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2016 1030 bis 1101 – Macao

Als Fortsetzung unserer Reise haben wir die Fähre nach Macao genommen um uns einen Kurzbesuch in Macao zu genehmigen. Eine sehr kontrastreiche Stadt…

Gleich nach der Ankunft ist uns die angenehmere Hitze mit weniger Feuchtigkeit aufgefallen, gewissermaßen eine Erholung von Hongkongs Smog und Schwüle und eine Pause für das, was uns bei der nächsten Etappe bevorsteht. Sofort fällt uns die Casino-Madness auf, die sich in der Nähe unseres Hotels (Sintra) darbietet, dabei waren wir noch nicht einmal auf der Casino-Insel! (Wo übrigens von einigen Hotels ein kostenloser Taxi-Bus hinfährt) Da Macao weniger EinwohnerInnen auf mehr Platz hat, war auch das Hotelzimmer um einiges geräumiger und diesmal hatten wir auch ein Frühstücksbuffet, da auch Platz für ein Restaurant im Hotel war.

Bei der Erkundung der Stadt mischen sich die Kolonialbauten mit den chinesischen Plattenbauten, ein gewisses Gefühl in Lissabon zu sein erschließt sich aber es mutet sehr seltsam an, es sind die kleinen Details, die die gewohnte Atmospäre makaber gestalten. Neben der komplett anderen Belegschaft natürlich. Sauberer und frischer ist die Luft auf alle Fälle, da hier Mopeds statt Autos die, teils engen, Gassen bzw. Straßen regieren. Kulturell gibt es hier mehr zu sehen, da vieles erhalten ist, von diversen Anwesen bis hin zu Gärten und natürlich wieder ein paar schöne und faszinierende Tempel.

Eines, was vor allem hier nicht zu finden ist, ist eine gute Pastel de Nata. Es gibt diese zwar, sie schmecken aber leider nicht… Dafür wird in so genannten Pastelarien eine Art getrocknetes Fleisch angeboten. Alles in allem war Macao aber eher unspektakulär, der Ausflug in die Casino-Hotels der Insel der Spielhöllen hat uns nur ungläubig die Köpfe schütteln lassen. Eine Frage, die sich vor allem stellt: Wie können so viele riesige Hotels mit Gästen gefüllt werden? Abgesehen von den vielen Tischen in den ganzen Casinos. Wer kauft in den unzähligen Konsumtempeln ein, die ebenfalls dort zu finden sind? Warum wir ungläubig waren? Ernsthaft? Venedig innerhalb eines Hotels mit künstlichem Himmel und Gondolieros, der Eiffelturm draußen, ein Riesenrad in einem Hotel integriert…

2016 1026 bis 1030 – Hongkong

Schon ewig schiebe ich diesen Reisebericht vor mir her… Ich war fasziniert und angetan von dieser Stadt voller Leben, Technologie, Menschen, Lebenseinstellung, Kultur,… Ich habe und hatte bisher Angst, diese Erfahrung nicht würdigend genug in Worte fassen zu können, so gerne erinnere ich mich doch an die Faszination zurück und sehne mich nach der Atmosphäre von Tradition, Spiritualität und Technologie!

Schon kurze Zeit nach dem Verlassen des Flugzeugs (um einiges angenehmer: der 10:20 Stunden Direktflug) wird klar, dass ähnlich wie in Tokio/Japan, die Technologie hier eine große Triebkraft hat. Viele Menschen auf engem Raum und hohe Häuse mit kleinen Hotelzimmern, erinnern stark an die letzte Asienreise. Ein großer Unterschied jedoch: jede Menge Autos, nicht etwa elektrifiziert, sondern Verbrennungsmotoren! Ein großes Manko, denn hier hat man an so mancher Stelle mit Schwindel, Atemnot oder zumindest Kopfschmerzen zu rechnen… Außerdem weniger laut, knallig und irritierend!

Nach einer kurzen Rast im Hotel erkundeten wir gleich ein wenig die Stadt und ich kam aus dem Staunen nicht hinaus: Straßenrampen „kreuz und quer“, rauf und runten, Fußgänger Übergänge (hauptsächlich in Central), die zum Teil das gehen auf der Straße ersetzten (und Konsumtempel mit Banken und vielem mehr verbinden) und Hochhäuser soweit das Auge reicht. Nicht nur die Größe, sondern auch die schiere Anzahl an Flagship-Stores ist beeindruckend (Autohersteller, Smartphone-,…), teilweise leistet sich so mancher Prestige-reiche Hersteller sogar mehrere davon. Konsumgesellschaft? Kapitalismus in Reinform? Hauptbeschäftigung: einkaufen? Zumindest bleibt das Gefühl, dass die Steuern in die richtigen Ecken fließen, die Öffis sind gut durchdacht und auch zu Stoßzeiten erstaunlich gut unter Kontrolle.

