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2012 08 – Petersburg – Woche 3, best of…

Die dritte und letzte Woche ist wirklich schnell vergangen. Es war gleichzeitig ein kurzer Trip und kam mir so vor als wäre ich mehrere Monate mit meinen Kolleginnen und Kollegen zusammen gewesen…

Von offizieller Seite besuchten wir das Blockade Museum, ein interessanter und zugleich trauriger Ort und hatten außerdem Kontakt mit der russischen Seele (laut einer Einheimischen, die sich furchtbar darüber beschwert hat). Wir wollten mit dem Schiff nach Кронштадт (Kronstadt) fahren, es passten aber nicht alle ins Boot. Man durfte Meisterinnen und Meister des Vordrängens bei der Arbeit erleben und dann wurde mit „Wir sind zwar schon voll aber wer noch rein will und einen Stehplatz in Kauf nimmt, der zahlt nur die Hälfte“ noch einiges an Geld herausgeholt.
Insgesamt war unser Aufenthalt dort leider sehr kurz (wir sind schließlich mit dem Bus gefahren und haben dadurch viel Zeit verloren) und ich hatte das Gefühl, dass ich das Inselchen gerne genauer unter die Lupe nehmen würde. Zum Schluss besuchten wir noch die Einweihungmesse der Kathedrale, wo sich Unmengen an Touristen tummelten und ein „Bischof“ (das orthodoxe Äquivalent) mit mieser Laune den Weihrauch schwang. Bei der Rückfahrt mit dem Schiff (diesmal waren wir schnell genug!) stellte sich heraus, dass  ein Аквабус (Aquabus – eines der Schiffe) kaputt ist und deswegen nur halb so viele Leute mitfahren konnten und die Fahrt zweieinhalb Stunden in Anspruch nahm. Nicht zu vergessen das unser Kapitän zu tief in die Flasche geschaut hat und wir beinahe mit einem Tanker (oder etwas ähnlichem) und einem Bauschiff zusammengekracht wären. Die ewige Verspätung hatte zumindest das Gute, dass ich den Sonnenuntergang vom Schiff aus genießen konnte!

Kulinarisches

Die letzte Woche bot auch einiges an frischen Entdeckungen, als ich wieder mal mit verschiedenen Cliquen unterwegs war. Zum einen habe ich dadurch eine recht gute Pizzeria (Ollis) entdeckt. Zum anderen war ich in einem spannenden Kunstcafe (этажи) mit Terrasse. (Wo uns Tauben die Laune vermiesten und wir deshalb hinein flüchteten.) Shawarma stand ebenfalls auf der Speisekarte und durch viel frischen Zwiebel hatte ich auch länger was davon, lecker war’s trotzdem. Unser Abschiedsabend fand beim Aserbaidschaner statt, wo wir gemeinsam gesungen haben, tanzten und Spaß hatten. Was den Abschied am nächsten Tag umso schwerer machte… 🙁

Kunst

Ständig umgeben von Leuten die malten, zeichneten,… überkam es mich einmal und ich zückte im таврический сад (Taurischer Garten) meinen karierten Block und einen Kuli – nicht das ideale Equipment aber manchmal muss man nehmen was man hat. Hier konnte ich der künstlerischen Luft dann nicht mehr widerstehen und es war eine spannende und entspannende Sache. Vielleicht poste ich später was ich geschaffen habe…
Das russische Museum hat es mir wie in Odessa auch schon sehr angetan, dagegen hatte die Ermitage einfach keine Chance!

Spaziergänge, Aktivitäten und Kreislaufkollaps

Nach dem Blockade Museum schlenderten wir zum Smolniy Kloster (wo ich zwischendurch mein Kunstwerk erstellte), hatten an einem anderen Tag das Nachmittagsprogramm mit Bowling ausgefüllt – Ich war leider ziemlich zerstört an diesem Tag, da ich ein paar Tage zuvor beim Laufen nicht auf meinen Körper geachtet hatte und einen Kreislaufkollaps mit vielen Stunden mit Wärmeflasche und Tee im Bett verbrachte. – und gegen Ende der Woche erkundete ich alleine (alle Anderen waren Bücher, etc. einkaufen) noch das Univiertel auf der Стрелка („Spitze“).

