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2015 04 – Prag mal wieder

Nach einer anstrengenden Woche ging es über ein verlängertes Wochenende auf nach Prag. Zuletzt war ich 2011 dort und da hatte ich ein ziemlich gedrängtes Programm. Diesmal mehr Zeit um auch die weniger touristisierten Gebiete zu erkunden…

Wie ich es gerne mache, war es ein ziemlich zu Fuß lastiges Wochenend-Programm. Die paar Male wo wir die U-Bahn genommen haben waren die Intervalle ziemlich lange und Umsteigen mehr eine Qual als praktisch. Zumindest eine Schonung für müde Füße… Irgendwie hat Prag mich nicht wirklich in seinen Bann gezogen (wie soviele andere in meiner Umgebung, die in letzter Zeit davon schwärmen). Es ist nett, viele hübsche Gebäude prägen das Stadtbild und auch ein paar nette Parks auf Hügeln. Es fehlt allerdings das gewisse Etwas, was es ist, weiß ich nicht. Aufgefallen ist mir, dass es recht laut ist. Vielleicht lag es an ebendiesen erhöhten Positionen, die ich ziemlich oft erklommen habe… (Ein Verkehrs-Grundrauschen ist zumindest allgegenwärtig)

Kulinarisch haben wir versucht uns diesmal von TouristInnenabzocken fernzuhalten, was uns ganz gut mit Hilfe von Tripadvisor und ein bisschen Lagevergleich gelang. Ein wirklich gutes Lokal war U Kroka, da das Lokal so gut besucht ist wie sein Ruf empfielt es sich zu reservieren. Ein edles Lokal (das den Preis durch Gourmet statt Tourismus rechtfertigte) war das Blue Wagon. Als richtiges Local food (mit Verständigungsschwierigkeiten und sehr günstigem Preis) würde ich die Kantine Korunka U Arbesa (ca. Stefanikova 49, Andel) bezeichnen. War gut und gut besucht, allerdings konnte man das Essen nur im Stehen genießen. Zu guter Letzt besuchten wir noch das Café Savoy, das wirklich gute Tripadvisor Bewertungen hatte, allerdings eher ein Hort des Tourismus und ziemlich teuer aber köstlich war.

Grundsätzlich kamen wir bis auf wenige Ausnahmen (Kantine) mit Englisch sehr gut zurecht und es waren alle sehr freundlich und hilfsbereit. (Anders als damals 2011) Abgestiegen sind wir diesmal in einem relativ günstigem dafür sehr gut gelegenen Hostel: Miss Sophies. Hier haben wir recht günstig / üppig und gut gefrühstückt und in einem modern schräg eingerichteten Zimmer gehaust.

Viel Fotografiert habe ich nicht aber dafür war es entspannend und vor allem war das Wetter etwas besser als in Wien und wir sind gesund und munter zurückgekommen.

 

2011 Prag – Wie Wien nur anders

Zu Pfingsten hatte ich endlich die Möglichkeit Prag zu besuchen. Ein denkbar schlechter Termin, da man außer Touristen nur Touristinnen zu Gesicht bekam. Die Stadt gefiel, die Füße waren erschöpft und kulinarisch war der Besuch nicht weltbewegend…

[spoiler]Generell würde ich sagen, dass die Stadt architektonisch stark an Wien erinnert, wen wundert es denn auch? Am Busbahnhof angekommen – eine Busreise war die günstigste Variante – wurde man sofort von stadtbahnbögenähnlichen Strukturen empfangen.

