schwierig gewesen, wir sind teilweise sehr günstig in mehr oder minder Garküchen und einheimischen Lokalen durchgekommen, haben allerdings auch normale europäische Preise bei Restaurant-Ketten und teils sehr viel in Restaurants bezahlt. Wobei mehr nicht unbedingt besser bedeutete.

Apropos Einheimischenlokale, man sollte annehmen, dass man in Hongkong mit Englisch sehr weit kommt, da ehemals unter Britischer Herrschaft, allerdings mussten wir uns der Hände und Füße bedienen und waren der Freundlichkeit sowie Geduld der Einheimischen ausgeliefert, die uns weiterzuhelfen versuchten und meist auch schafften!

Eine erwähnungswerte Sache ist die octopus card. Wir nutzten diese zwar nur für die Öffis aber man kann (vor allem wegen der oft fehlenden Möglichkeit bargeldlos zu zahlen) Sie an vielen Orten und Stellen auch zum Zahlen verwenden. Mit 500 HK$ pro Nase und Tag sind wir ganz gut durchgekommen, haben uns aber auch keinem Luxus hingegeben! Der etwa zwei stündige Aufstieg zum Big Buddha auf Lantau (statt mit der Seilbahn zu fahren) hat sich sicher positiv auf das Börsel ausgewirkt wie auch der Abstieg zu Fuß vom Victoria peak.

Was den Dschungel (diesmal sind die Häuserschluchten gemeint) angeht: ohne GPS, Karte und Navi wäre vieles teilweise nicht möglich gewesen. Gott sei Dank hatte ich noch einen alten Vertrag und telefonieren und vor allem Datenvolumen „like home“! So war es auch mit Bus und Tram einfacher. Vor allem wenn man den Ausgang aus der U-Bahn schon vorher kannte.

Was bleibt ist: die Faszination für die Kultur (auch Peoples religion/Buddhismus) und nicht nur ein Film (Dokumentationen oder Spielfilme) von und über China bzw. Hongkong hat meine Freizeit verschönert; ein unglaublicher Einblick in die Teekultur, Teehäuser sind das, was uns fehlt, mehr Gemütlichkeit, weniger Stress und free-refill; das Geruchsgedächtnis an Räucherstäbchen überall vor Häusern und in den Tempeln; Kondensat, das auf den Gehsteig und vor allem einem selbst tropft und öffentliche Toiletten (?)

PS: zum ersten mal im Disney Land war auch eine nette Erfahrung!

2015 09 – Seychellen – Too much rain over paradise

Nach einer langen Durststrecke endlich mal wieder ein Urlaub – und zwar richtig, Sonne, Meer und Strand. Wir wollten eigentlich nach Portugal fliegen, doch irgendwie kamen wir nach mehrmaligem hin und her auf diese Inselgruppe – genaugenommen Mahe, die größte und außerdem Hauptinsel. Viel zu lange habe ich mir Zeit gelassen um einen längeren Erholungsurlaub zu machen. Nächstes Jahr mache ich in der Hitzezeit auch mindestens eine Woche Urlaub!

Etwas unüblich haben wir diesmal auf die Flugzeiten sowie angenehmere Ankunftszeiten geachtet. Da die Emirates Fluglinie unwesentlich teurer als Ethiopian war, fiel die Entscheidung auf etwas mehr Luxus und wir buchten eine Flug und Quartier Combo auf Expedia. Das Service an Board so wie die Versorgung mit Speis, Trank und Filmen war hervorragend. Etwas unbequem waren die relativ kurzen Flugzeiten, bei denen man nicht wirklich ausgiebig viel schlafen, Filme schauen oder ähnliches konnte. Die Zwischenlandung in Dubai war weniger bemerkenswert als erhofft, zu sehen von den architektonischen „Wundern“ gab es nicht viel, der Flughafen ist wohl zu weit weg…

Autofahren

Angekommen am Miniflughafen auf Mahe (der Hauptinsel) durften wir ohne Bus 100m zur Eingangshalle gehen(!), wo erlebt man soetwas heutzutage noch? Dort war ein bisschen warten angesagt: die Einreisegenehmigung musste erteilt und medizinische Unbedenklichkeit bestätigt werden. Danach auf zum Kofferband und noch bei winzigen Kiosks unser Mietauto holen. Wirklich ein niedlicher Flughafen!
Der Betreiber unserer Residenz (The Palm Seychelles) hat uns wärmstens empfohlen ein Mietauto (für 40€/d) zu nehmen, da das Taxi zum Appartement 40€ kostet und die Busse an manchen Tagen recht unregelmäßig, sowie am Abend nahezu nicht fahren und nicht klimatisiert sind. Ein sehr guter Ratschlag, da dies die Flexibilität extrem erhöht und unsere Unterkunft doch etwas weiter vom Schlag lag. Außerdem gestaltet sich das Einkaufen bei unserem Selbstversorger (Self-Catering) Appartement angenehmer.

Der Straßenverkehr auf der Hauptinsel ist teilweise sehr impulsiv und unberechenbar. Man muss darauf vertrauen, dass jeder weiß was er tut und rechtzeitig auf die Bremse steigen. Spontan biegen Leute ab oder bleiben stehen. Plötzlich kommt ein Linien-Bus – in Schieflage in der Mitte der Straße – mit mords Karacho daher oder ein Tourist macht einen auf cool und rast viel zu schnell und vor Angst halb auf der falschen Spur dahin. Apropos Rasen, selten sind Geschwindigkeiten über 40 km/h erlaubt, was aber auch auf extrem schmalen Straßen mit Schlaglöchern übersäht und Schluchten links und rechts sowie teils ordentlichen Steigungen und engen Kurven, trotzdem schnell ist. Dazu kommt, dass man hier auf der linken Straßenseite fährt, woran ich mich aber nach dem ersten Tag schon gewöhnt habe.

Viele Sehenswürdigkeiten sind schwer zu finden und schlecht beschildert. Die Bevölkerung ist zum Glück hilfsbereit allerdings manchmal auch ratlos. Zumindest kommt man mit Englisch fast immer sehr gut zurecht.