Viele nette und interessante Bekanntschaften

Leider ist der Kontakt mit den Russinnen sehr rar, da wir alle viel zu tun haben und außerdem noch die Zeitverschiebung hinzukommt. Ich bemühe mich allerdings immer wieder mal mit ihnen zu schreiben. Leichter ist es natürlich für uns in Österreich, wir sind ja wirklich ein kleines Land. 😉 So trafen wir uns kürzlich, weil russischer Besuch da war (ein paar Russinnen studieren in Deutschland) oder ich habe den Fotomarathon gemeinsam mit einer motivierten Freundin bestritten. Auch einen Physiker durfte ich kennenlernen und habe ihn natürlich gleich über seinen Werdegang ausgefragt…

Alles in allem eine super Zeit

Ich möchte mich gerne bei der Organisatorin bedanken, die das Ganze wirklich toll hinbekommen und uns einen unvergesslichen Aufenthalt ermöglicht hat. Ich vermisse alle Kolleginnen und Kollegen, wenn es auch nur drei Wochen waren, so waren wir ständig zusammen und konnten uns so kennenlernen, dass ich das Gefühl hatte, dass wir uns bereits mehrere Monate kennen…

PS: Der Text ist vielleicht nicht sehr gelungen, ich hatte ziemlich starke Kopfschmerzen, wollte euch aber nicht im Stich lassen!

2011 08 – Amsterdam und Den Haag

Amsterdam, die zweite Runde. Diesmal wollten wir es allerdings im Sommer erleben. Leider ließ uns das Wetter anfangs im Stich und wurde erst bei unserem Besuch in Den Haag besser…

[spoiler]
Wir flogen mit Lufthansa, wurden gut verpflegt und hatten eine angenehme Reise. Bei einer Zwischenlandung in Frankfurt konnten wir die beeindruckende Größe des Flughafens bestaunen (bzw. durchwandern).
Wir kamen relativ spät in Amsterdam an, wurden aber gottseidank vom Hotel erwartet. Das war allerdings auch schon das einzig wirkliche Service, dass das Hotel (Princess) bot. Es machte eher den Eindruck eines Hostels mit Hotelpreisen, Dusche und WC am Gang, Stockbetten,… Und trotz sehr früher Reservierung haben sie es nicht geschafft uns vier in ein Zimmer zu stecken und auch später bekamen sie es nicht auf die Reihe… Von der Lautstärke durch die Straßenbahn fange ich erst garnicht an. Aber ok, wir waren ja quasi nur zum Schlafen dort… Besser war es auf alle Fälle letztes Mal in Jordans Shelter.

Sommer, doch das Wetter spielte nicht ganz mit…

Feiner Nieselregen (von allen Seiten) verfolgte uns einige Zeit und erst Abends lockerte es auf. Gegen acht Uhr konnten wir endlich vereinzelte Sonnenstrahlen erblicken! Aber all das war nichts mehr als ein Fünkchen Hoffnung auf ein besseres Morgen…
Welches wir gottseidank auch am nächsten Nachmittag in Den Haag bekamen!
Die Stadt ist jedenfalls nach meinem Geschmack. Ich weiß nicht ob es nur am besseren Wetter lag aber kaum den Bahnhof verlassen habe ich mich wohl gefühlt. Großzügig, interessante moderne Glasbauten neben den typischen alten Häusern, all das ließ mein Herz höher schlagen. Nette Cafés auf freundlichen Plätzen…
Irgendwie ist Amsterdam nicht so meine Stadt 😀

Kulinarische Reise

Letztes Mal etwas zu kurz gekommen, diesmal zum Hauptbestandteil geworden… Ich informierte mich vorab, bekam Tipps von einem Kollegen sowie einer Bekanntschaft aus dem Flugzeug, was man denn so kulinarisches probieren sollte. Es war nicht sehr leicht die traditionelle Küche zu finden aber nach einigen ‚Kilometern‘ konnten wir uns ein wenig durchkosten:

  • Erwtensoep (~ Erbsensuppe): viel Gemüse, Linsen, Erbsen und Wurst. Geschmacklich ein bisschen wie serbische Bohnensuppe. War ganz interessant aber nicht sooo außergewöhnlich (gut)
  • Hutspot eine Art Püree mit Gemüse, war etwas säuerlich aber in Ordnung
  • Hache (Haschee): erweckte Kindheitserinnerungen an Bierfleisch, serviert mit sehr gutem Rotkraut.
  • Appeltaart: ein Traum eines Apfelkuchens, ein Geheimtipp aus unserem Reiseführer und scheinbar ein Szenetreff: Das Lokal
    Sehr lecker! Äpfel, Murbteig dazu süßes gutes Schlagobers. Unser kulinarischer Höhepunkt!
  • FEBO: Fast Food, frisch aus dem Automaten. Anfangs sehr gut nur hing es mir bald zum Hals heraus. Spezialität: Frikandel, Crokett (besser)
    Schade, dass wir uns beim letzten Mal nicht getraut haben…
  • Chipsy King: Wirklich bemerkenswerte Pommes! Dazu verschiedenste Variationen an Saucen. Satésaus (Erdnusssauce) ist auch eine Spezialität, die man unbedingt mal probiert haben sollte.
    Es gibt einige Pommes Buden aber Chipsy King ist wirklich der König der frittierten Erdäpfel. Sie sind so unvergleichbar gut, dass man sie dauernd essen kann!
  • Waffeln (‚Metropolitan Deli‘ (135 Warmoesstraat) hat die teuersten aber auch besten) gibt es kalt mit Schoko-, Vanilleglasur,… oder warm mit Eiscreme… Sie sind eine große und vor allem süße Verlockung und jeden Cent wert!

Was gab es sonst noch so?

Im Irish pub ‚Aran‘ (Max Euweplein, vis-á-vis vom Casino) hatten wir exzellente Burger, an manchen Stellen leicht geschwärzt vom Grillgitter aber das ergab einen extravaganten Geschmack.  Leider etwas teuer (13€) aber wirklich gut.
Shoarma war auch ein Tipp den ich bekam. Wie ich vermutete Kebab/Gyros oder wie auch immer ;). Da wo ich es probierte war es nicht besonders und ich denke eine wirkliche Neuerung zu seinen Pendants aus Griechenland oder der Türkei ist es auch nicht.
In Den Haag hatte ich ein pikantes Hühnergeschnetzeltes (Broodje hete kip) in einem Baguette. ‚Belegte Brote‘ sind, so habe ich gehört das täglich Brot der Einheimischen. Als Nachspeise Minipfannküchlein mit Erdbeeren, was soll ich noch mehr sagen?

Vieles war anders, einiges nicht so gut und trotzdem hat es Spaß gemacht! Abschließend möchte ich noch empfehlen sich eine Fußmassage zu gönnen (20€ für eine halbe Stunde) es ist wirklich angenehm, vor allem nach einem langen Tag voller Spaziergänge.
Und wer erst am Abend wieder zurückfliegt und nicht weiß wohin mit dem Gepäck, am Bahnhof gibt es ein 24h Schließfach für 5€…
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Odessa – Neue Heimat?

Ich werde immer wieder gefragt, ob ich gerne nach Odessa ziehen würde und mir vorstellen könnte hier zu leben. Da Antwort ist nicht einfach…

Odessa ist eine sehr schöne Stadt und es gibt hier genauso gute Plätze um entspannt dazusitzen und das bunte Treiben zu beobachten wie in Wien. Die Stadt bietet ausreichend Möglichkeiten spazieren zu gehen und ist sehr grün. Vom Wohlfühlcharakter sind sie würde ich sagen ebenbürtig… Lebendig, offen, freundlich, großzügig angelegt,… Es gefällt mir hier und zu Hause! Natürlich gibt es wie überall Pros und Cons:

Warum ich hier nicht leben möchte:

  • Das Trinkwasser ist ein sehr großes Minus. Ich kann das gefilterte oder Flaschenwasser schon nicht mehr sehen!
  • Das kulinarische Angebot an Restaurants ist begrenzt und außerdem ist Vorsicht geboten. Es gibt nicht einmal ein indisches Restaurant! (KO Kriterium :D)
  • Der Hygienestandard ist nicht so hoch und die Möglichkeit auf Ungeziefer, selbst bei eigener sauberer Wohnung, bestünde wahrscheinlich sogar durch die Nachbarn.
  • Korruption, ohne sie läuft hier leider nicht viel.
  • einhergehend mit ihr: schlechte, unterdurchschnittliche Bezahlung. Wenn ich hier arbeiten würde dann nur von außerhalb mit gescheitem Gehalt. Es ist schade wieviel Potential hier verloren geht weil Leute soviele Nebenjobs haben. (Meine Sprachlehrerin arbeitet auf der Uni. Ihr Nebenjob ist die Sprachschule, wo sie eine Stange mehr verdient…)
  • Freunde, man kann zwar neue finden, ich bin allerdings sehr wählerisch und will zumindest meine besten Freunde nicht aufgeben (sicher ginge es über Entfernung auch irgendwie, allerdings verkümmern die Bande mit hoher Wahrscheinlichkeit wenn man sich kaum sehen kann)
  • Eher ein generelles Problem im Ausland: Lebensmittel sind anders. Was aber wirklich fehlt: heimische Wurst- und Bäckereiwaren, den Rest bekommt man sicher irgendwie hin. Obst und Gemüse ist hier auf alle Fälle besser als in unseren Supermärkten.
  • Die Krankenversorgung macht mir auch sorgen. (Auch hier spielt Korruption ordentlich mit)
  • öffentliche Verkehrsmittel sind nicht unbedingt das meine und die Straßen haben auch schon bessere Zeiten gesehen
  • hin und wieder gibt es elektrische Unsicherheiten (viele Stromausfälle durch alte Leitungen)
  • freilaufende Hunde und Katzen

Was Odessa lebenswert macht:

  • Die Bevölkerung ist sehr nett und ich mag die odessitische Mentalität
  • Die Stadt ist schön, grün und sauber
  • Kontrastreichtum fasziniert (verfallen – neu, teuer – billig, klassisch – neu – kitsch,…)
  • Meer! + Hafen!
  • ukrainische Küche ist sehr gut, und sobald man hier Freunde gefunden hat, wird man sicher das ein oder andere Mal eingeladen
  • ich mag die russische Sprache
  • die hübsche weibliche Bevölkerung hebt die Stimmung
  • viele kleine Cafés, überall die Möglichkeit einkaufen zu gehen. Die Infrastruktur ist nicht so schlecht. (bis auf die kulinarische Abwesenheit)
  • Das Klima ist angenehmer als bei uns
  • bunte fröhliche Stadt mit großzügig angelegten Straßen
  • Nationalitätendurchmischung (und ehemalige Spionagedrehscheibe)

Ich würde sagen wenn sich einige Dinge ändern würden, könnte ich mir vorstellen halbjährlich hier zu wohnen. Denn im Herzen bin ich Odessit (was man an meinen Gegenfragen auf Fragen merkt ;)) aber auch Wiener.

Ich denke mein Vater kann bestätigen, dass die Stadt einen ganz besonderen Charme/Zauber hat. Man sollte aber nicht außer Acht lassen, dass ich hier eigentlich nur Gast/Tourist bin. Wie sich das reale Leben gestaltet ist schwer zu sagen…

2011 Odessa – Abschließende Worte

Die abschließenden Worte für meinen Besuch 2010 sind irgendwie nie vollendet worden bzw. an die Öffentlichkeit gelangt, diesmal schaffe ich es aber 😉 Da es vielleicht das letzte Mal sein wird, dass ich so lange in Odessa bin möchte ich einige Worte verlieren…

Spitze der Lernkurve… überschritten…

Nach einem schlechten Start in die Woche, ich hatte am Montag einfach schon die Nase voll von Russisch. Mittlerweile habe ich mich wieder gefangen und genieße den letzten Abend. Wenn man ~3h pro Tag, 5 Mal die Woche Einzelunterricht hat und dann die ganze Zeit auch nur von Russisch umgeben ist, ist irgendwann keine Energie mehr da. Gut für den Lernerfolg aber es geht auch sehr an die Substanz!