Die Stadt, ein ständiges Gewusel, stickig, viele Menschen und hin und wieder übler Kloakengeruch. Wie in Tokyo war die Zeit zu knapp um fotografier-technisch alles auszukosten, die Motivation ist allerdings gestiegen (vor allem in Sachen Street-/People-Fotografie), es ergaben sich viele interessante Szenen.
Doch auch abseits der Häuserschluchten (im „Dschungel“, ja es gibt dort auch Natur!) hätte es noch einiges zu erleben gegeben, dass wir nicht erforschen konnten.

Kulinarisch waren dafür genug Experimente dabei, die bis auf eine Ausnahme gar nicht schlecht waren. Wirklich gut fanden wir den scharfen Gurken-Salat (mit viel Knoblauch) und die tollen Variationen an Dim Sum. Preislich ist es schwierig gewesen, wir sind teilweise sehr günstig in mehr oder minder Garküchen und einheimischen Lokalen durchgekommen, haben allerdings auch normale europäische Preise bei Restaurant-Ketten und teils sehr viel in Restaurants bezahlt. Wobei mehr nicht unbedingt besser bedeutete.

Apropos Einheimischenlokale, man sollte annehmen, dass man in Hongkong mit Englisch sehr weit kommt, da ehemals unter Britischer Herrschaft, allerdings mussten wir uns der Hände und Füße bedienen und waren der Freundlichkeit sowie Geduld der Einheimischen ausgeliefert, die uns weiterzuhelfen versuchten und meist auch schafften!

Eine erwähnungswerte Sache ist die octopus card. Wir nutzten diese zwar nur für die Öffis aber man kann (vor allem wegen der oft fehlenden Möglichkeit bargeldlos zu zahlen) Sie an vielen Orten und Stellen auch zum Zahlen verwenden. Mit 500 HK$ pro Nase und Tag sind wir ganz gut durchgekommen, haben uns aber auch keinem Luxus hingegeben! Der etwa zwei stündige Aufstieg zum Big Buddha auf Lantau (statt mit der Seilbahn zu fahren) hat sich sicher positiv auf das Börsel ausgewirkt wie auch der Abstieg zu Fuß vom Victoria peak.

Was den Dschungel (diesmal sind die Häuserschluchten gemeint) angeht: ohne GPS, Karte und Navi wäre vieles teilweise nicht möglich gewesen. Gott sei Dank hatte ich noch einen alten Vertrag und telefonieren und vor allem Datenvolumen „like home“! So war es auch mit Bus und Tram einfacher. Vor allem wenn man den Ausgang aus der U-Bahn schon vorher kannte.

Was bleibt ist: die Faszination für die Kultur (auch Peoples religion/Buddhismus) und nicht nur ein Film (Dokumentationen oder Spielfilme) von und über China bzw. Hongkong hat meine Freizeit verschönert; ein unglaublicher Einblick in die Teekultur, Teehäuser sind das, was uns fehlt, mehr Gemütlichkeit, weniger Stress und free-refill; das Geruchsgedächtnis an Räucherstäbchen überall vor Häusern und in den Tempeln; Kondensat, das auf den Gehsteig und vor allem einem selbst tropft und öffentliche Toiletten (?)

PS: zum ersten mal im Disney Land war auch eine nette Erfahrung!

Pasta – selbstgemacht

Zu meinem Geburtstag habe ich nicht nur Zeichenbücher, sondern auch eine Pastamaschine bekommen und dazu kann ich nur sagen: Weltklasse! Kein vergleich zu fertig gekauften Nudeln!

Auf meinen Dienstreisen in die Reggio Emilia war ich nicht nur extrem begeistert vom Geschmack des Parmesans und Balsamico Essigs sondern vor allem musste ich immer von der Pasta schwärmen, die in der Trattoria nahe dem Werk, wo wir waren aufgetischt wurde. Einfach Nudeln in Butter geschwenkt mit etwas geraspelter Trüffel darüber i voila ein perfektes Essen. Das wollte ich auch, deshalb habe ich mir gedacht, es ist an der Zeit eigene Pasta herzustellen. Der Teig ist denkbar einfach: 50% Grieß, 50% glattes Mehl und ca. 1 Ei pro 100G der obigen Mischung. Das Ganze Verkneten und bei Bedarf mehr Mehl bzw. Wasser hinzugeben bis ein fester, nicht klebriger Teig entstanden ist. Dies und der Rest steht in der Anleitung der Marcato Atlas 150.