Kulinarik

Wirklich günstig essen gehen kann man auf den Seychellen nicht, pro Abendessen zu zweit haben wir etwa 900 Rupien ausgegeben und dies war noch in den günstigeren Lokalen. Das beste kreolische Essen gab es bei Marie-Antoinette. Hier hatten wir einen Haufen Tellerchen mit verschiedenen Speisen/Curries (hauptsächlich Fisch) am Tisch. Leider sind bei allen Hühnergerichten Knochen, Knorpel, etc. dabei, was für so manche ein Problem ist, viel schlimmer ist aber, dass eigentlich nur relativ wenig Fleisch dabei übrig bleibt… Bei Fisch, Rind und Schwein (wobei hier viel Fett/Schwarte mit dabei ist) ist es ergiebiger. Ein Abendbuffet hatten wir im Boat-House, hier gab es eine Auswahl an diversen sehr guten Curries und Salaten. Letztere kommen normalerweise leider eher kurz in der seychellisch/kreolischen Küche, allerdings muss man den Mango-Salat hervorheben, der eigentlich ohne Ausnahme immer exzellent war. Das Bufett bot zum krönenden Abschluss auch zahlreiche Nachspeisen, wobei ich hier eine hervorheben möchte: Kokos-Nougat!  Grundsätzlich scheint es als ob Fisch günstiger als Fleisch ist. Vor allem ist er fangfrisch und bei fast jedem Take away erhältlich. Eine weitere Wohltat für den Gaumen war Sam’s Pizzeria (Victoria) mit Steinofen, falls man mal eine Auszeit von der heimischen Küche braucht eine exzellente Abwechslung, Mafiosi und Mexicana waren ausgezeichnet.

Ganz groß unter den Einheimischen wird hier „Take away“ geschrieben. Styroporboxen sieht man sehr häufig, diese sind gefüllt mit: Pork/chicken/beef veg (Fleisch mit Gemüse) oder Curry (Fleisch, Fisch oder Oktopus(!) in einer schmackhaften Sauce) mit Reis (plain/fried/…). Alternativ gibt es auch verschiedene Nudelgerichte (meist Aufläufe) oder Chow Mein (Asia Nudeln). Immer wieder findet man auch Gegrilltes oder Frittiertes und manchmal sogar auch Süßspeisen (wie z.B. die unglaublich köstlichen Banana Cakes). Meist haben wir selbstgekochtes am Strand von Beau Vallon gekauft, noch günstiger kommt man allerdings bei niedergelassenen Take aways weg. Hier gibt es ein ausgezeichnetes Kantinchen nahe dem Markt in Victoria, wo man nebenbei bemerkt exotische Früchte sowie alte Bekannte allerdings viel weiter gereiftes Obst und Gemüse findet.

Unterwasserparadies

Auf den Seychellen gibt es nicht nur unglaublich bezaubernde Strände mit türkisem Wasser sondern auch unzählige Orte an denen man Schnorcheln sollte. Nach über zehn Jahren (!) kommt meine Ausrüstung endlich wieder zum Einsatz – zuletzt bzw. sogar erst gekauft auf meiner Maturareise 2004. Sie funktioniert noch immer tadellos und ich frage mich wie ich ohne Flossen je schwimmen konnte 😉 Die besten Spots, die wir erkundet haben sind: Sunset Beach (hier gibt es rund um das „Resort“ wunderschöne Korallenriffe mit einer Artenvielfalt an bunten Fischen und nicht nur das, auch eine Schildkröte ist uns begegnet! Baie Ternay ist ein sehr abgelegener Ort und man muss sich relativ weit vom Strand entfernen (ca. 300-400m ins Wasser) bis man zu den richtig tollen Sichtungen kommt, auch die Straße dahin ist nicht leicht und der Weg führt durch ein verlassenes Dorf. Dafür kann man sich nachher bei Del Place mit wunderschönen Ausblick gute Fresh Juices genehmigen (das Essen ist auch gut aber eher teurer). Noch besser war unser Ausflug zur Ile Therese, ein paradisisches einsames Eiland mit vorgelagertem Riff, dass nur relativ wenige TouristInnen besuchen. Hier haben wir um 65 Euro pP (heruntergehandelt von 90) ein paar Stunden inklusive exquisites Barbecue verbracht. Unsere Crew hat Huhn, Fisch und Brot gegrillt und dazu gab es gemischten Salat und nachher frische Kokosnuss, alles „home style“. Anschließend konnten wir noch einmal Baie Ternay bei traumhaften Sonnenschein erschnorcheln – diesmal bequem direkt am Riff vom Boot aus.

Anse Mayor (nach eine längeren Anreise zu Fuß) hat uns nicht so gefallen, da hier die Sicht nicht besonders gut war (Brechungsindizes durch Süßwasser und Temperaturunterschiede im Wasser haben uns die Aussicht verschleiert) und das Wetter spielte nicht ganz mit. Zur Rettung des Tages ließ sich allerdings ein Babyhai unter Korallen blicken!

Wichtig beim Schnorcheln ist, dass man alle nicht vorgebräunten Hautstellen und vor allem Rücken und Hintern gut schützt: heißt soviel wie T-Shirt oder ähnliches tragen. Trotz dicker Wolkendecke hat es uns am ersten Tag ziemlich erwischt, die Rötung schmerzte ca. eine Woche. Außerdem ist es empfehlenswert nicht zu nah zu Felsen zu schwimmen, da unerwartete Strömungen auftreten können.

Strände und Natur

Gibt es viele und alle sind öffentlich, so wäre es auch an österreichs Seen schön. Ich bin froh, dass die Seychelloise ihre Natur zumindest vor Massentourismus und Einwirkungen von außen halbwegs schützen und damit wirklich Perlen wie den Strand Anse Petit (mitten in einem Ressort) erhalten. Auch wenn die Bevölkerung nicht ganz so sauber ist und Müll überall liegen lässt oder ablädt, so ist zumindest der Dreck der Touristen eingedämmt.

Gewarnt sei von der Attacke der Strandflöhe, hier kann man sich sehr schnell an unbeckten Hautstellen in kurzer Zeit sehr viele Bisse einfangen, diese bemerkt man allerdings erst Stunden später. Es nützt allerdings nichts in ständiger Angst zu leben, Isektizide sollen angeblich die Plage fernhalten. Außerdem sind nicht alle Strände betroffen.

Ausflüge und Sehenswürdigkeiten

Wirklich schön gemacht war der Jardin du Roi (Gewürzgarten), der den botanischen Garten in Victoria wirklich in den Schatten stellt (es zahlt sich eigentlich garnicht aus diesen zu besuchen). Betreut wird dieser scheinbar von einer älteren Biologin und man sieht wieviel Mühe in diesem Lebenswerk steckt. Um den Nationalpark besser kenne zu lernen empfiehlt es sich Wanderungen zu unternehmen. Die Wege sind gut beschildert – allerdings erst wenn man den Startpunkt gefunden hat – und ausgebaut. Dabei kann man die Fauna und Flora bestauen, außerdem wartet immer mal wieder ein kleiner Wasserfall darauf im Regenwald entdeckt zu werden.