Da wir uns auf der Busfahrt „nur“ mit leckerer Roulade versorgt hatten trieb es uns gleich zu einem Würstlstandl wo wir uns eine fetttriefende aber außerordentlich schmackhafte Wenzelbratwurst gönnten. Frisch gestärkt begannen wir unseren zweieinhalb tägigen Sightseeingmarathon…

Prager U-Bahn, praktisch aber lange Intervalle

Es gibt zwar Autobusse und Straßenbahnen aber mit der Metro kommt man einfach und schnell ans Ziel – zumindest als Tourist. Die Stationen sind riesig, die Rolltreppen lang aber auch schnell (schneller als hierzulande). Durch die Größe kann man sich schon mal zum falschen Aufgang bewegen. Einziges Manko: die Intervalle am Wochenende mit 600-700s (siehe Anzeige am Bahnsteig) sind etwas lang. Mit nur 3 Linien behält man gut den Überblick und kann je nach Strecke seine Tickets wählen. Kurzstrecken mit 5 Stationen (30min) kosten 18 Kronen und ein 75 min Fahrschein 26. Wir wurden natürlich gleich vor unserer ersten Fahrt kontrolliert, so wie die anderen nicht Einheimischen…

Sauberes und renoviertes Stadtbild

Wir haben viel gesehen: Hradschin, jüdisches Viertel und weitere schöne/interessante Orte wie die Karlsbrücke. In den meisten Gebieten sieht es aus wie in Wien vielleicht etwas zierlicher von der Gebäudehöhe her. Die meisten Häuser sind farbig und nicht in einem städtischen Einheitsgrau. Leider hatten wir einen verregneten Tag aber die ärgsten Regenschauer konnten wir in Cafes überbrücken. Eine Karte sollte man immer dabei haben, da man sich die Straßennamen nicht so leicht merken kann.

TouristInnen werden schamlos ausgenommen und über den Tisch gezogen

Ob einfacher Aussichtsturm oder die goldene Gasse, überall wird Eintritt verlangt, zwar sind die Preise nicht so gesalzen wie in Schottland aber man muss oft ein Paket nehmen, selbst wenn man nicht alles sehen will.
Leider waren zu Pfingsten massig Touristen mit uns unterwegs, was im kleinen goldenen Gässchen bei Regen zu einem Meer aus Schirmen führte. Mir fiel auf, dass viele Gäste aus Deutsch- oder Russland waren.
Wo man sehr aufpassen sollte ist, dass einem in Restaurants ungefragt gleich mal großzügige Aufschläge auf die Rechnung gemacht werden, meist 15%(!) Trinkgeld sowie ein nicht minderer Aufschlag für’s Gedeck.
Im Reiseführer wird empfohlen bei Streitsituationen die/den Geschäftsführer/in zu konsultieren, was das Problem schnell lösen sollte.
Wenigsten kommt man mit Deutsch und Englisch ganz gut zurecht.

Kulinarisch

Wie Anfangs erwähnt, gönnten wir uns als erste Mahlzeit eine Wenzelwurst, diese und „Flamendr“ (Vorspeise: Schwein in süßlicher Knoblauch-Pfefferoni Sauce auf Schwarzbrot) waren eigentlich die einzigen kulinarischen Höhepunkte der Reise.
In zwei Restaurants habe ich Gulasch bestellt, welches allerdings nicht sehr überzeugend war. (Die weißen Knödel waren neu und auch in interessant) Da besuche ich doch lieber Wiener böhmische Küche ;).

Unser Hotel: Don Giovanni

Mit unserem Hotel hatten wir weniger Glück. Die Zimmer waren zwar schön und gut ausgestattet, doch ließ das Frühstücksbuffet sowie unser Abendessenversuch mehr als zu wünschen übrig. Von harten baked Beans über ledernen Speck zum Frühstück hin zu Packerlsuppe und -pürree zum Abendessen. Vielleicht hatten wir auch einfach nur Pech. Auch sind Gutscheine von Gutscheinseiten mit vorsicht zu genießen, da hier manchmal Schindluder mit Phantasieermäßigungen getrieben wird… Wir stehen bereits in Kontakt mit unserem Anbieter und versuchen die Sache zu klären (uns war zum Abendessen kein Buffet sondern ein Essen á la Carte versprochen… sowie mehr als zwei 75 min Tickets)

Alles in allem freue ich mich endlich auch mal in Prag gewesen zu sein. Außerdem habe ich auch ein paar Drehorte von diversen Hollywoodfilmen wiedererkannt!

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