Experimente mit Vollkornteig sind bis jetzt nicht so gut gelaufen, ich werde aber weiter versuchen und, falls ich das perfekte Rezept gefunden habe davon berichten.

Bei meinem Set war außerdem eine „Raviolinimaschine“, die bereits einmal im Einsatz war und wie erhofft unvergesslichen Genuss hervorrief (ja, die Füllung war sehr würzig :)), dabei. Nachdem ich ein kleines Platzproblem hatte (siehe Bild mit einem Haufen voll Teig), hab ich mir mittlerweile auch den Trockner bestellt und muss sagen, dass dieser ein wirklich nützliches Zubehör ist.

Ich freue mich schon auf die nächste Mahlzeit!

2014 0514-0518 Japan – Kyushu/Fukuoka

In Fukuoka hatte ich ziemlich viel Zeit mich umzusehen, mich meiner Kamera zu widmen sowie Kultur, Land und Leute „aufzusaugen“. Ich konnte ein wenig mehr in die Kulinarik eintauchen und hatte auch das Vergnügen ein paar interessante oder durchaus kuriose Schauplätze zu besichtigen…

In Fukuoka spielte das Wetter leider nicht gleich mit und es gab immer wieder Sprühregen von allen Seiten. Blöd nur wenn der Himmel dann komplett aufreißt und man vor Hitze alles außer das T-Shirt auszieht und die Sonnencreme im Hotel hat. Der Sonnenbrand war unangenehm aber gottseidank nicht so schlimm und schnell wieder weg.

Kulinarik

Tagsüber habe ich mich von Snacks auf der Straße, aus dem Supermarkt oder einer Markthalle ernährt – abends sind wir dann meist bei einem Straßenstand „local food“ genießen gewesen. Die erste Speise in Fukuoka waren Donuts, nicht sehr geistreich aber wir hatten Hunger und es war am Weg zum Hotel nichts anderes essbares zu finden. Am Abend hatten wir dafür exzellente Ramen mit sehr gut gewürzten Gyoza.

Kultur und Bauwerke

Neben der Erkundung der Stadt (diverse Tempel, Ruinen usw.) haben wir noch eine Insel angesteuert wo wir endlos maschierten und erst spät heimkehrten. Zen-Gärten machten sich leider etwas rar, davon hätte ich mir ein wenig mehr zu sehen erhofft. Am letzten Tag fuhren wir noch einmal mit dem Shinkansen und besuchten Kumamoto, wo wir uns die restaurierte Burg genehmigten. Nach einer gewissen Zeit verloren die Tempel ihren Reiz (genauso wie die Moscheen in Istanbul oder katholische Kirchen) und auch (oft angeschlossenen) Friedhöfe waren irgendwann nichts neues mehr. Dafür stimmt mich eine Sache die ich öfter gesehen habe traurig – die Armut, immer wieder sah ich Menschen unter Planen oder in anderen Miseren leben.

 

2014 08 – Kurztrip nach Ungarn

Hier sollte eigentlich ein Artikel über eine Sprachwanderung in die Karpaten stehen, doch diese habe ich nie erreicht. Lachesis Netz hat mich zurückgehalten…

Vorgeschichte »

Vorletzte Woche Donnerstag Nachmittag ereilte mich ein Anruf „bist du auch schon im Zug?“ Zu dieser Zeit war ich allerdings nicht einmal in der Nähe von Meidling, von wo die Reise starten sollte. „Um 18:40 fährt der Zug von Budapest weiter, vielleicht holst du uns ein!“ Es war 14:00 und ich war erstmal perplex. Die Abfahrt sollte doch erst morgen sein?

Wie ich so bin denke ich: nichts ist unmöglich und mache mich auf den Weg meine Sachen zu holen. Einiges hatte ich schon vorbereitet, einiges würde ich vergessen. Also trat ich mit hohen Stresspegel den Weg nach Hause an und suchte nach Möglichkeiten rechtzeitig in Budapest zu sein. (nebenbei bemerkt: 35% Akku) fliegen, Zug, Bus,..? Google zeigte mir alles mögliche aber nur wenig passendes. Schließlich auf der Seite www.mitfahrgelegenheit.at wurde ich fündig. Nach kurzem Telefonat war vereinbart, dass wir uns um 15:30 treffen würden. Mein Rucksack war schneller gepackt als der KAZ3 beim Bundesheer, jedoch alles Kreuz und quer und voluminös. Egal, das Taxi wartete um mich zum Treffpunkt zu bringen (es hat leider wegen des hohen Verkehrsaufkommens nicht viel gebracht aber immerhin ein paar Minuten) etwas verspätet saßen wir zu fünft in einem Mercedes am Weg nach Budapest. Etwa bei Schwechat fand ich bei der Recherche, zu welchem Bahnhof ich müsse heraus, dass mein Ziel-Zug vorverlegt wurde – um eine Stunde. Somit keine Chance mehr diesen zu erwischen. Was gibt es für Alternativen? 19:23 mit mehrmals umsteigen. Gut den versuche ich. Leider haben mir ein Unfall auf der Autobahn und der Budapester Stadtverkehr einen Strich durch die Rechnung gemacht. (Außerdem wusste ich nicht einmal ob ich mitfahren hätte können oder nicht, da Reservierungspflicht für den ersten Zug bestand.) Gut dann wird es halt ein Wochenende in Budapest. Man muss das beste aus seiner Situation machen.