Wetter und Unterkunft

Durch eine ungünstige Wetterlage hatten wir (in der Trockenzeit) unüblich viel Niederschlag. Teilweise Sintflutartige Regengüsse und leider viel Dauerbewölkung trübten vor allem die ersten Tage. Nach etwa fünf Tagen aber ließ der Regen endlich nach und die Sonne gewann überhand.

Zuletzt sei noch unsere Unterkunft erwähnt. Ein wirklich tolles Appartement, das Platz für doppelt soviele Leute und einen tollen Ausblick bot. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die ständigen Wegbegleiter: Ameisen, die überall wo es etwas Süßes gibt hineinkrabbeln und Eidechsen. Auf Mahe findet man jede Menge Hühner und was ist ein Hühnerstall ohne Hahn? Ständig hört man ab der frühen Morgenstunde das Krähen der Hähne. Auch das Lieblingshaustier der Sechelloise, der Hund ist nicht zu überhören. Es gibt viele Hunde, bei denen wir uns nicht sicher waren ob sie streunen oder ein zu Hause haben, jedenfalls laufen diese auch gerne auf der Straße herum und manchmal vors Auto…

 

Es war ein super Urlaub, den wir so schnell nicht vergessen werden und mal was ganz anderes!

Aufgrund der hochstehenden Sonne war das Fotografieren nicht gerade ein Kinderspiel. Vor allem durch die geringe Dynamik der Kamera im Verhältnis zum starken Kontrast der Sonne. Trotzdem denke ich sind mir ein paar gute Bilder gelungen! Seht selbst:

2014 0514-0518 Japan – Kyushu/Fukuoka

In Fukuoka hatte ich ziemlich viel Zeit mich umzusehen, mich meiner Kamera zu widmen sowie Kultur, Land und Leute „aufzusaugen“. Ich konnte ein wenig mehr in die Kulinarik eintauchen und hatte auch das Vergnügen ein paar interessante oder durchaus kuriose Schauplätze zu besichtigen…

In Fukuoka spielte das Wetter leider nicht gleich mit und es gab immer wieder Sprühregen von allen Seiten. Blöd nur wenn der Himmel dann komplett aufreißt und man vor Hitze alles außer das T-Shirt auszieht und die Sonnencreme im Hotel hat. Der Sonnenbrand war unangenehm aber gottseidank nicht so schlimm und schnell wieder weg.

Kulinarik

Tagsüber habe ich mich von Snacks auf der Straße, aus dem Supermarkt oder einer Markthalle ernährt – abends sind wir dann meist bei einem Straßenstand „local food“ genießen gewesen. Die erste Speise in Fukuoka waren Donuts, nicht sehr geistreich aber wir hatten Hunger und es war am Weg zum Hotel nichts anderes essbares zu finden. Am Abend hatten wir dafür exzellente Ramen mit sehr gut gewürzten Gyoza.

Kultur und Bauwerke

Neben der Erkundung der Stadt (diverse Tempel, Ruinen usw.) haben wir noch eine Insel angesteuert wo wir endlos maschierten und erst spät heimkehrten. Zen-Gärten machten sich leider etwas rar, davon hätte ich mir ein wenig mehr zu sehen erhofft. Am letzten Tag fuhren wir noch einmal mit dem Shinkansen und besuchten Kumamoto, wo wir uns die restaurierte Burg genehmigten. Nach einer gewissen Zeit verloren die Tempel ihren Reiz (genauso wie die Moscheen in Istanbul oder katholische Kirchen) und auch (oft angeschlossenen) Friedhöfe waren irgendwann nichts neues mehr. Dafür stimmt mich eine Sache die ich öfter gesehen habe traurig – die Armut, immer wieder sah ich Menschen unter Planen oder in anderen Miseren leben.

 

2014 0511-0513 Japan – Tokio

Meine Freundin hatte beruflich in Japan zu tun und wir nutzten die Gelegenheit gleich für einen kurzen Urlaub. 7 Stunden Zeitverschiebung, elendslange Wartezeit bei der Einreise, Passkontrolle, Zoll und schließlich am Ticketschalter sowie ein Übernachtflug später konnten wir endlich in den NEX steigen und zu unserem Hotel fahren…

(Wo wir noch auf unser Zimmer warten mussten. Gegen einen Aufpreis etwas kürzer aber trotzdem noch lange genug.)

Der erste Eindruck

Der Weg vom Flughafen in die Stadt (wobei eigentlich nahezu überall besiedeltes Gebiet ist) führte uns durch Flora und Häuser im Mittelmeer Flair. Wo möglich waren Reisfelder angelegt die sich zwischen Häuser und Wäldchen quetschten. Die Stationen der Bahn waren oft eher verkommen und abgefuckt, die Züge dagegen modern und komfortabel. (Mit viel Beinfreiheit, da ein Zug nicht wendet sondern einfach die Sitze um 180° gedreht werden) Das Personal war in kommunistisch wirkende Uniformen gekleidet und hat jedes mal beim Verlassen eines Wagons eine Verbeugung durchgeführt. Neben den kleinen mediterranen Häusern (wobei die Dächer ein wenig anders als in Europa sind) konnte man noch die weniger idyllischen Hochspannungsleitungen bewundern, die sich überall hin und gut sichtbar ihren Weg bahnen. Hin und wieder konnte man Flüsse durchs Land schlängeln sehen und an manchen Stellen stieg die Dichte an Plattenbauten rasant an.

Es gibt viele Einfamilienhäuser aber auch beeindruckende Wolkenkratzer. Wo es möglich ist wird begrünt und zwischen den Schluchten oder in Gärten findet man immer wieder Buddha-Tempel die teilweise mit grellen Farben (meist rot/orange Töne) aufwarten und künstliche (Zen?) Gärten zur Schau stellen.

