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2011 0716 – Über den Wolken

Ich kann mich noch an meine erste Praxisstunde in der Fahrschule erinnern. Ich fuhr ein wenig auf dem Übungsplatz herum und musste dann gleich selber Richtung Fahrschule auf der Straße fahren. Dieser Sprung ins kalte Wasser überforderte mich natürlich, da man sich gleichzeitig auf soviele Dinge konzentrieren muss! Doch stets stand der Fahrlehrer zur Seite. In Salzburg hatte ich eine ähnliche Erfahrung in der Luft…

Tagwache wie zu Bundesheerzeiten und sogar der gleiche Startbahnhof… ich fuhr am Samstag um sechs Uhr mit meinem Vater nach Salzburg, um nach einer kleinen Stadtbesichtigung mit einem Sportflugzeug abzuheben. Begleitet von einem Freund meines Vaters, der schon Jahrzehnte Flugpraxis hat und auch eine Fluglehrerausbildung hat, durfte ich am Pilotensitz Platz nehmen. Im Unterschied zu meiner ersten Fahrstunde damals hatte ich keine Ahnung von allen Anzeigen und Instrumenten sowie auch keinerlei Vorinformation durch etwaige Theoriestunden.

Trotzdem steuerte ich die Maschine mit mehreren Anweisungen/Hilfen von meinem Copiloten (der mir immer wieder sagte was ich tun und wohin ich fliegen sollte sowie den Funk mit dem Tower übernahm) von Null weg. Gas, Start-/Landeklappen, etc. übernahm natürlich auch er, da ich ja überhaupt nicht wusste Was, Wie, Wo, Wann, Warum.

Sehr interessant und gewöhnungsbedürftig ist die Steuerung am Boden, wo man das Flugzeug mittels Fußpedalen steuern muss. Leider fiel mir das ob meiner Größe besonders schwer, mein Knie zwischen Steuer und Außenwand eingesperrt und während des Fluges habe ich die Füße verschränkt und möglichst niedrig verstaut um steuern zu können.

Ich bin mir nicht mehr ganz sicher wie der Start abgelaufen ist, da ab einem bestimmten Punkt alles sehr schnell ging aber wir gingen nachher mit 80 Knoten in den Steigflug bis in eine Höhe von 3500m über. Wir flogen zum Fuschelsee, machten eine Wende über dem Wolfgangsee und kehrten mit einem Abstecher zum Mondsee zurück. Usere scharfe Wende über dem Wolfgangsee hatte es in sich. Das Steuer übernahm der Profi und machte eine Kehrtwende bei der mir das Hirn komprimiert wurde und ich mich Frage, ob ich mit diesem interessanten Schwindelgefühl auch hätte fliegen können oder ob ich mich an soetwas zuerst gewöhnen müsste (es überhaupt könnte?). Jedenfalls zeigte er nachher noch ein lustiges Manöver, in dem er den Motor „absterben“ und uns mit dem Heck voran etwas absacken ließ. Weitaus weniger problematisch als die Kurve 😉

Interessant jedenfalls war, dass ab einer Sinkgeschwindigkeit von weniger als 500 Fuß der Flug unangenehm wird und dass man beim Steigflug schnell mal in den Sitz gepresst wird wenn man nur minimal den Kurs korrigiert. Mir fehlen natürlich Übung und Feingefühl wie man das Flugzeug am besten steuert aber ich habe mein bestes versucht es gerade und auf ein und derselben Höhe zu halten. Eine schwere Aufgabe, da meine recht kurzen, sanften Steuerversuche meist nicht fruchteten und als ich dann stärker lenkte mehr als den gewünschten Effekt erhielt.

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich danke meinem Vater für dieses coole Geburtstagsgeschenk! Fliegen wäre definitiv ein Hobby, dass in meine teure Hobbyliste passen würde. Leider (oder Gott sei Dank) ist meine Statur dafür sehr ungeeignet. Sollte sich die Gelegenheit zu fliegen wieder einmal Bieten, werde ich sie auf alle Fälle nutzen!