Gefährliche Wahrheit

Ich hatte vor ein paar kulinarische Tipps abzugeben, und ich entschied mich deshalb ein Opfer zu bringen 😀 und mir ein ordentliches Mittagessen in einem traditionellen ukrainischen Restaurant zu gönnen. (Eine schlechte Idee, da das Abendessen nicht weit entfernt ist) Wieder einmal ist bewiesen, dass Liebe durch den Magen geht (bzw. ausgezeichnetes Essen hilft meine Laune erheblich zu verbessern). Ich war danach sehr fröhlich und entschied mich eine Stunde lang spazieren zu gehen um zumindest einen Teil meines viel zu vollen Magens zu verarbeiten…

Aufnahmestopp – Hirnblockade und Goldener Müll

Es ist ein Phänomen, dass ich bis jetzt jedes Mal erlebt habe: Nach zweieinhalb Wochen ist die Spitze der Lernkurve erreicht und das Hirn beginnt einen Riegel vorzuschieben. In der vierten Woche ist es dann ganz vorbei. Teilweise ist meine Fähigkeit russisch zu reden dann auch schlechter als am Anfang meines Besuches.
Das hat auch meine Lehrerin gemerkt und wir haben beschlossen einen Gang zurückzuschalten. Am Donnerstag haben wir den Skulpturengarten besucht, was ganz nett war, da ein paar geschichtlich interessante Inhalte dabei waren. Z.B., dass die erste Jeans aus Odessa stammt. Viel interessanter allerdings war die Ausstellung vom „goldenen Mist Odessas“. Heißt soviel wie altes Zeug das man nicht mehr braucht aber trotzdem aufgehoben hat (Geld, Nähmaschinen, Radio, Grammophone,…). Danach, bei einer Torte, noch kurz Unterricht gehabt.

Großes Danke an den Wettergott!

Aufgrund des schönen Wetters bin ich gleich anschließend zum Strand aufgebrochen. Nach einer Stunde zog ein Unwetter herauf und ich bin durch den Regen nach Hause spaziert. Perfekt gerüstet in Badehose und -schlapfen sowie Kapperl. Allerdings auch sehr gefährlich, da der nasse Schmutz/Sand auf der Straße rutschig ist bzw meine durchgelatschten Schlapfen bei kleinsten Lacken schon Aquaplanning verursachten…

Über das Wetter kann ich mich in diesem Jahr allerdings überhaupt nicht beschweren. So ein traumhaftes sonniges warmes Klima gab es schon lange nicht mehr (wie auch hier wohnende berichten). So freue ich mich sehr, dass die 2 Pullis, die ich mit habe nicht zum Einsatz kamen. Durch angenehme Klima war es auch nicht so schlimm, dass ich keine neuen Freundschaften geschlossen habe, denn ich konnte mich am Strand entspannen und musste kein schlechtes Wetter überbrücken… Und Actionurlaube hatte ich dieses Jahr sowieso schon einige 😉

Ungünstige Gewohnheiten

Ich wurde wie jedes Mal exzellent versorgt, habe diesmal allerdings fast jeden Tag auch eine Torte zu meinem Internet genossen oder einfach so als Mittagessen zu mir genommen. Ich hoffe ich werde diese Gewohnheit wieder los! (In der Nähe meine Arbeit ist eine Aida!)

Wie sehen die Zukunftspläne aus?