Technologie und Umwelt

In Tokio hatte ich das Gefühl, dass kaum Autos unterwegs waren und wenn, dann waren sie ziemlich leise (wenn es nicht gerade ein Reklame LKW war, der die Umgebung lautstark beschallt hat) Hybrid-/Elektroautos. Was öfters zu beobachten war: Roller und Fahrräder. Letztere brettern mit hoher Geschwindigkeit und lauter Klingel durch die Menschenmassen. Technologie kommt hier hauptsächlich aus dem eigenen Land, man sieht kaum europäische-/amerikanische Geräte. Händetrockner (Airblade ähnlich) kommen von Mitsubishi,  Rolltreppen mal nicht von Kone und Co, Kräne sehen eher maritim aus,… Wie bei uns auch sieht man überall Spiegelreflexkameras mit meiner Canon passte ich gut dazu nur ist das Modell war schon ein bisschen überholt.

Erwähnenswert auch: das modulare Bad-System. In jedem Hotel/-zimmer ist es ein Würfel-Raum und alles am selben Fleck, mit leichter Variation in der Größe und Ausstattung. Wobei man gleich sagen muss, dass die Lobby im Verhältnis zur Zimmergröße immer pompös war. Zwei Koffer konnte man dafür im Zimmer kaum aufmachen.

Kulinarisches und Bevölkerung

Wirklich überrascht waren wir von der Küche. Da japanisches Essen als sehr gesund gilt erwarteten wir jede Menge Gemüse und Obst, fanden allerdings hauptsächlich Pork and noodles bzw. Sushi und Co. Selbst bei den Nahversorgern Family Mart und 7eleven sucht man Obst und Gemüse recht vergebens, bzw. findet man dieses nur in mickrigen Mengen und zu Wucherpreisen. Ob das wirklich die gesunde und ausgewogene Küche ist, die wir uns vorstellen? Zumindest habe ich gehört, dass hier sehr oft Reis und Fisch in der Bentobox landet und Süßes kaum auf den Tisch kommt.

Dafür, dass Tokio eine Mega-Großstadt ist, war sie weniger bedrückend als erwartet, vielleicht liegt es einfach dran, dass ich 1,5 Köpfe über die Menschenmassen ragte.  Vielleicht lag es allerdings auch am Respekt, der Zurückhaltung und aufgesetzten Freundlichkeit sowie Hilfsbereitschaft, die die Bevölkerung an den Tag legt. Ich wurde ob meiner Größe eigentlich nie angestarrt oder angesprochen. Unerwartet schwierig gestaltete sich die Kommunikation mit den Einheimischen, Englisch war hier weniger geläufig als ich es aus Odessa oder St. Petersburg gewohnt bin.

Ohne Klimaanlage geht in der U-Bahn garnichts

Zu den vielen Menschen kamen noch Unmengen Krähen und viel Reklame, die laut und grell, mit kindliche Stimmen die Umgebung dominierte. Japaner stehen stark auf Mädchen(hafte Züge) zumindest hat man sehr schnell das Gefühl. Wer kennt sie nicht, die Kulleraugen oder kindlichen Proportionen in Anime und Co. (asiatische Comics). Die Straßen sind sehr sauber – man hat das Gefühl penibler Reinlichkeit – und geraucht wird nur in smoking areas. Atemmasken, viel zu große Plateuschuhe und europäische Modemodells prägen das Äußere.

Kurioses am Rande

Es ist zwar alles sauber aber Miskübel sucht man auf der Straße genauso vergebens wie Klobesen auf den Toiletten, wo nebenbei bemerkt das Klopapier wenn überhaupt 2-lagig ist. Süßigkeiten mit Matcha (grüner Tee) sollte man probiert haben um zu wissen, wie es schmeckt… Leider haben wir auch nicht wirklich Cosplay (als SuperheldInnen verkleidete Leute), Roboter oder andere spacige Sachen gesehen. Von einem Studienkollegen erfuhr ich, dass solche Dinge eher nur wirklich nerdige Leute machen und diese nicht so häufig seien. Japan soll laut einem Arbeitskollegen „Asia light“ sein, wenn man wirkliches Asia sehen möchte, sollte man wo anders hin. (Thailand,…)

Gerüche sind sehr präsent, sei es Fettdampf der aus der Friteuse oder Fäkaliengeruch. Nicht selten wurde man von einem Schwall erwischt. Abgesehen davon hat mir das Essen, vor allem „local food“ (bei einem Straßenstandl) sehr gut geschmeckt. Meistens hatte ich allerdings länger etwas davon, woran’s lag? Glutamat? Vielleicht war auch ein wenig Kunststoffessen dabei, das man in den Auslagen vor den Lokalen oft begutachten konnte. Oder es lag am obligatorischen Ei, das in allen möglichen Formen auf vielen Speisen serviert wurde (in Soyasauce eingelegt, roh,…)

Nicht nur auf der Straße fährt man auf der anderen Seite sondern auch die Rolltreppe verwendet man hierzulande umgekehrt.

(Un-)Praktisch

Wir hatten keinen Stecker dabei, konnten aber in jedem Hotel einen „adapter“ ausborgen. Wieder mal ein Land ohne Postkarten. Hat es mich gestört? Nein 😀

Ca. 1400 Fotos sind es geworden, da ich wirklich viel dokumentiert oder schöne Motive fotografiert habe.

2013 11 – Istanbul

Die Reise in den Orient beginnt mit einem tollen Frühstück in der Turkish Airways mit Börek, Oliven und Blattspinat und mit 5 müden Gesichtern…

Ich/wir haben versucht kulinarisch ziemlich viel zu testen, auffallend ist auf alle Fälle, dass es zumindest in Restaurants hauptsächlich Kost mit Fleisch gab. Interessanterweise habe ich Speisen wiedererkannt, die ich aus anderen Küchen kenne. Zum Beispiel Manti (usbekisch) oder Lawasch (in Odessa gegessen). In fast jedem Restaurant gab es eine Tagessuppe und diese war fast immer eine Linsensuppe, die teilweise vom Geschmack her ähnlich dem indischen war. Das turkish moussaka war allerdings etwas ganz anderes, mehr Richtung Eintopf als sein griechisches Pendant. Ausgezeichnet aber auch sehr sättigend war der Chai Salep, ein Geschmack ähnlich wie „Grießkochmilch“ mit Zimt. Allgegenwärtig (in Süßspeisen, teilweise auch in Kebab) sind Pistazien einer uns nicht wirklich geläufigen aber ausgezeichneten Sorte. Diese konnten wir am Gewürzmarkt verkosten, neben einigen anderen Dingen (zum Beispiel echten türkischen Honig) auch. Dort haben wir uns natürlich mit Tee und Gewürzen eingedeckt. Mit dabei war bei mir auch ein schweine-teurer Safrantee.

