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2016 04 – Berlin

Hmmm, was kann ich zu dieser Stadt sagen? Es ist nicht einfach… Das Wetter war kühl und nass (mit zumindest am letzten Tag einigermaßen Sonne) – schlechter als in unseren Breitengraden. Ich bin viel U-/S-Bahn gefahren und noch mehr zu Fuß gegangen. Was bemerkbar ist: Berlin wirkt nicht wie eine Großstadt…

Stationiert waren wir im Osten, gleich bei der S-Bahn Station Landsberger Allee. „Im Osten (nahezu nichts) schönes“. Wie im Westen auch ist Berlin hier sehr großzügig und weitläufig angelegt. Es hat den Charakter eines Vorortes oder größeren Dorfes, doch nur fast, denn überall findet man höhere Block-Wohnbauten (Plattenbauten bzw. Gemeindebau-ähnliche Kolosse), teils haben sich Architekten ausgelassen und versucht einen Block nicht als Block erscheinen zu lassen – manchmal mit mehr, meist mit weniger Erfolg – teils pflastern die Straßen wirklich nur schmucklose Blöcke. Auffallend ist, dass wie oben bereits erwähnt die Häuser oft weit voneinander entfernt stehen. Lediglich in manchen Grätzeln (vor allem Kreuzberg) kommt das Feeling einer kleinen Großstadtatmosphäre, wie beispielsweise in Wien, auf. Alte Bekannte wie die Backsteinbauten aus Hamburg trifft man genauso wie Erinnerungen an Nürnberg. Entweder kam es mir nur so vor oder es gibt (bis auf kleine 24h Geschäfte) zum Einkaufen nur Zentren.

Schlendert man so durch die Straßen fällt schnell auf, dass es unabhängig von der ehemaligen Besetzungszone und Vierteln viele Graffities gibt und alles ein wenig trostlos oder vielleicht sogar schmutzig wirkt. Grundsätzlich ist es allerdings sauber, nur gepflegt wirkt es einfach nicht, ein Beispiel: Kieswege in Parks sind nurmehr eingetretene Erde mit vielen Lacken (Pfützen). Wie groß Berlin ist merkt man wenn man bei Sonnenschein in die S-Bahn einsteigt und regen wieder rausgeht – nachdem man eine halbe Stunde gefahren ist. Auf der Karte sieht es nicht weit aus aber in der Realität sind es ganz schöne Strecken, die man zurücklegt. Fahrradfahren scheint in Berlin ganz gut zu funktionieren, zumindest die Infrastruktur ist vorhanden und ich habe jede Menge Leute zu Fahrrad beobachtet.

Es gibt sicher viel zu entdecken aber mir fehlt der Anreiz, vielleicht bräuchte ich jemand ansässigen. Was mir gefällt, ist, dass es sehr multikulturell zugeht und dadurch kulinarisch auch sicher viele Gaumenfreuden zu finden sind. Jedenfalls habe ich (dank Tripadvisor und einer halbe Stunde warten) einen der besten Döner Kebabs gegessen, die ich seit langem hatte – top! Auch ein Asia Take-away nähe unseres Stützpunktes bot exzellente Kost aus Vietnam und noch dazu sehr günstig.

Vielleicht besuche ich Berlin ja ein andermal und in Gesellschaft von jemanden, der mir die Schönheit und den Geist der Stadt besser zeigen kann!

2014 0514-0518 Japan – Kyushu/Fukuoka

In Fukuoka hatte ich ziemlich viel Zeit mich umzusehen, mich meiner Kamera zu widmen sowie Kultur, Land und Leute „aufzusaugen“. Ich konnte ein wenig mehr in die Kulinarik eintauchen und hatte auch das Vergnügen ein paar interessante oder durchaus kuriose Schauplätze zu besichtigen…

In Fukuoka spielte das Wetter leider nicht gleich mit und es gab immer wieder Sprühregen von allen Seiten. Blöd nur wenn der Himmel dann komplett aufreißt und man vor Hitze alles außer das T-Shirt auszieht und die Sonnencreme im Hotel hat. Der Sonnenbrand war unangenehm aber gottseidank nicht so schlimm und schnell wieder weg.

Kulinarik

Tagsüber habe ich mich von Snacks auf der Straße, aus dem Supermarkt oder einer Markthalle ernährt – abends sind wir dann meist bei einem Straßenstand „local food“ genießen gewesen. Die erste Speise in Fukuoka waren Donuts, nicht sehr geistreich aber wir hatten Hunger und es war am Weg zum Hotel nichts anderes essbares zu finden. Am Abend hatten wir dafür exzellente Ramen mit sehr gut gewürzten Gyoza.

Kultur und Bauwerke

Neben der Erkundung der Stadt (diverse Tempel, Ruinen usw.) haben wir noch eine Insel angesteuert wo wir endlos maschierten und erst spät heimkehrten. Zen-Gärten machten sich leider etwas rar, davon hätte ich mir ein wenig mehr zu sehen erhofft. Am letzten Tag fuhren wir noch einmal mit dem Shinkansen und besuchten Kumamoto, wo wir uns die restaurierte Burg genehmigten. Nach einer gewissen Zeit verloren die Tempel ihren Reiz (genauso wie die Moscheen in Istanbul oder katholische Kirchen) und auch (oft angeschlossenen) Friedhöfe waren irgendwann nichts neues mehr. Dafür stimmt mich eine Sache die ich öfter gesehen habe traurig – die Armut, immer wieder sah ich Menschen unter Planen oder in anderen Miseren leben.