In der Ukraine gibt es ein paar Orte die mich noch interessieren würden, außerdem vermissen mich ein paar Leute hier ;):

  • Lwow
  • Kiew (der eine Tag letztes Jahr war etwas wenig, vielleicht dort 1-2 Wochen auch einen Russischkurs besuchen)
  • Uman (Ein Wunderschöner Park zwischen Kiew und Odessa, Gastmutter und Sohn waren gestern auf einer Schulexkursion dort und sie wollte anfangs nicht, kam allerdings schwer begeistert zurück! September ist eine ideale Zeit)
  • Krim, Jalta, Sewastopol erkunden als Abenteuer/Erholungsurlaub

Neue Ufer?

Vielleicht breche ich aber auch endlich auf zu neuen Ufern. Mein Russischlevel ist mittlerweile (und das muss ich sogar selbst in meiner Bescheidenheit zugeben) relativ hoch und ich würde gerne einmal in das Ursprungsland meines Hobbys reisen. Moskau, St. Petersburg anschaun, vielleicht auch ein wenig Sibieren erkunden. Die Transsibirische Eisenbahn ist auch eine Verlockung (bei der ich sicher schon mindestens einen Mitreisenden hätte…).

Jetzt ist es doch etwas mehr als ein Schlusswort geworden :D, dafür gibt es Bilder!

Odessa – Kulinarisches

Meine Kost und Logie hier ist ideal und ich brauche eigentlich keine zusätzliche Versorgung. Um meinen Namen aber gerecht zu werden und aus Neugierde, habe ich mir doch das ein oder andere Schmankerl gegönnt.

Das angenehme an den Lokalen hier ist, dass sie die Preise immer zusammen mit der Portionsgröße anführen. So kann man in etwa abschätzen wie das Preis Leistungsverhältnis ist. Torten sind eher teuer, dafür aber auch sehr gut! Beginnen wir mit etwas günstigem…

Für die kleine Geldbörse…

…gibt es so genannte столовая (Kantinen). Sie sind nicht umbedingt Genußtempel, aber ab 2,5€ gibt es ein Menü bei.

Жарю Парю  (auf dieser Seite sieht man ihr Logo). Kantine, in der man viele Studierende, Arbeitskräfte von Baustellen, Polizei,… antrifft. Deswegen ist auch meist eine längere Schlange bei den Suppen, die man aber getrost zu den Hauptspeisen hin umschiffen kann. Deuten und mutig ausprobieren ist die Devise, wenn man nicht weiß was in der Vitrine ist. Man findet Filialen:
Греческая, 45
Успенская, 28/30

Als etwas teurere aber auch hochwertigere Alternative gibt es Пузата хата (englische Website!). Die Kantine befindet sich im obersten Stockwerk des Einkaufzentrum Европа (Europa) auf Дерибасовская, 21

Restaurants

Pizzeria olio (englische Website!), die erste vernünftige Pizza die ich in Odessa gegessen habe. Kein Vergleich zu I Terroni und Konsorten aber hier unvergleichbar gut! Pizza Diavolo + Tee ~ 6€! Pizza olio ~7€. Beide sehr gut! Portionen sind mehr als ausreichend! Oregano und Öl muss man sich selber würzen.
Ланжероновская, 30
Бунина, 35
Es soll noch eine gute Pizzeria im Kinokomplex Cinema City geben (http://www.cinemacity.od.ua/ Семафорный пер, 4 ), dieser ist allerdings relativ weit im süden…

Café Компот (Kompott) ein Restaurant mit hervoragendem Essen (und Kompott 😀 welches ich übrigens zu probieren empfehle, einfach überraschen lassen!)! Ob pikante Piroggen (pizzaähnliche Speise) oder Pelmeni… Ich hatte nie etwas, das ich nicht ausgezeichnet fand. Hier hab ich viele Stunden im Internet verbracht. Die Schokotorte (3,6€) hier hat es mir angetan(!), aus vergangenen Jahren weiß ich aber auch, dass der Apfelstrudel exzellent ist. Als Abschlussessen mit meinem Dad gingen wir hier her Frühstücken. Ich hatte ein Croissant mit Schinken und Käse (warm!) + Kakao (3,3€). Gut wars!
Дерибасовская, 20