Öffentliche Verkehrsanbindung und Stadtbild

Die Verkehrsanbindung ist schon vom Flughafen an sehr gut und die modernen neuen Straßenbahngarnituren geräumig und komfortabel. Auch ist die Disziplin der Fahrgäste sehr hoch, es ist sehr leise, alten Menschen wird sofort ein Sitzplatz frei gemacht,… Es gibt ein Ticket – „Istanbul Kart“ – das man auch für mehrere Personen nutzen kann (was wir leider zu spät erkannt haben), womit man sehr bequem mit den Öffis unterwegs ist. Auf dem Weg zum Hotel haben wir einiges gesehen und die Stadt wirkt eigentlich recht wohlhabend. Die Straßen sind mit Unmengen an kleinen Geschäften übersäht. Allerdings ist die Größe Istanbuls nicht so leicht zu erfassen und wie so oft ist wahrscheinlich an unseren Routen viel Renovierungsarbeit passiert.

Unterbringung und Kulinarisches

Untergebracht haben wir uns im Hotel Medcezir neben Sultanahmed und konnten Hagia Sophia und die blaue Moschee von der Dachterrasse aus aus nächster Nähe bestaunen. (Natürlich war auch der Fußweg dorthin ein Katzensprung.)

Auf der Straße gab es ein Angebot an (mehr oder weniger) frischen Produkten. Frisch gepressten Granatapfelsaft, Sesamkringel und Maroni, die entweder nicht ganz durch und verkohlt oder einfach so nicht gut waren. Der frisch gepresste Saft hat meinen FreundInnen gut geschmeckt, mir war er allerdings zu bitter. Als erste Mahlzeit, eher ein Snack, gönnten wir uns Kebab in Lawasch. War wirklich lecker. Diese Art von Fladenbrot kannte ich aus Odessa, wo mir meine Gastmutter ein paar Mal Lawasch mit Spinat-Schafkäsefüllung zubereitet hat.

Zu trinken gibt es meist die Auswahl zwischen Apfeltee (sehr süß und wahrscheinlich meist aus einem Sirup/Konzentrat aufgegossen) oder türkischen Schwarztee sowie Kaffee mit Sud. Am Frühstücksbuffet habe ich mich an Marmelade mit ganzen Früchten erfreut (Beerenmarmelade, sehr süß, sowie ich sie auf Odessa auch schon kannte)

Von Menschen und Märkten

Die Menschen in Restaurants und Geschäften sind alle sehr freundlich, man kann sich allerdings nie sicher sein ob man nicht über den Tisch gezogen wird. Preisverhandlungen bei Tee sind auf alle Fälle immer Pflicht, wenn man etwas kaufen will. Außerdem fielen mir jede Menge streunende Katzen auf, die allerdings trotzdem ein gutes Leben haben dürften und von den EinwohnerInnen mit Speis und Trank versorgt werden.

Überrascht haben mich die Märkte/Basare. So ein wildes Getümmel, Geschrei oder Gedränge wie ich dies aus „dem Osten“ kenne war nicht vorzufinden. Vielmehr Ruhe, Ordnung und Geselligkeit. Ein richtiges kleines Ökosystem mit Teebrauereien und Futterzubereitungsstätten, die die Geschäftigen mit Nahrung und deren KundInnen mit Tee versorgten. Wie überall allerdings gab es jede Menge Ramsch und Gewand zu kaufen. Verhandeln muss man geschickt, ich hasse es und mache es nicht gerne. Als Tourist kann man schon auf 20% des erstgenannten Preises runterhandeln (und zahlt damit sicher auch noch jede Menge mehr ;)). Starten sollte man auf jeden Fall niedrig aber nicht zu frech. Man sollte auch immer vorsichtig sein was man sagt, denn viele Türken (man sieht nur sehr wenige Frauen – vor allem Nachts – auf der Straße oder in Geschäften als Verkäuferinnen) können Deutsch, weil sie ein paar Jahre in Deutschland waren. Auch mit Englisch kommt man in Istanbul weiter, was mich echt überrascht hat, vielleicht liegt es auch daran, dass diese Stadt international bzw. offen ist. „My friend“ bekommt man sehr oft zu hören.

Imposante Gotteshäuser

Jedes Mal wenn eine Moschee majestätisch in mein Blickfeld rückte war ich ziemlich ergriffen und beeindruckt. Ich weiß nicht woran es lag aber es sind schon sehr faszinierende Gebäude. Das einzig gewöhnungsbedürftige ist wenn die Lautsprecher auf den Minaretten zum Gebet erschallen. (Bereits um 05:30 ging es los) Architektonisch war der Trip mit wenigen Ausnahmen eher unauffällig, vielleicht stechen die Gebets-Paläste deshalb so ins Auge. Eine andere Atmosphäre hat man trotzdem, vielleicht liegt das am allgegenwärtigen Handel. Man kann sich nicht einmal umdrehen und dabei kein Geschäft erblicken. Dies gilt natürlich nur für die Altstadt. Obwohl die Stadt eine große Bevölkerung hat, ist es nicht so bedrückend wie St. Petersburg oder Kiew, die Häuser sind eher niedrig und der Großstadtstress war unsichtbar.

Kultur

Wenn man sich mehrere Attraktionen anschauen will, so sollte man auf die Museumskart zurückgreifen. Diese ist nicht nur praktisch (man muss sich nicht einmal anstellen, da man diese auch bei Automaten kaufen kann) sondern man kann auch die „fast lane“ bei den Eintritten in die Museen verwenden. Der Topkapi Palast war bis auf die Aussicht nicht besonders spannend. Leider wurde vor langer Zeit viel geplündert, sodass nur noch bunte Fliesen, Ornamente und die schöne Aussicht bleiben. Das bisschen Glitzer, dass noch übrig ist kann leider nicht den Prunk und das Gefühl vermitteln, wie es einst war.

Auch den berüchtigten Taksim Platz haben wir eines Abends besucht und sind dann entlang einer Einkaufsstraße flaniert, wo es neben vielen Restaurants in den Seitengassen auch Wasserpfeifenlokale gab – in einem haben wir den Abend ausklingen lassen. Spätestens da konnte ich die Seele der Stadt etwas besser kennenlernen, da in den ersten Tagen das straffe Programm doch etwas wenig davon preisgab.