 

2014 0511-0513 Japan – Tokio

Meine Freundin hatte beruflich in Japan zu tun und wir nutzten die Gelegenheit gleich für einen kurzen Urlaub. 7 Stunden Zeitverschiebung, elendslange Wartezeit bei der Einreise, Passkontrolle, Zoll und schließlich am Ticketschalter sowie ein Übernachtflug später konnten wir endlich in den NEX steigen und zu unserem Hotel fahren…

(Wo wir noch auf unser Zimmer warten mussten. Gegen einen Aufpreis etwas kürzer aber trotzdem noch lange genug.)

Der erste Eindruck

Der Weg vom Flughafen in die Stadt (wobei eigentlich nahezu überall besiedeltes Gebiet ist) führte uns durch Flora und Häuser im Mittelmeer Flair. Wo möglich waren Reisfelder angelegt die sich zwischen Häuser und Wäldchen quetschten. Die Stationen der Bahn waren oft eher verkommen und abgefuckt, die Züge dagegen modern und komfortabel. (Mit viel Beinfreiheit, da ein Zug nicht wendet sondern einfach die Sitze um 180° gedreht werden) Das Personal war in kommunistisch wirkende Uniformen gekleidet und hat jedes mal beim Verlassen eines Wagons eine Verbeugung durchgeführt. Neben den kleinen mediterranen Häusern (wobei die Dächer ein wenig anders als in Europa sind) konnte man noch die weniger idyllischen Hochspannungsleitungen bewundern, die sich überall hin und gut sichtbar ihren Weg bahnen. Hin und wieder konnte man Flüsse durchs Land schlängeln sehen und an manchen Stellen stieg die Dichte an Plattenbauten rasant an.

Es gibt viele Einfamilienhäuser aber auch beeindruckende Wolkenkratzer. Wo es möglich ist wird begrünt und zwischen den Schluchten oder in Gärten findet man immer wieder Buddha-Tempel die teilweise mit grellen Farben (meist rot/orange Töne) aufwarten und künstliche (Zen?) Gärten zur Schau stellen.

Technologie und Umwelt

In Tokio hatte ich das Gefühl, dass kaum Autos unterwegs waren und wenn, dann waren sie ziemlich leise (wenn es nicht gerade ein Reklame LKW war, der die Umgebung lautstark beschallt hat) Hybrid-/Elektroautos. Was öfters zu beobachten war: Roller und Fahrräder. Letztere brettern mit hoher Geschwindigkeit und lauter Klingel durch die Menschenmassen. Technologie kommt hier hauptsächlich aus dem eigenen Land, man sieht kaum europäische-/amerikanische Geräte. Händetrockner (Airblade ähnlich) kommen von Mitsubishi,  Rolltreppen mal nicht von Kone und Co, Kräne sehen eher maritim aus,… Wie bei uns auch sieht man überall Spiegelreflexkameras mit meiner Canon passte ich gut dazu nur ist das Modell war schon ein bisschen überholt.

Erwähnenswert auch: das modulare Bad-System. In jedem Hotel/-zimmer ist es ein Würfel-Raum und alles am selben Fleck, mit leichter Variation in der Größe und Ausstattung. Wobei man gleich sagen muss, dass die Lobby im Verhältnis zur Zimmergröße immer pompös war. Zwei Koffer konnte man dafür im Zimmer kaum aufmachen.

Kulinarisches und Bevölkerung

Wirklich überrascht waren wir von der Küche. Da japanisches Essen als sehr gesund gilt erwarteten wir jede Menge Gemüse und Obst, fanden allerdings hauptsächlich Pork and noodles bzw. Sushi und Co. Selbst bei den Nahversorgern Family Mart und 7eleven sucht man Obst und Gemüse recht vergebens, bzw. findet man dieses nur in mickrigen Mengen und zu Wucherpreisen. Ob das wirklich die gesunde und ausgewogene Küche ist, die wir uns vorstellen? Zumindest habe ich gehört, dass hier sehr oft Reis und Fisch in der Bentobox landet und Süßes kaum auf den Tisch kommt.

Dafür, dass Tokio eine Mega-Großstadt ist, war sie weniger bedrückend als erwartet, vielleicht liegt es einfach dran, dass ich 1,5 Köpfe über die Menschenmassen ragte.  Vielleicht lag es allerdings auch am Respekt, der Zurückhaltung und aufgesetzten Freundlichkeit sowie Hilfsbereitschaft, die die Bevölkerung an den Tag legt. Ich wurde ob meiner Größe eigentlich nie angestarrt oder angesprochen. Unerwartet schwierig gestaltete sich die Kommunikation mit den Einheimischen, Englisch war hier weniger geläufig als ich es aus Odessa oder St. Petersburg gewohnt bin.