Ich war erst einmal planlos und suchte auf Hostelworld nach einer Bleibe. (Die Roaming-Kosten sind sowieso schon durch Kontakt mit der Organisation der Wanderung in die Höhe geschossen) Doch am Handy vor Ort ist das nicht mehr so einfach wie am PC daheim. Glücklicherweise habe ich einfach ein paar holländische Rucksack Touristen angesprochen (es war gerade das Sziget Festival) und bin mit ihnen zu ihrem Hotel (ein altes Studentenheim auf einem Hügel mit toller Aussicht) gegangen, das sogar noch ein Zimmer frei hatte. (Dies wäre vom Komfort her eine viel bessere bleibe gewesen,… mehr siehe weiter unten)

Hier habe ich erst einmal meinen Rucksack vernünftig gepackt und festgestellt, dass ich 2 shirts zuviel aber meine Sonnenbrille zu wenig und auch keinen Pullover mithatte. Danach bekam ich noch einen Anruf mit einem letzten Strohhalm: Zug um 22:23. Ich checkte (problemlos und ohne Kosten) sofort aus, besorgte mir Proviant für die Fahrt und ab zum Bahnhof – Wo der Auslandsreise-Schalter leider bereits geschlossen hatte. Ich war zu dem Zeitpunkt schon zu groggy um den Hinweis der Organisatorin zu schnallen, doch einfach bis zum inländischen Grenzbahnhof zu fahren. Bin deshalb zum anderen Bahnhof nur um festzustellen, dass dort beim Auslandsreise-Schalter eine mega- Warteschlange steht. Wieder zurück um festzustellen, dass da kein Zug ist, der um 22:23 fährt, einer zum gewünschten Ziel ist um 22:13 weggefahren… Damit war es definitiv, ich habe den Wink des Schicksals verstanden und wollte nur noch duschen (Stress- und Hitzeschweiß auf der Haut) und ins Bett. Das erstbeste Hostel war voll, nach kurzer Verhandlung konnte ich mit Isomatte und Schlafsack am Boden rasten. Die Dusche die ich davor noch nahm (musste mir sogar ein Handtuch mieten) war wie ein Milchbad für Kleopatra…

Da lag ich um 4 Uhr putzmunter, als die ersten Party-Bienen zurückkamen. Es war noch finster draußen und um 5 Uhr packte ich mich zusammen und organisierte mir einen Kasten. Um zehn vor sechs startete ich mein Sightseeing. Eine wirklich sehr schöne Märchenstadt und auch viele junge Leute, die von dem was Budapest zu bieten hat angezogen werden. Einzig störend ist der allgegenwärtige Straßenlärm und der Dichte Verkehr zur Stoßzeit.

Wenn man zu den richtigen Lokalen geht kann man sich günstig und gut mit Nahrung versorgen. Meine Tante, ihreszeichen Ungarin, hat mir gesagt, dass 7-8€ für Suppe, Hauptspeise und Getränk normal und okay ist. Leider habe ich nicht wirklich etwas um diesen Preis gefunden, mich aber an der Supermarktkost gelabt und kam dadurch noch günstiger weg.

Auffällig ist, dass sehr viele HolländerInnen und Rucksack- TouristInnen hier urlauben. Vielleicht lag dies auch einfach nur am Sziget Festival, das an diesem Wochenende stattfand. In der Früh war es angenehm kühl, tagsüber ziemlich heiß und am Abend schwankte ich alle paar Meter zwischen T-Shirt und Jacke. Generell hatte ich aber sehr angenehmes, sonniges und schönes Wetter. Nach 9h auf den Beinen war ich (auch wegen der ersten schlaflosen Nacht) K.O. und machte am Nachmittag ein zweistündiges Powernap. Ging gut, da niemand in meinem Zimmer herumkramte, quatschte usw.