Die asiatische Seite haben wir leider nicht erkundet, wir sind allerdings (wie immer bei schlechtem Wetter) den Posporus entlang bis fast zum schwarzen Meer gefahren.

Alles in allem ein wirklich interessanter Trip, wo es sicher noch viel zu entdecken gäbe.

2013 03/04/07 – Barcelona x3

Dreimal ging es dieses Jahr nach Barcelona, drei verschiedene Klimabedingungen, dreimal verschiedene Ausrüstung, dreimal mit verschiedenen Leuten, drei verschiedene Erfahrungen, drei… Okay, ich höre schon auf 😉

Trip I: 2013 0301 – Wochenendausflug mit meinem Vater

Auftakt dieses Jahr war das Wochenende bevor ich zu arbeiten begann. Zur Sponsion schenkte mir mein Vater ein paar Tage Barcelona, wo wir es uns richtig gut gehen ließen. (Hotel gleich auf der Ramblas, jede Menge Futter,…) Das Wetter spielte leider nicht ganz so mit, denn es war teilweise eiskalt (10°C mit Wind) – Gott sei Dank ließ sich im Laufe der Zeit immer wieder die Sonne blicken. Die Besichtigung mit dem Sightseeing-Bus war eine sehr interessante Erfahrung – eine Stadt mal so kennenzulernen hat auch was. Ich hab auch ein bisschen mein Russisch trainiert und mir den Guide in dieser Sprache gegönnt.

Über die Stadt und Leute

Im Gepäck hatte ich nur mein 50mm F1.8, womit ich sehr leicht und entspannt unterwegs war. Was sehr nützlich bei unseren Besuchen in kleinen Tapas-Beisln, Kantinen usw. war. Der erste Eindruck der Stadt war positiv, wenn auch durch das Wetter getrübt. Ähnlich wie in Lissabon hatte ich das Gefühl, dass es wenig Reklame gibt. Die Stadt ist auf alle Fälle um einiges besser Erhalten/renoviert, wenn auch ähnlich von Graffitis heimgesucht. Die Häuser in der Stadtmitte sind recht hoch, werden aber nach außen hin kleiner mit Vorstadtfeeling (siehe Trip II). Es gibt ähnlich viele architektonische Perlen wie Schandflecke und auffällig sind die großen Kreuzungen, die durch abgeschrägte Hausecken erreicht werden. Die Leute sind nett allerdings haben sie scheinbar das Drängeln und nicht wirklich schnell arbeiten erfunden. In Lokalen wartet man schon öfters gut eine halbe Stunde auf die Rechnung oder bis sich jemand erbarmt zum Tisch zu kommen. Erstaunt hat mich das zurückhaltende und gemütliche Fahrverhalten und die Radinfrastruktur. Ich bin nicht so sehr der Fan von kleinen und engen Gassen aber irgendwie sind diese in Barcelona weniger bedrückend, obwohl die Häuser doch recht hoch sind und man fühlt sich auch in eher dunkleren Ecken relativ sicher. Eine spannende und abwechslungsreiche Sache sind die immer wieder „aus dem Nichts“ auftauchenden Plätze, die ein Ort der Erholung und der Zusammenkunft sind.

Kulinarisches

Tapas, Tapas, Tapas – wirklich herausgefunden, was sonst noch so an Küche ist habe ich nicht. Gegessen habe ich trotzdem gut. Am liebsten habe ich Jamon Serrano (Rohschinken) und Pimientos de Padron (kleine Paprikaschoten gebraten). Erst bei Trip III bin ich voll auf den Geschmack von Bocadillos gekommen – Weißbrot mit Tomaten(mark) bestrichen und Olivenöl beträufelt, dann nach Wunsch belegt. Ein Traum, den ich in Wien auch schon mehrmals selbst nachgebaut habe. Generell habe ich das Gefühl, dass die Küche recht fettig und üppig ist, was ich im Süden nicht unbedingt erwartet hätte. Was noch erwähnt werden muss ist der leckere frisch gepresste Orangensaft, den ich sehr oft bekam sowie die Spitzenqualität der Früchte – die leckersten Nektarinen, die ich seit langem gegessen hatte. Weniger schmackhaft war das „Trinkwasser“, das recht chlor- und kalkhaltig war. Man kann sagen was man will, wiener Hochquellwasser ist einfach ein Traum! Gutes Eis gibt es  auf der Ramblas bei Artisa.

Trip II: 2013 0419 – Polterwochenende

Das Barcelona auch eine Polterstadt ist konnten wir an den vielen Gruppen feststellen und so waren wir in (mehr oder weniger) bester Gesellschaft. Unser Noch-Junggeselle hatte (laut seinen Angaben) ein unvergessliches Wochenende und wir alle viel Spaß! Auch wenn unsere Gruppe nicht klein waren, so lief alles vereint unter dem Banner des „Blaublütigen“ auf der Suche nach dem bösen Drachen, wie am Schnürchen. Denn auch das Wetter war uns gnädig und wir schwitzten teilweise sogar in unseren Kostümen. Da ich auch hier schnell und mobil sein wollte war ich nur mit meinem 30mm F1.4 unterwegs, dass ich mir zum Diplom geschenkt hatte.

Trip III: 2013 0807 – Eine Woche Entspannung pur

Nicht nur mein erster wirklicher Urlaub, sondern auch ein Experiment. Gemeinsam mit drei Freunden, mit denen ich zuletzt auf Maturareise war, lebte ich eine Woche lang in einem Apartment (6. Stock ohne Lift ;)) mit 1/3 Terrasse und 2/3 Wohnfläche. Es lief ziemlich perfekt, niemand hatte wirklich Stress, Sightseeing war minimal, da jeder von uns bereits fast alles gesehen hatte und die Terrasse tat den Rest zu einem der erholsamsten Urlauben, die ich je hatte. Lesen, Schlafen, Essen, an den Strand gehen, durch die Stadt schlendern, Laufen gehen,… Die Terasse genießen, plaudern, Musik hören, Witze reißen,…
Eine nette Gewohnheit am Morgen war das Zähneputzen auf der Terasse in der Morgenluft und Sonne (wir hatten dort ein Waschbecken)

Wir waren knapp 10 Min. von der Ramblas entfernt im Immigrantenviertel, genauer gesagt im orientalischen Teil, wo unter Tags Menschen in „Tracht“ zu beobachten waren, es koshere Geschäfte gab und und und. Das Wetter war uns gnädig, wenn wir auch ein paar Regenschauer miterleben durften und ich den größten Regenbogen (inkl. Doppelbogen) zu Gesicht bekam, den ich je gesehen habe! Kleine Anekdote am Rande: „Ich fahre in den Süden um mich abzukühlen“. In Wien hatte es zu dieser Zeit schwüle um die 40°C und war unausstehlich heiß. In Österreich wurde sogar der all time Hitzerekord gebrochen…