Ohne Klimaanlage geht in der U-Bahn garnichts

Zu den vielen Menschen kamen noch Unmengen Krähen und viel Reklame, die laut und grell, mit kindliche Stimmen die Umgebung dominierte. Japaner stehen stark auf Mädchen(hafte Züge) zumindest hat man sehr schnell das Gefühl. Wer kennt sie nicht, die Kulleraugen oder kindlichen Proportionen in Anime und Co. (asiatische Comics). Die Straßen sind sehr sauber – man hat das Gefühl penibler Reinlichkeit – und geraucht wird nur in smoking areas. Atemmasken, viel zu große Plateuschuhe und europäische Modemodells prägen das Äußere.

Kurioses am Rande

Es ist zwar alles sauber aber Miskübel sucht man auf der Straße genauso vergebens wie Klobesen auf den Toiletten, wo nebenbei bemerkt das Klopapier wenn überhaupt 2-lagig ist. Süßigkeiten mit Matcha (grüner Tee) sollte man probiert haben um zu wissen, wie es schmeckt… Leider haben wir auch nicht wirklich Cosplay (als SuperheldInnen verkleidete Leute), Roboter oder andere spacige Sachen gesehen. Von einem Studienkollegen erfuhr ich, dass solche Dinge eher nur wirklich nerdige Leute machen und diese nicht so häufig seien. Japan soll laut einem Arbeitskollegen „Asia light“ sein, wenn man wirkliches Asia sehen möchte, sollte man wo anders hin. (Thailand,…)

Gerüche sind sehr präsent, sei es Fettdampf der aus der Friteuse oder Fäkaliengeruch. Nicht selten wurde man von einem Schwall erwischt. Abgesehen davon hat mir das Essen, vor allem „local food“ (bei einem Straßenstandl) sehr gut geschmeckt. Meistens hatte ich allerdings länger etwas davon, woran’s lag? Glutamat? Vielleicht war auch ein wenig Kunststoffessen dabei, das man in den Auslagen vor den Lokalen oft begutachten konnte. Oder es lag am obligatorischen Ei, das in allen möglichen Formen auf vielen Speisen serviert wurde (in Soyasauce eingelegt, roh,…)

Nicht nur auf der Straße fährt man auf der anderen Seite sondern auch die Rolltreppe verwendet man hierzulande umgekehrt.

(Un-)Praktisch

Wir hatten keinen Stecker dabei, konnten aber in jedem Hotel einen „adapter“ ausborgen. Wieder mal ein Land ohne Postkarten. Hat es mich gestört? Nein 😀

Ca. 1400 Fotos sind es geworden, da ich wirklich viel dokumentiert oder schöne Motive fotografiert habe.

2014 08 – Kurztrip nach Ungarn

Hier sollte eigentlich ein Artikel über eine Sprachwanderung in die Karpaten stehen, doch diese habe ich nie erreicht. Lachesis Netz hat mich zurückgehalten…

Vorgeschichte »

Vorletzte Woche Donnerstag Nachmittag ereilte mich ein Anruf „bist du auch schon im Zug?“ Zu dieser Zeit war ich allerdings nicht einmal in der Nähe von Meidling, von wo die Reise starten sollte. „Um 18:40 fährt der Zug von Budapest weiter, vielleicht holst du uns ein!“ Es war 14:00 und ich war erstmal perplex. Die Abfahrt sollte doch erst morgen sein?

Wie ich so bin denke ich: nichts ist unmöglich und mache mich auf den Weg meine Sachen zu holen. Einiges hatte ich schon vorbereitet, einiges würde ich vergessen. Also trat ich mit hohen Stresspegel den Weg nach Hause an und suchte nach Möglichkeiten rechtzeitig in Budapest zu sein. (nebenbei bemerkt: 35% Akku) fliegen, Zug, Bus,..? Google zeigte mir alles mögliche aber nur wenig passendes. Schließlich auf der Seite www.mitfahrgelegenheit.at wurde ich fündig. Nach kurzem Telefonat war vereinbart, dass wir uns um 15:30 treffen würden. Mein Rucksack war schneller gepackt als der KAZ3 beim Bundesheer, jedoch alles Kreuz und quer und voluminös. Egal, das Taxi wartete um mich zum Treffpunkt zu bringen (es hat leider wegen des hohen Verkehrsaufkommens nicht viel gebracht aber immerhin ein paar Minuten) etwas verspätet saßen wir zu fünft in einem Mercedes am Weg nach Budapest. Etwa bei Schwechat fand ich bei der Recherche, zu welchem Bahnhof ich müsse heraus, dass mein Ziel-Zug vorverlegt wurde – um eine Stunde. Somit keine Chance mehr diesen zu erwischen. Was gibt es für Alternativen? 19:23 mit mehrmals umsteigen. Gut den versuche ich. Leider haben mir ein Unfall auf der Autobahn und der Budapester Stadtverkehr einen Strich durch die Rechnung gemacht. (Außerdem wusste ich nicht einmal ob ich mitfahren hätte können oder nicht, da Reservierungspflicht für den ersten Zug bestand.) Gut dann wird es halt ein Wochenende in Budapest. Man muss das beste aus seiner Situation machen.