Eine sehr interessante und noch nie dagewesene Situation war, dass ich an einem Ort ohne Rückfahrticket, Sightsseingbedurfnissen oder sonstige Pläne war. Diese Form von Freiheit war sehr erfrischend und unglaublich erholsam für die Seele.

Die Menschen sind hilfsbereit und mit Englisch kommt man ganz gut weiter. Allerdings sind die RadfahrerInnen furchtbar; in Wien vergleichsweise zivilisiert. Hier düsen die Bikes mit hohen Geschwindigkeiten fast rücksichtslos durch die Menschenmassen auf Gehsteigen, in FußgängerInnenZonen, usw.

Als krönenden Abschluss habe ich noch meinen Onkel am nördlichen Balatonufer besucht und dort eineinhalb Tage verbracht. Hier konnte ich mehr in Richtung ungarische Kost probieren und fühlte mich so, als wenn ich am Mittelmeer gewesen wäre. Der Plattensee ist farblich wunderschön türkis und hat ein angenehmes Klima. Hinein bin ich aber nicht gegangen, da ich schlammige Steppenseen nicht wirklich brauche.

Als einzigartige Erfahrung haben mich meine Gastgeber noch mit zu einem riesigen Flohmarkt genommen, wo Leute von weit her anreisen um einzukaufen. Ich habe erfahren, dass die Bevölkerung meist second hand oder Vorsaisonware kauft, da Neuware unleistbar ist. Deswegen halten sich Geschäfte, die letzteres verkaufen auch kaum. Dafür gibt es ganze Zentren voll von second hand Läden.
Es war wirklich ein gelungener Ersatz für meine verpasste Reise und ich werde sicher mal wieder vorbeischauen!

2013 11 – Istanbul

Die Reise in den Orient beginnt mit einem tollen Frühstück in der Turkish Airways mit Börek, Oliven und Blattspinat und mit 5 müden Gesichtern…

Ich/wir haben versucht kulinarisch ziemlich viel zu testen, auffallend ist auf alle Fälle, dass es zumindest in Restaurants hauptsächlich Kost mit Fleisch gab. Interessanterweise habe ich Speisen wiedererkannt, die ich aus anderen Küchen kenne. Zum Beispiel Manti (usbekisch) oder Lawasch (in Odessa gegessen). In fast jedem Restaurant gab es eine Tagessuppe und diese war fast immer eine Linsensuppe, die teilweise vom Geschmack her ähnlich dem indischen war. Das turkish moussaka war allerdings etwas ganz anderes, mehr Richtung Eintopf als sein griechisches Pendant. Ausgezeichnet aber auch sehr sättigend war der Chai Salep, ein Geschmack ähnlich wie „Grießkochmilch“ mit Zimt. Allgegenwärtig (in Süßspeisen, teilweise auch in Kebab) sind Pistazien einer uns nicht wirklich geläufigen aber ausgezeichneten Sorte. Diese konnten wir am Gewürzmarkt verkosten, neben einigen anderen Dingen (zum Beispiel echten türkischen Honig) auch. Dort haben wir uns natürlich mit Tee und Gewürzen eingedeckt. Mit dabei war bei mir auch ein schweine-teurer Safrantee.

Öffentliche Verkehrsanbindung und Stadtbild

Die Verkehrsanbindung ist schon vom Flughafen an sehr gut und die modernen neuen Straßenbahngarnituren geräumig und komfortabel. Auch ist die Disziplin der Fahrgäste sehr hoch, es ist sehr leise, alten Menschen wird sofort ein Sitzplatz frei gemacht,… Es gibt ein Ticket – „Istanbul Kart“ – das man auch für mehrere Personen nutzen kann (was wir leider zu spät erkannt haben), womit man sehr bequem mit den Öffis unterwegs ist. Auf dem Weg zum Hotel haben wir einiges gesehen und die Stadt wirkt eigentlich recht wohlhabend. Die Straßen sind mit Unmengen an kleinen Geschäften übersäht. Allerdings ist die Größe Istanbuls nicht so leicht zu erfassen und wie so oft ist wahrscheinlich an unseren Routen viel Renovierungsarbeit passiert.

Unterbringung und Kulinarisches

Untergebracht haben wir uns im Hotel Medcezir neben Sultanahmed und konnten Hagia Sophia und die blaue Moschee von der Dachterrasse aus aus nächster Nähe bestaunen. (Natürlich war auch der Fußweg dorthin ein Katzensprung.)