Der Montjuic war diesmal der Punkt, an dem ich sein wollte. Zweimal erklomm ich den Hausberg und entspannte mich. Leider war das olympische Dorf gesperrt und in der Hitze wollte ich mir die Schlange in die Sagrada Familia nicht antun. Vielleicht ein Andermal. Anders als bei den ersten beiden Trips war (no na, es ist Sommer und Hochsaison) die Stadt bummvoll und natürlich auch die Strände gut besucht. Wirklich besser/sauberer als in Odessa fand ich das Wasser nicht und vor allem war um einiges mehr los. Interessanterweise waren ein Großteil der Urlaubenden aus Frankreich, nicht so wie bei den Reisen zuvor Deutschland und Co.

Fazit

Barcelona ist eine sehr nette Stadt, die mich sicher nicht zum letzten Mal gesehen hat. Mehr Spaß macht sie allerdings/schöner ist sie, wenn das Wetter auch passt. 😉 Die Experimente mit nur einer Fixbrennweite im Gepäck waren sehr überzeugend, wenn auch hin und wieder ein Teleobjektiv nicht schlecht gewesen wäre.

Wieder einmal habe ich erkannt, dass ich eine Stadt nur wirklich erleben und kennenlernen kann, wenn ich ziellos spazieren gehe und die Umgebung auf mich wirken lasse. Ein dicht gedrängter Sightseeingplan eröffnet mir leider nicht so viel, wie abseits der Tourismuszentren umherzustreifen. Bei Urlauben in Gruppen brauche ich immer wieder mal ein Zeitfenster in dem ich alleine bin, mein Ruhe habe und einfach beim Spazieren die Seele baumeln lassen kann.

PS: Bei Trip III habe ich endlich einen Baggage Storage gefunden! Gleich beim Placa Catalunya (Carrer Estruc, 36)

2012 08 – Petersburg – Woche 3, best of…

Die dritte und letzte Woche ist wirklich schnell vergangen. Es war gleichzeitig ein kurzer Trip und kam mir so vor als wäre ich mehrere Monate mit meinen Kolleginnen und Kollegen zusammen gewesen…

Von offizieller Seite besuchten wir das Blockade Museum, ein interessanter und zugleich trauriger Ort und hatten außerdem Kontakt mit der russischen Seele (laut einer Einheimischen, die sich furchtbar darüber beschwert hat). Wir wollten mit dem Schiff nach Кронштадт (Kronstadt) fahren, es passten aber nicht alle ins Boot. Man durfte Meisterinnen und Meister des Vordrängens bei der Arbeit erleben und dann wurde mit „Wir sind zwar schon voll aber wer noch rein will und einen Stehplatz in Kauf nimmt, der zahlt nur die Hälfte“ noch einiges an Geld herausgeholt.
Insgesamt war unser Aufenthalt dort leider sehr kurz (wir sind schließlich mit dem Bus gefahren und haben dadurch viel Zeit verloren) und ich hatte das Gefühl, dass ich das Inselchen gerne genauer unter die Lupe nehmen würde. Zum Schluss besuchten wir noch die Einweihungmesse der Kathedrale, wo sich Unmengen an Touristen tummelten und ein „Bischof“ (das orthodoxe Äquivalent) mit mieser Laune den Weihrauch schwang. Bei der Rückfahrt mit dem Schiff (diesmal waren wir schnell genug!) stellte sich heraus, dass  ein Аквабус (Aquabus – eines der Schiffe) kaputt ist und deswegen nur halb so viele Leute mitfahren konnten und die Fahrt zweieinhalb Stunden in Anspruch nahm. Nicht zu vergessen das unser Kapitän zu tief in die Flasche geschaut hat und wir beinahe mit einem Tanker (oder etwas ähnlichem) und einem Bauschiff zusammengekracht wären. Die ewige Verspätung hatte zumindest das Gute, dass ich den Sonnenuntergang vom Schiff aus genießen konnte!

Kulinarisches

Die letzte Woche bot auch einiges an frischen Entdeckungen, als ich wieder mal mit verschiedenen Cliquen unterwegs war. Zum einen habe ich dadurch eine recht gute Pizzeria (Ollis) entdeckt. Zum anderen war ich in einem spannenden Kunstcafe (этажи) mit Terrasse. (Wo uns Tauben die Laune vermiesten und wir deshalb hinein flüchteten.) Shawarma stand ebenfalls auf der Speisekarte und durch viel frischen Zwiebel hatte ich auch länger was davon, lecker war’s trotzdem. Unser Abschiedsabend fand beim Aserbaidschaner statt, wo wir gemeinsam gesungen haben, tanzten und Spaß hatten. Was den Abschied am nächsten Tag umso schwerer machte… 🙁

Kunst

Ständig umgeben von Leuten die malten, zeichneten,… überkam es mich einmal und ich zückte im таврический сад (Taurischer Garten) meinen karierten Block und einen Kuli – nicht das ideale Equipment aber manchmal muss man nehmen was man hat. Hier konnte ich der künstlerischen Luft dann nicht mehr widerstehen und es war eine spannende und entspannende Sache. Vielleicht poste ich später was ich geschaffen habe…
Das russische Museum hat es mir wie in Odessa auch schon sehr angetan, dagegen hatte die Ermitage einfach keine Chance!

Spaziergänge, Aktivitäten und Kreislaufkollaps

Nach dem Blockade Museum schlenderten wir zum Smolniy Kloster (wo ich zwischendurch mein Kunstwerk erstellte), hatten an einem anderen Tag das Nachmittagsprogramm mit Bowling ausgefüllt – Ich war leider ziemlich zerstört an diesem Tag, da ich ein paar Tage zuvor beim Laufen nicht auf meinen Körper geachtet hatte und einen Kreislaufkollaps mit vielen Stunden mit Wärmeflasche und Tee im Bett verbrachte. – und gegen Ende der Woche erkundete ich alleine (alle Anderen waren Bücher, etc. einkaufen) noch das Univiertel auf der Стрелка („Spitze“).