Ich war erst einmal planlos und suchte auf Hostelworld nach einer Bleibe. (Die Roaming-Kosten sind sowieso schon durch Kontakt mit der Organisation der Wanderung in die Höhe geschossen) Doch am Handy vor Ort ist das nicht mehr so einfach wie am PC daheim. Glücklicherweise habe ich einfach ein paar holländische Rucksack Touristen angesprochen (es war gerade das Sziget Festival) und bin mit ihnen zu ihrem Hotel (ein altes Studentenheim auf einem Hügel mit toller Aussicht) gegangen, das sogar noch ein Zimmer frei hatte. (Dies wäre vom Komfort her eine viel bessere bleibe gewesen,… mehr siehe weiter unten)

Hier habe ich erst einmal meinen Rucksack vernünftig gepackt und festgestellt, dass ich 2 shirts zuviel aber meine Sonnenbrille zu wenig und auch keinen Pullover mithatte. Danach bekam ich noch einen Anruf mit einem letzten Strohhalm: Zug um 22:23. Ich checkte (problemlos und ohne Kosten) sofort aus, besorgte mir Proviant für die Fahrt und ab zum Bahnhof – Wo der Auslandsreise-Schalter leider bereits geschlossen hatte. Ich war zu dem Zeitpunkt schon zu groggy um den Hinweis der Organisatorin zu schnallen, doch einfach bis zum inländischen Grenzbahnhof zu fahren. Bin deshalb zum anderen Bahnhof nur um festzustellen, dass dort beim Auslandsreise-Schalter eine mega- Warteschlange steht. Wieder zurück um festzustellen, dass da kein Zug ist, der um 22:23 fährt, einer zum gewünschten Ziel ist um 22:13 weggefahren… Damit war es definitiv, ich habe den Wink des Schicksals verstanden und wollte nur noch duschen (Stress- und Hitzeschweiß auf der Haut) und ins Bett. Das erstbeste Hostel war voll, nach kurzer Verhandlung konnte ich mit Isomatte und Schlafsack am Boden rasten. Die Dusche die ich davor noch nahm (musste mir sogar ein Handtuch mieten) war wie ein Milchbad für Kleopatra…

Da lag ich um 4 Uhr putzmunter, als die ersten Party-Bienen zurückkamen. Es war noch finster draußen und um 5 Uhr packte ich mich zusammen und organisierte mir einen Kasten. Um zehn vor sechs startete ich mein Sightseeing. Eine wirklich sehr schöne Märchenstadt und auch viele junge Leute, die von dem was Budapest zu bieten hat angezogen werden. Einzig störend ist der allgegenwärtige Straßenlärm und der Dichte Verkehr zur Stoßzeit.

Wenn man zu den richtigen Lokalen geht kann man sich günstig und gut mit Nahrung versorgen. Meine Tante, ihreszeichen Ungarin, hat mir gesagt, dass 7-8€ für Suppe, Hauptspeise und Getränk normal und okay ist. Leider habe ich nicht wirklich etwas um diesen Preis gefunden, mich aber an der Supermarktkost gelabt und kam dadurch noch günstiger weg.

Auffällig ist, dass sehr viele HolländerInnen und Rucksack- TouristInnen hier urlauben. Vielleicht lag dies auch einfach nur am Sziget Festival, das an diesem Wochenende stattfand. In der Früh war es angenehm kühl, tagsüber ziemlich heiß und am Abend schwankte ich alle paar Meter zwischen T-Shirt und Jacke. Generell hatte ich aber sehr angenehmes, sonniges und schönes Wetter. Nach 9h auf den Beinen war ich (auch wegen der ersten schlaflosen Nacht) K.O. und machte am Nachmittag ein zweistündiges Powernap. Ging gut, da niemand in meinem Zimmer herumkramte, quatschte usw.

Eine sehr interessante und noch nie dagewesene Situation war, dass ich an einem Ort ohne Rückfahrticket, Sightsseingbedurfnissen oder sonstige Pläne war. Diese Form von Freiheit war sehr erfrischend und unglaublich erholsam für die Seele.

Die Menschen sind hilfsbereit und mit Englisch kommt man ganz gut weiter. Allerdings sind die RadfahrerInnen furchtbar; in Wien vergleichsweise zivilisiert. Hier düsen die Bikes mit hohen Geschwindigkeiten fast rücksichtslos durch die Menschenmassen auf Gehsteigen, in FußgängerInnenZonen, usw.

Als krönenden Abschluss habe ich noch meinen Onkel am nördlichen Balatonufer besucht und dort eineinhalb Tage verbracht. Hier konnte ich mehr in Richtung ungarische Kost probieren und fühlte mich so, als wenn ich am Mittelmeer gewesen wäre. Der Plattensee ist farblich wunderschön türkis und hat ein angenehmes Klima. Hinein bin ich aber nicht gegangen, da ich schlammige Steppenseen nicht wirklich brauche.