Auf der Straße gab es ein Angebot an (mehr oder weniger) frischen Produkten. Frisch gepressten Granatapfelsaft, Sesamkringel und Maroni, die entweder nicht ganz durch und verkohlt oder einfach so nicht gut waren. Der frisch gepresste Saft hat meinen FreundInnen gut geschmeckt, mir war er allerdings zu bitter. Als erste Mahlzeit, eher ein Snack, gönnten wir uns Kebab in Lawasch. War wirklich lecker. Diese Art von Fladenbrot kannte ich aus Odessa, wo mir meine Gastmutter ein paar Mal Lawasch mit Spinat-Schafkäsefüllung zubereitet hat.

Zu trinken gibt es meist die Auswahl zwischen Apfeltee (sehr süß und wahrscheinlich meist aus einem Sirup/Konzentrat aufgegossen) oder türkischen Schwarztee sowie Kaffee mit Sud. Am Frühstücksbuffet habe ich mich an Marmelade mit ganzen Früchten erfreut (Beerenmarmelade, sehr süß, sowie ich sie auf Odessa auch schon kannte)

Von Menschen und Märkten

Die Menschen in Restaurants und Geschäften sind alle sehr freundlich, man kann sich allerdings nie sicher sein ob man nicht über den Tisch gezogen wird. Preisverhandlungen bei Tee sind auf alle Fälle immer Pflicht, wenn man etwas kaufen will. Außerdem fielen mir jede Menge streunende Katzen auf, die allerdings trotzdem ein gutes Leben haben dürften und von den EinwohnerInnen mit Speis und Trank versorgt werden.

Überrascht haben mich die Märkte/Basare. So ein wildes Getümmel, Geschrei oder Gedränge wie ich dies aus „dem Osten“ kenne war nicht vorzufinden. Vielmehr Ruhe, Ordnung und Geselligkeit. Ein richtiges kleines Ökosystem mit Teebrauereien und Futterzubereitungsstätten, die die Geschäftigen mit Nahrung und deren KundInnen mit Tee versorgten. Wie überall allerdings gab es jede Menge Ramsch und Gewand zu kaufen. Verhandeln muss man geschickt, ich hasse es und mache es nicht gerne. Als Tourist kann man schon auf 20% des erstgenannten Preises runterhandeln (und zahlt damit sicher auch noch jede Menge mehr ;)). Starten sollte man auf jeden Fall niedrig aber nicht zu frech. Man sollte auch immer vorsichtig sein was man sagt, denn viele Türken (man sieht nur sehr wenige Frauen – vor allem Nachts – auf der Straße oder in Geschäften als Verkäuferinnen) können Deutsch, weil sie ein paar Jahre in Deutschland waren. Auch mit Englisch kommt man in Istanbul weiter, was mich echt überrascht hat, vielleicht liegt es auch daran, dass diese Stadt international bzw. offen ist. „My friend“ bekommt man sehr oft zu hören.

Imposante Gotteshäuser

Jedes Mal wenn eine Moschee majestätisch in mein Blickfeld rückte war ich ziemlich ergriffen und beeindruckt. Ich weiß nicht woran es lag aber es sind schon sehr faszinierende Gebäude. Das einzig gewöhnungsbedürftige ist wenn die Lautsprecher auf den Minaretten zum Gebet erschallen. (Bereits um 05:30 ging es los) Architektonisch war der Trip mit wenigen Ausnahmen eher unauffällig, vielleicht stechen die Gebets-Paläste deshalb so ins Auge. Eine andere Atmosphäre hat man trotzdem, vielleicht liegt das am allgegenwärtigen Handel. Man kann sich nicht einmal umdrehen und dabei kein Geschäft erblicken. Dies gilt natürlich nur für die Altstadt. Obwohl die Stadt eine große Bevölkerung hat, ist es nicht so bedrückend wie St. Petersburg oder Kiew, die Häuser sind eher niedrig und der Großstadtstress war unsichtbar.

Kultur

Wenn man sich mehrere Attraktionen anschauen will, so sollte man auf die Museumskart zurückgreifen. Diese ist nicht nur praktisch (man muss sich nicht einmal anstellen, da man diese auch bei Automaten kaufen kann) sondern man kann auch die „fast lane“ bei den Eintritten in die Museen verwenden. Der Topkapi Palast war bis auf die Aussicht nicht besonders spannend. Leider wurde vor langer Zeit viel geplündert, sodass nur noch bunte Fliesen, Ornamente und die schöne Aussicht bleiben. Das bisschen Glitzer, dass noch übrig ist kann leider nicht den Prunk und das Gefühl vermitteln, wie es einst war.