Viele nette und interessante Bekanntschaften

Leider ist der Kontakt mit den Russinnen sehr rar, da wir alle viel zu tun haben und außerdem noch die Zeitverschiebung hinzukommt. Ich bemühe mich allerdings immer wieder mal mit ihnen zu schreiben. Leichter ist es natürlich für uns in Österreich, wir sind ja wirklich ein kleines Land. 😉 So trafen wir uns kürzlich, weil russischer Besuch da war (ein paar Russinnen studieren in Deutschland) oder ich habe den Fotomarathon gemeinsam mit einer motivierten Freundin bestritten. Auch einen Physiker durfte ich kennenlernen und habe ihn natürlich gleich über seinen Werdegang ausgefragt…

Alles in allem eine super Zeit

Ich möchte mich gerne bei der Organisatorin bedanken, die das Ganze wirklich toll hinbekommen und uns einen unvergesslichen Aufenthalt ermöglicht hat. Ich vermisse alle Kolleginnen und Kollegen, wenn es auch nur drei Wochen waren, so waren wir ständig zusammen und konnten uns so kennenlernen, dass ich das Gefühl hatte, dass wir uns bereits mehrere Monate kennen…

PS: Der Text ist vielleicht nicht sehr gelungen, ich hatte ziemlich starke Kopfschmerzen, wollte euch aber nicht im Stich lassen!

2012 01 – Sofia (Bulgarien)

Nicht nur wir machen Geburtstagsreisen… Ich hatte das Vergnügen meinen Vater mit seinen Freunden nach Sofia zu begleiten. Das Geburtstagskind ludt alle (und mein Vater mich) auf den Flug nach Sofia ein. Wir verbrachten dort ein eisiges Wochenende und nahmen das Wetter später nach Wien mit…

[spoiler]Mit Flyniki hoben wir von Schwechat ab. Das freundliche Personal sowie die gute Verpflegung erinnerten mich stark an meinen ersten Flug Richtung Odessa. Jung-dynamische Uniformen und ein Logo/Name, dessen Sinn sich mir nicht sofort erschloss geben ein stimmiges Bild ab. („Die Fliege Niki“ frei auf Deutsch übersetzt, da macht auch das Pictogramm Sinn…)  Die Verpflegung ließ keine Wünsche offen, uns wurden sogar 2x Getränke angeboten und die Ansage am Anfang übernahm Niki persönlich (wenn auch nur auf Deutsch ;)). Selten guter Service!

 Eine Wand voller „Stars“

Untergebracht waren wir im Hotel Jasmin, welches sich außerhalb des Stadtzentrums befindet dafür aber gut ausgestattet war. Laut der Autogrammwand weilten hier Action Stars wie: Bud Spencer, Wesley Snipes, Steven Seagal, Jean Claude Van Damme und noch ein paar andere. Sauber, üppiges Frühstück, einziges Manko, die Entfernung zum Stadtzentrum. Taxifahren ist aber auch nicht wirklich teuer, selbst wenn man in der Gegend herumkutschiert wird.

Ordentliche Gerichte

Wie erwartet relativ fettige und üppige Speisen. Am Geburtstagsabend haben wir ordentlich getafelt (im Essenszeit(?)), wobei die riesige Vorspeisenplatte eigentlich schon genug gewesen wäre. Nicht nur genug sondern ich fand sie auch 10x besser. Fleisch und Co. waren meist eher zäh/trocken, fett oder hatten einen seltsamen Geschmack. (Außerdem bin ich ja nicht wirklich ein Fleischtiger) Das frische selbstgebackene Brot hingegen war ein Traum! Die Vorspeise bestand aus sehr guten Aufstrichen, eingelegten Paprika und zwischendurch wurde eine köstliche überbackene Melanzani gereicht… Danach war ich schon im siebten Himmel, das können sie wirklich gut! (Nachher kostete ich mich natürlich trotzdem noch durch die diversen Fleischsorten, war aber wirklich nix für mich)

Eiskalte Ausflüge

Wirklich warm wars nicht, Minusgrade im zweistelligen Bereich und eine verschneite Stadt. Das was ich ihn Wien vermisst hatte (Schnee) gab es hier zu hauf (deshalb nahm ich gleich ein bisschen mit ;)). Wir erkundeten ein bisschen Sofia, was sich durch die Kälte natürlich eher zu einem kürzerem Vergnügen entwickelte. Einen Tag verbrachten wir zur Hälfte in einem gemieteten Kleinbus um ein berühmtes Kloster sowie einen „Technik-Geschichtssammler“ zu besuchen. Insgesamt ein gelungenes Wochenende, wenn auch (ungewohnt) eher gemütlicher.

Witze und Zankereien

Als „Fremdkörper“ konnte ich mich relativ gut in die Gruppe integrieren, wobei ich mehr soetwas wie ein stiller Beobachter war. So bekam ich aber auch relativ viel mit, wie mein Leben aussehen könnte, wenn ich circa doppelt so alt bin wie jetzt (ich weiß, dass ich hier schmeichle :D) Gruppendynamisch gibt es jedenfalls keinen Unterschied zu meinem üblichen Umfeld.
Ich bin leider ein schlechter Witzeerzähler, in der Gruppe waren allerdings zwei, die alles mögliche von inkorrekt bis witzig zum Besten gaben (hier ein paar Schmankerl):

  • Kommt ein Mann in den Himmel. Nach einiger Zeit hat er Hunger. Petrus gibt ihm ein Butterbrot. „Das ist alles?“ fragt der Mann. Petrus – „Was glaubst? Für zwei koch ich nicht“
  • Frau beim Frauenarzt: „Herr Doktor, ich habe einen Knoten in der Brust“
    Arzt: „Wer macht denn sowas?“
  • Triple A – Ausbildung, Abschluss, AMS
  • Was habt ihr gegen Beamten? Die tun doch nichts.
  • Was sollen die Frauen hinterm Herd? Da haben sie doch keinen Platz.

Komfort und Heimreise

Auch wenn die Bedienung nicht immer zuvorkommend war (wir durften z.B. einen Sessel aus einen anderen Raum selber rübertragen, egal aber bei uns eher selten der Fall) so gab es fast überall gratis W-LAN und ich fühlte mich, nicht so wie in Prag, dass man aufpassen muss, dass sie einem übers Ohr hauen wollen…
Der Heimflug verzögerte sich eine halbe Ewigkeit und so verbrachten wir Stunden am Flughafen. Das ist echt langweilig, vor allem wenn man nicht weiß, wann der Flieger nachhause geht…

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