Als einzigartige Erfahrung haben mich meine Gastgeber noch mit zu einem riesigen Flohmarkt genommen, wo Leute von weit her anreisen um einzukaufen. Ich habe erfahren, dass die Bevölkerung meist second hand oder Vorsaisonware kauft, da Neuware unleistbar ist. Deswegen halten sich Geschäfte, die letzteres verkaufen auch kaum. Dafür gibt es ganze Zentren voll von second hand Läden.
Es war wirklich ein gelungener Ersatz für meine verpasste Reise und ich werde sicher mal wieder vorbeischauen!

2013 11 – Istanbul

Die Reise in den Orient beginnt mit einem tollen Frühstück in der Turkish Airways mit Börek, Oliven und Blattspinat und mit 5 müden Gesichtern…

Ich/wir haben versucht kulinarisch ziemlich viel zu testen, auffallend ist auf alle Fälle, dass es zumindest in Restaurants hauptsächlich Kost mit Fleisch gab. Interessanterweise habe ich Speisen wiedererkannt, die ich aus anderen Küchen kenne. Zum Beispiel Manti (usbekisch) oder Lawasch (in Odessa gegessen). In fast jedem Restaurant gab es eine Tagessuppe und diese war fast immer eine Linsensuppe, die teilweise vom Geschmack her ähnlich dem indischen war. Das turkish moussaka war allerdings etwas ganz anderes, mehr Richtung Eintopf als sein griechisches Pendant. Ausgezeichnet aber auch sehr sättigend war der Chai Salep, ein Geschmack ähnlich wie „Grießkochmilch“ mit Zimt. Allgegenwärtig (in Süßspeisen, teilweise auch in Kebab) sind Pistazien einer uns nicht wirklich geläufigen aber ausgezeichneten Sorte. Diese konnten wir am Gewürzmarkt verkosten, neben einigen anderen Dingen (zum Beispiel echten türkischen Honig) auch. Dort haben wir uns natürlich mit Tee und Gewürzen eingedeckt. Mit dabei war bei mir auch ein schweine-teurer Safrantee.

Öffentliche Verkehrsanbindung und Stadtbild

Die Verkehrsanbindung ist schon vom Flughafen an sehr gut und die modernen neuen Straßenbahngarnituren geräumig und komfortabel. Auch ist die Disziplin der Fahrgäste sehr hoch, es ist sehr leise, alten Menschen wird sofort ein Sitzplatz frei gemacht,… Es gibt ein Ticket – „Istanbul Kart“ – das man auch für mehrere Personen nutzen kann (was wir leider zu spät erkannt haben), womit man sehr bequem mit den Öffis unterwegs ist. Auf dem Weg zum Hotel haben wir einiges gesehen und die Stadt wirkt eigentlich recht wohlhabend. Die Straßen sind mit Unmengen an kleinen Geschäften übersäht. Allerdings ist die Größe Istanbuls nicht so leicht zu erfassen und wie so oft ist wahrscheinlich an unseren Routen viel Renovierungsarbeit passiert.

Unterbringung und Kulinarisches

Untergebracht haben wir uns im Hotel Medcezir neben Sultanahmed und konnten Hagia Sophia und die blaue Moschee von der Dachterrasse aus aus nächster Nähe bestaunen. (Natürlich war auch der Fußweg dorthin ein Katzensprung.)

Auf der Straße gab es ein Angebot an (mehr oder weniger) frischen Produkten. Frisch gepressten Granatapfelsaft, Sesamkringel und Maroni, die entweder nicht ganz durch und verkohlt oder einfach so nicht gut waren. Der frisch gepresste Saft hat meinen FreundInnen gut geschmeckt, mir war er allerdings zu bitter. Als erste Mahlzeit, eher ein Snack, gönnten wir uns Kebab in Lawasch. War wirklich lecker. Diese Art von Fladenbrot kannte ich aus Odessa, wo mir meine Gastmutter ein paar Mal Lawasch mit Spinat-Schafkäsefüllung zubereitet hat.

Zu trinken gibt es meist die Auswahl zwischen Apfeltee (sehr süß und wahrscheinlich meist aus einem Sirup/Konzentrat aufgegossen) oder türkischen Schwarztee sowie Kaffee mit Sud. Am Frühstücksbuffet habe ich mich an Marmelade mit ganzen Früchten erfreut (Beerenmarmelade, sehr süß, sowie ich sie auf Odessa auch schon kannte)

Von Menschen und Märkten

Die Menschen in Restaurants und Geschäften sind alle sehr freundlich, man kann sich allerdings nie sicher sein ob man nicht über den Tisch gezogen wird. Preisverhandlungen bei Tee sind auf alle Fälle immer Pflicht, wenn man etwas kaufen will. Außerdem fielen mir jede Menge streunende Katzen auf, die allerdings trotzdem ein gutes Leben haben dürften und von den EinwohnerInnen mit Speis und Trank versorgt werden.