Куманець (Leider keine Website, aber so sieht ihr Schild aus) ist das Lokal für Reisegruppen, bzw exzellente ukrainische Küche. Was allerdings wirklich ein Muss ist, ist der Mohnkuchen (маковый пирок, 4,2€), so etwas erfrischendes und köstliches habe ich selten gegessen! Wer Mohn nicht mag, wird vielleicht in der Haustorte seine Freude finden (Куманець, preis ähnlich). Ich habe mich auch geopfert und Suppe sowie Wariniki hier gegessen. Die Борщ (Borsch 3,6€) war ein Traum und wurde mit kleinen Buchteln mit Knoblauchöl bestrichen serviert. Wareniki (Teigtaschen 3,2€) waren etwas schwach gewürzt, doch steht ja Salz und Pfeffer am Tisch bereit.
Гаванная, 7

Mexikaner Estrellita sorgt für etwas Abwechslung, ich finde das Essen akzeptabel, allerdings nicht herausragend… (siehe frühere Einträge von Odessa)
Екатерининская, 1

Топ сендвич (Top Sandwich), eine Fastfoodkette mit Kebabähnlichen Gerichten aber auch vielen anderen Speisen. Hier war ich im ersten Jahr ein, zwei mal. Soll aber mittlerweile relativ teuer sein…
Дерибавовская ,14
Бунина, 39

Für die Tortengelüste:

Café Жето (so wie Jeton aus dem franz.)
Eine meiner allerliebsten Lieblingstortenquellen! Pistazientorte ist ein Hammer! Es gibt auch warme Schokolade in einer Tasse (kein Kakao!).
Маяковского, 1

Шоколадница (Schokoladniza) ist dieses Jahr an die Stelle des Kompots gerutscht. Angenehmes Ambiente und Cocktailbarmusik machen dieses Lokal sehr interessant zum Abhängen und Internetsurfen! Meine Lieblingstorten hier sind Prag und Pistazie (~3,5€). Vor kurzem wollte ich’s wissen und habe mir ein Schokofondue bestellt (eigentlich für 2 Personen gedacht). Für 6€ bekommt man ein ordentliches Fondue Geschirr mit ~20cm Durchmesser. Die Schokolade war mir etwas zu kühl und bisschen zu wenig (ich schaufle auf meine Früchte immer viel mehr drauf als nötig ;)) dafür hat mich die Variante Bisquit einzutauchen sehr überzeugt 😉
Torten haben keine Chance gegen das Жето aber sind auch gut. Leider etwas klein…
Гаванная, 7

Eis, nicht alles was glänzt…

Es gibt 2-3 Eisfirmen, die überall auf den Straßen Tresen aufgestellt haben. Eine davon ist Gelato primo, hier gibt es 2/3 Kugeln für 1,5/2€. Man muss sich durch die Sorten testen, es gibt sehr witzig schmeckende wie Kiwi: wie eine Wassermelone mit Kiwigeschmack. Allerdings auch Mandel, Schoko, Haselnuss,….
Kann ich empfehlen.
Dann gibt es noch Thresen einer anderen Firma, die ihr Eis unglaublich toll präsentieren, geschmacklich aber nichts können. Das Eis schmeckt nach Pulver/Mehl oder wwi… Also hat die „das Auge isst mit“ Fraktion nicht gewonnen 😛

Wichtiger genereller Hinweis:

Meine Gastmutter empfiehlt nichts von irgendwelchen Händlern auf der Straße zu kaufen. Es kann 10 Mal gut gehen und beim 11. Mal liegt man ein paar Tage mit Bauchweh im Bett (so erging es ihrer Tochter dieses Jahr). Auch sei nicht gesagt, dass jedes Restaurant komplett frisch kocht, sie hat dieses Jahr auf einer Geburtstagsfeier in einem ihr unbekannten Restaurant gegessen und  eine ungute Nacht hinter sich gehabt…
Also stets vorsichtig sein! Die von mir oben genannten Lokale sind approved!

kleiner Tipp am Rande

ich bin kein großer Senf-Fan, hier gibt es aber Senf, der mich überzeugt! Er schmeckt anders, ist schärfer und einfach besser 😉 2 Testpäckchen kommen in meinen Koffer!