Auch den berüchtigten Taksim Platz haben wir eines Abends besucht und sind dann entlang einer Einkaufsstraße flaniert, wo es neben vielen Restaurants in den Seitengassen auch Wasserpfeifenlokale gab – in einem haben wir den Abend ausklingen lassen. Spätestens da konnte ich die Seele der Stadt etwas besser kennenlernen, da in den ersten Tagen das straffe Programm doch etwas wenig davon preisgab.

Die asiatische Seite haben wir leider nicht erkundet, wir sind allerdings (wie immer bei schlechtem Wetter) den Posporus entlang bis fast zum schwarzen Meer gefahren.

Alles in allem ein wirklich interessanter Trip, wo es sicher noch viel zu entdecken gäbe.

Salsa und Guacamole

Letztens auf einem Spieleabend der Hit und auch sonst ein Duo, das zu zweit ganz gut harmoniert – vor allem mit Tortilla Chips aus der Casa Mexiko (Siebensterngasse 16, A-1070 Wien). Extra für euch gleich nochmal gekocht, damit es auch ein paar Fotos dazu gibt 🙂

Zutaten Salsa »

3/4 Zwiebel
10 Cherrytomaten (etwas mehr als Zwiebel)
Ordentlich Basilikumblätter, frisch
Salz und Pfeffer
Chilischoten

Zutaten Guacamole »

1/2 bis ganze Limette
1/4 ital. Knoblauchzehe
2 reife, weiche Avocados
1/4 Zwiebel
3-5 Cherry-Tomaten
6-8 Blätter frischer Basilikum
1-2 Chilischoten

Los geht es mit der Guacamole

Die Avocado halbieren, den Kern herauslösen und anschließend mit einem Löffel das Fruchtfleisch in eine Schüssel geben. Die halbe Limette hinzu ausquetschen und anschließend mit einer Gabel zu einen Avocado-Limetten-Brei zerdrücken. Zwiebel, Knoblauch, Chili und Tomaten möglichst klein und fein schneiden und den Basilikum hacken. Anschließend alles vermischen und mit Salz, Pfeffer und bei bedarf noch etwas Limette abschmecken.

Mit Zerkleinerei zur Salsa

Je feiner der Zwiebel desto besser, 1x1mm bis 2x2mm Würfel sind ideal, dafür braucht man ein scharfes Messer und Geduld. Mit dem Trick, die ersten Schnitte nicht zu komplettieren geht es einfacher (siehe Foto) – einfach die Wurzeln dranlassen, damit hält der Zwiebel länger zusammen. Auch die Tomaten und Chili möglichst klein schneiden. Den Basilikum hacken und anschließend alles vermischen. Nach ein paar Minuten ziehen das Wasser abseihen und auch ein wenig mit Drücken nachhelfen, denn zu flüssig schmeckt die Salsa nicht so gut.

Normalerweise nimmt man statt Basilikum Koreander, den habe ich aber nicht wirklich bekommen also einfach etwas Neues ausprobiert und ich mag diese Variante. Die Schärfe lässt sich ebenfalls ganz gut variieren, je nach Bedarf einfach mehr oder weniger Chili bzw. Pfefferoni beimengen.

Gutes Knabbern!

2014 01 – Zürich

Lang ist’s her, dass ich in der Schweiz war und die Erinnerung ist auch verblasst. Was aber auch nicht wirklich wichtig ist denn in Zürich war ich noch nie (soweit ich weiß). Ein sehr nettes Wochenende und allein wegen dem Käsefondue hat es sich schon ausgezahlt…

Vom Flair und der Architektur her ist es eine Stadt zum Wohlfühlen, hier ist von mordernen Bauten bis zu niedlichen kleinen Häusern und engen Gassen alles zu finden. Persönlich ist mir aufgefallen, dass es sehr viele spanische Lokale gibt und natürlich, dass es kein günstiges Pflaster ist. Von Seiten der Natur kann Zürich den Üetliberg und auch andere Hügelchen bieten und außerdem strömen zwei Flüsse durch die Stadt. Eine Rundfahrt im See wäre sicher schön gewesen, es war allerdings nicht besonders warm und die Sicht war auch nicht die Beste.