Überrascht haben mich die Märkte/Basare. So ein wildes Getümmel, Geschrei oder Gedränge wie ich dies aus „dem Osten“ kenne war nicht vorzufinden. Vielmehr Ruhe, Ordnung und Geselligkeit. Ein richtiges kleines Ökosystem mit Teebrauereien und Futterzubereitungsstätten, die die Geschäftigen mit Nahrung und deren KundInnen mit Tee versorgten. Wie überall allerdings gab es jede Menge Ramsch und Gewand zu kaufen. Verhandeln muss man geschickt, ich hasse es und mache es nicht gerne. Als Tourist kann man schon auf 20% des erstgenannten Preises runterhandeln (und zahlt damit sicher auch noch jede Menge mehr ;)). Starten sollte man auf jeden Fall niedrig aber nicht zu frech. Man sollte auch immer vorsichtig sein was man sagt, denn viele Türken (man sieht nur sehr wenige Frauen – vor allem Nachts – auf der Straße oder in Geschäften als Verkäuferinnen) können Deutsch, weil sie ein paar Jahre in Deutschland waren. Auch mit Englisch kommt man in Istanbul weiter, was mich echt überrascht hat, vielleicht liegt es auch daran, dass diese Stadt international bzw. offen ist. „My friend“ bekommt man sehr oft zu hören.

Imposante Gotteshäuser

Jedes Mal wenn eine Moschee majestätisch in mein Blickfeld rückte war ich ziemlich ergriffen und beeindruckt. Ich weiß nicht woran es lag aber es sind schon sehr faszinierende Gebäude. Das einzig gewöhnungsbedürftige ist wenn die Lautsprecher auf den Minaretten zum Gebet erschallen. (Bereits um 05:30 ging es los) Architektonisch war der Trip mit wenigen Ausnahmen eher unauffällig, vielleicht stechen die Gebets-Paläste deshalb so ins Auge. Eine andere Atmosphäre hat man trotzdem, vielleicht liegt das am allgegenwärtigen Handel. Man kann sich nicht einmal umdrehen und dabei kein Geschäft erblicken. Dies gilt natürlich nur für die Altstadt. Obwohl die Stadt eine große Bevölkerung hat, ist es nicht so bedrückend wie St. Petersburg oder Kiew, die Häuser sind eher niedrig und der Großstadtstress war unsichtbar.

Kultur

Wenn man sich mehrere Attraktionen anschauen will, so sollte man auf die Museumskart zurückgreifen. Diese ist nicht nur praktisch (man muss sich nicht einmal anstellen, da man diese auch bei Automaten kaufen kann) sondern man kann auch die „fast lane“ bei den Eintritten in die Museen verwenden. Der Topkapi Palast war bis auf die Aussicht nicht besonders spannend. Leider wurde vor langer Zeit viel geplündert, sodass nur noch bunte Fliesen, Ornamente und die schöne Aussicht bleiben. Das bisschen Glitzer, dass noch übrig ist kann leider nicht den Prunk und das Gefühl vermitteln, wie es einst war.

Auch den berüchtigten Taksim Platz haben wir eines Abends besucht und sind dann entlang einer Einkaufsstraße flaniert, wo es neben vielen Restaurants in den Seitengassen auch Wasserpfeifenlokale gab – in einem haben wir den Abend ausklingen lassen. Spätestens da konnte ich die Seele der Stadt etwas besser kennenlernen, da in den ersten Tagen das straffe Programm doch etwas wenig davon preisgab.

Die asiatische Seite haben wir leider nicht erkundet, wir sind allerdings (wie immer bei schlechtem Wetter) den Posporus entlang bis fast zum schwarzen Meer gefahren.

Alles in allem ein wirklich interessanter Trip, wo es sicher noch viel zu entdecken gäbe.

2013 1213-1215 – Nürnberg – Lebkuchenmania

Ich weiß garnicht mehr, wie es dazu kam, dass wir uns entschieden haben nach Nürnberg zu fahren, es war aber ein sehr feines Sponsionsgeschenk für mich und ST. Ich habe mich voll meiner Lebkuchen-Sucht hingegeben und außerdem gemerkt, dass die Nürnberger in Nürnberg besser schmecken…

Die Stadt war erfrischend anders, der Fachwerksbau versetzt einem zurück ins Mittelalter und die Pflastersteine tun das weitere. Die Statur der Häuser ist hoch aber schmal, dadurch wirken sie kleiner als sie sind. Die interessanten Fassaden laden dazu ein die Atmosphäre aufzusaugen und sich wohl zu fühlen. Von der Kaiserburg hat man sicher einen schönen Blick über die Stadt, doch war uns das Wetter mal wieder nicht hold. Mittlerweile bin ich (sind wir) das aber schon gewohnt… Die (fahrerInnen-lose) U-Bahn hat mich auch überzeugt, leider so teuer wie in Wien aber dafür schnell und angenehm um ans Ziel zu kommen.

Christkindlmarkt

Die Hauptattraktion: der Christkindlmarkt (der berühmt sein soll) war, bis auf das, dass einfach unmenschlich viele Menschen dort waren, nicht wirklich viel anders als die Märkte hierzulande. In dem Gedränge hatte ich auch nicht wirklich viel Chance vielleicht das ein oder andere Detail in Ruhe ausfindig zu machen, was aber ob der eher schlechten Lichtverhältnisse sowieso nicht besonders leicht zu erfassen gewesen wäre. Als ich bei einem dienstlichen Besuch über den Hauptplatz ging war es ein komisches Gefühl. Der Platz kahl und die Stadt menschenleer. Nur das schlechte Wetter und die tolle Atmosphäre sind geblieben.

Nürnberger Lebkuchen – Lebkuchen-Mania

Wo mein Herz (oder besser mein Magen) wirklich hängen geblieben ist, das ist der Lebkuchen. In Wien würde ich wahrscheinlich keine 70 € für Lebkuchen am Christkindlmarkt ausgeben aber es war jeden Euro wert. Jetzt auf meiner Dienstreise habe ich in ähnlichem Ausmaß zugeschlagen. Die Preise sind die gleichen, der Lebkuchen hoffentlich auch! Ich habe jedenfalls eine schier unendliche Vielfalt an Lebkuchen mit nach Hause genommen, eine Gaumenfreude nach der anderen, ich könnte eine Ode an die Freude verfassen…

Doch auch Nürnberger schmecken in Nürnberg besser. An diversen Standln gibt es Weckerl mit 3 Stück + Sauerkraut oder wie auch immer man sie gerne möchte. Eine Laugenbretzn darf natürlich auch nicht fehlen, obgleich sie mir doch ein wenig zu üppig war mit Butter und Rohschinken…

Geheimtipp: Hans im Glück Burgerlokal (http://hansimglueck-burgergrill.de)

Ich würde gerne mit mehr Zeit und bei schönerem Wetter noch einmal hier flanieren!

PS: auf der Heimreise haben wir noch zwei Stopps gemacht. Einen auf dem riesigen Reichsparteitagsgelände und danach noch kurz in Passau, ein ebenfalls nettes Städtchen.

2013 03/04/07 – Barcelona x3

Dreimal ging es dieses Jahr nach Barcelona, drei verschiedene Klimabedingungen, dreimal verschiedene Ausrüstung, dreimal mit verschiedenen Leuten, drei verschiedene Erfahrungen, drei… Okay, ich höre schon auf 😉

Trip I: 2013 0301 – Wochenendausflug mit meinem Vater

Auftakt dieses Jahr war das Wochenende bevor ich zu arbeiten begann. Zur Sponsion schenkte mir mein Vater ein paar Tage Barcelona, wo wir es uns richtig gut gehen ließen. (Hotel gleich auf der Ramblas, jede Menge Futter,…) Das Wetter spielte leider nicht ganz so mit, denn es war teilweise eiskalt (10°C mit Wind) – Gott sei Dank ließ sich im Laufe der Zeit immer wieder die Sonne blicken. Die Besichtigung mit dem Sightseeing-Bus war eine sehr interessante Erfahrung – eine Stadt mal so kennenzulernen hat auch was. Ich hab auch ein bisschen mein Russisch trainiert und mir den Guide in dieser Sprache gegönnt.

Über die Stadt und Leute

Im Gepäck hatte ich nur mein 50mm F1.8, womit ich sehr leicht und entspannt unterwegs war. Was sehr nützlich bei unseren Besuchen in kleinen Tapas-Beisln, Kantinen usw. war. Der erste Eindruck der Stadt war positiv, wenn auch durch das Wetter getrübt. Ähnlich wie in Lissabon hatte ich das Gefühl, dass es wenig Reklame gibt. Die Stadt ist auf alle Fälle um einiges besser Erhalten/renoviert, wenn auch ähnlich von Graffitis heimgesucht. Die Häuser in der Stadtmitte sind recht hoch, werden aber nach außen hin kleiner mit Vorstadtfeeling (siehe Trip II). Es gibt ähnlich viele architektonische Perlen wie Schandflecke und auffällig sind die großen Kreuzungen, die durch abgeschrägte Hausecken erreicht werden. Die Leute sind nett allerdings haben sie scheinbar das Drängeln und nicht wirklich schnell arbeiten erfunden. In Lokalen wartet man schon öfters gut eine halbe Stunde auf die Rechnung oder bis sich jemand erbarmt zum Tisch zu kommen. Erstaunt hat mich das zurückhaltende und gemütliche Fahrverhalten und die Radinfrastruktur. Ich bin nicht so sehr der Fan von kleinen und engen Gassen aber irgendwie sind diese in Barcelona weniger bedrückend, obwohl die Häuser doch recht hoch sind und man fühlt sich auch in eher dunkleren Ecken relativ sicher. Eine spannende und abwechslungsreiche Sache sind die immer wieder „aus dem Nichts“ auftauchenden Plätze, die ein Ort der Erholung und der Zusammenkunft sind.