Den Winter begrüßen

Aus dem eiskalten schneelosen Wien sind wir in ein angenehmeres Klima über Null Grad geflohen und hatten sogar die Möglichkeit den Winter zu begrüßen. Im frischen Schnee sind wir auf den Üetliberg gestapft – auf einem eher abenteuerlichen Weg, allerdings stand im Reiseführer auch: alle Wege führen nach oben 😉 Um Mittag herum hatten wir eigentlich immer Sonne, die  sich am Nachmittag leider hinter den Wolken versteckte…

Gute Küche – Spesen sparen

Da unsere Hotelreservierung kein Frühstück beinhaltete haben wir in französischen Cafés den Tag begrüßt. (Was auch nur halb so teuer war wie das Buffet im Hotel.) Untergebracht waren wir übrigens im Ex-Industriegebiet, dass sich mit modernen Bauten in ein Szene-/Fortgehviertel entwickelt hat. Am ersten Abend gönnten wir uns nach der Anreise ein Käsefondue, wobei wir zu zweit mit einer Portion für eine Person schon reichlich gesättigt waren. Egal wo und egal wie klein, bezahlt hat immer die Kreditkarte, bei der man in den meisten Fällen vor der Bezahlung EUR wählen konnte und sich damit Spesen sparen konnte. Außerdem bleiben keine lästigen Valuten…

Fazit

Alles in allem war es ein super Kurzurlaub in einer netten Stadt. Als Touristen haben wir auch nicht wirklich was von der Ausländerfeindlichkeit mitbekommen, wobei man sagen muss, dass Zürich eine multi-kulti Stadt ist. Ich habe allerdings auch hier Geschichten gehört, die einem die Haare aufstellen. Es ist eine traurige Geschichte, was die Schweiz nicht umbedingt lebenswert für unsereins macht…

 

 

 

 

 

2013 1213-1215 – Nürnberg – Lebkuchenmania

Ich weiß garnicht mehr, wie es dazu kam, dass wir uns entschieden haben nach Nürnberg zu fahren, es war aber ein sehr feines Sponsionsgeschenk für mich und ST. Ich habe mich voll meiner Lebkuchen-Sucht hingegeben und außerdem gemerkt, dass die Nürnberger in Nürnberg besser schmecken…

Die Stadt war erfrischend anders, der Fachwerksbau versetzt einem zurück ins Mittelalter und die Pflastersteine tun das weitere. Die Statur der Häuser ist hoch aber schmal, dadurch wirken sie kleiner als sie sind. Die interessanten Fassaden laden dazu ein die Atmosphäre aufzusaugen und sich wohl zu fühlen. Von der Kaiserburg hat man sicher einen schönen Blick über die Stadt, doch war uns das Wetter mal wieder nicht hold. Mittlerweile bin ich (sind wir) das aber schon gewohnt… Die (fahrerInnen-lose) U-Bahn hat mich auch überzeugt, leider so teuer wie in Wien aber dafür schnell und angenehm um ans Ziel zu kommen.

Christkindlmarkt

Die Hauptattraktion: der Christkindlmarkt (der berühmt sein soll) war, bis auf das, dass einfach unmenschlich viele Menschen dort waren, nicht wirklich viel anders als die Märkte hierzulande. In dem Gedränge hatte ich auch nicht wirklich viel Chance vielleicht das ein oder andere Detail in Ruhe ausfindig zu machen, was aber ob der eher schlechten Lichtverhältnisse sowieso nicht besonders leicht zu erfassen gewesen wäre. Als ich bei einem dienstlichen Besuch über den Hauptplatz ging war es ein komisches Gefühl. Der Platz kahl und die Stadt menschenleer. Nur das schlechte Wetter und die tolle Atmosphäre sind geblieben.

Nürnberger Lebkuchen – Lebkuchen-Mania

Wo mein Herz (oder besser mein Magen) wirklich hängen geblieben ist, das ist der Lebkuchen. In Wien würde ich wahrscheinlich keine 70 € für Lebkuchen am Christkindlmarkt ausgeben aber es war jeden Euro wert. Jetzt auf meiner Dienstreise habe ich in ähnlichem Ausmaß zugeschlagen. Die Preise sind die gleichen, der Lebkuchen hoffentlich auch! Ich habe jedenfalls eine schier unendliche Vielfalt an Lebkuchen mit nach Hause genommen, eine Gaumenfreude nach der anderen, ich könnte eine Ode an die Freude verfassen…

Doch auch Nürnberger schmecken in Nürnberg besser. An diversen Standln gibt es Weckerl mit 3 Stück + Sauerkraut oder wie auch immer man sie gerne möchte. Eine Laugenbretzn darf natürlich auch nicht fehlen, obgleich sie mir doch ein wenig zu üppig war mit Butter und Rohschinken…

Geheimtipp: Hans im Glück Burgerlokal (http://hansimglueck-burgergrill.de)

Ich würde gerne mit mehr Zeit und bei schönerem Wetter noch einmal hier flanieren!

PS: auf der Heimreise haben wir noch zwei Stopps gemacht. Einen auf dem riesigen Reichsparteitagsgelände und danach noch kurz in Passau, ein ebenfalls nettes Städtchen.