Kulinarisches

Tapas, Tapas, Tapas – wirklich herausgefunden, was sonst noch so an Küche ist habe ich nicht. Gegessen habe ich trotzdem gut. Am liebsten habe ich Jamon Serrano (Rohschinken) und Pimientos de Padron (kleine Paprikaschoten gebraten). Erst bei Trip III bin ich voll auf den Geschmack von Bocadillos gekommen – Weißbrot mit Tomaten(mark) bestrichen und Olivenöl beträufelt, dann nach Wunsch belegt. Ein Traum, den ich in Wien auch schon mehrmals selbst nachgebaut habe. Generell habe ich das Gefühl, dass die Küche recht fettig und üppig ist, was ich im Süden nicht unbedingt erwartet hätte. Was noch erwähnt werden muss ist der leckere frisch gepresste Orangensaft, den ich sehr oft bekam sowie die Spitzenqualität der Früchte – die leckersten Nektarinen, die ich seit langem gegessen hatte. Weniger schmackhaft war das „Trinkwasser“, das recht chlor- und kalkhaltig war. Man kann sagen was man will, wiener Hochquellwasser ist einfach ein Traum! Gutes Eis gibt es  auf der Ramblas bei Artisa.

Trip II: 2013 0419 – Polterwochenende

Das Barcelona auch eine Polterstadt ist konnten wir an den vielen Gruppen feststellen und so waren wir in (mehr oder weniger) bester Gesellschaft. Unser Noch-Junggeselle hatte (laut seinen Angaben) ein unvergessliches Wochenende und wir alle viel Spaß! Auch wenn unsere Gruppe nicht klein waren, so lief alles vereint unter dem Banner des „Blaublütigen“ auf der Suche nach dem bösen Drachen, wie am Schnürchen. Denn auch das Wetter war uns gnädig und wir schwitzten teilweise sogar in unseren Kostümen. Da ich auch hier schnell und mobil sein wollte war ich nur mit meinem 30mm F1.4 unterwegs, dass ich mir zum Diplom geschenkt hatte.

Trip III: 2013 0807 – Eine Woche Entspannung pur

Nicht nur mein erster wirklicher Urlaub, sondern auch ein Experiment. Gemeinsam mit drei Freunden, mit denen ich zuletzt auf Maturareise war, lebte ich eine Woche lang in einem Apartment (6. Stock ohne Lift ;)) mit 1/3 Terrasse und 2/3 Wohnfläche. Es lief ziemlich perfekt, niemand hatte wirklich Stress, Sightseeing war minimal, da jeder von uns bereits fast alles gesehen hatte und die Terrasse tat den Rest zu einem der erholsamsten Urlauben, die ich je hatte. Lesen, Schlafen, Essen, an den Strand gehen, durch die Stadt schlendern, Laufen gehen,… Die Terasse genießen, plaudern, Musik hören, Witze reißen,…
Eine nette Gewohnheit am Morgen war das Zähneputzen auf der Terasse in der Morgenluft und Sonne (wir hatten dort ein Waschbecken)

Wir waren knapp 10 Min. von der Ramblas entfernt im Immigrantenviertel, genauer gesagt im orientalischen Teil, wo unter Tags Menschen in „Tracht“ zu beobachten waren, es koshere Geschäfte gab und und und. Das Wetter war uns gnädig, wenn wir auch ein paar Regenschauer miterleben durften und ich den größten Regenbogen (inkl. Doppelbogen) zu Gesicht bekam, den ich je gesehen habe! Kleine Anekdote am Rande: „Ich fahre in den Süden um mich abzukühlen“. In Wien hatte es zu dieser Zeit schwüle um die 40°C und war unausstehlich heiß. In Österreich wurde sogar der all time Hitzerekord gebrochen…

Der Montjuic war diesmal der Punkt, an dem ich sein wollte. Zweimal erklomm ich den Hausberg und entspannte mich. Leider war das olympische Dorf gesperrt und in der Hitze wollte ich mir die Schlange in die Sagrada Familia nicht antun. Vielleicht ein Andermal. Anders als bei den ersten beiden Trips war (no na, es ist Sommer und Hochsaison) die Stadt bummvoll und natürlich auch die Strände gut besucht. Wirklich besser/sauberer als in Odessa fand ich das Wasser nicht und vor allem war um einiges mehr los. Interessanterweise waren ein Großteil der Urlaubenden aus Frankreich, nicht so wie bei den Reisen zuvor Deutschland und Co.

Fazit

Barcelona ist eine sehr nette Stadt, die mich sicher nicht zum letzten Mal gesehen hat. Mehr Spaß macht sie allerdings/schöner ist sie, wenn das Wetter auch passt. 😉 Die Experimente mit nur einer Fixbrennweite im Gepäck waren sehr überzeugend, wenn auch hin und wieder ein Teleobjektiv nicht schlecht gewesen wäre.

Wieder einmal habe ich erkannt, dass ich eine Stadt nur wirklich erleben und kennenlernen kann, wenn ich ziellos spazieren gehe und die Umgebung auf mich wirken lasse. Ein dicht gedrängter Sightseeingplan eröffnet mir leider nicht so viel, wie abseits der Tourismuszentren umherzustreifen. Bei Urlauben in Gruppen brauche ich immer wieder mal ein Zeitfenster in dem ich alleine bin, mein Ruhe habe und einfach beim Spazieren die Seele baumeln lassen kann.

PS: Bei Trip III habe ich endlich einen Baggage Storage gefunden! Gleich beim Placa Catalunya (Carrer Estruc, 36)