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Und wieder ging ein Abschnitt meines Lebens zu Ende…

Ich bin gerade in guter Stimmung, diese Gedanken ruhen aber nun schon so lange, dass sie endlich das Licht des Internet erblicken sollten und 2013 ist ja auch nicht mehr so lange 😉
Die Jahre 2012 und 2013 waren eine Zeit der Trennung, Veränderung und des Neubeginns. Es war keine leichte Zeit und sie hat sehr an mir gezehrt, mich verändert und gezeigt, dass auch ich meine innere Ruhe verlieren kann. Doch seit März diesen Jahres geht es wieder stetig bergauf. Ich habe mit etlichen Leuten gesprochen, über Probleme (meine und deren), das Leben und die Zukunft; und musste feststellen, das der wohl passendste Begriff für so eine Phase „Quarter-Life-Crisis“ ist und man nicht alleine ist…

Wie schon zu Zeiten der AHS, des Bundesheeres, Skiurlaube mit Freunden, Sommerkollegs,… der Abschied ist oft schwer. Man gewöhnt sich aneinander oder hat sich gerade erst richtig kennengelernt; Man ist eine lange Zeit dabei und aus „Alles Neu“ wird Alltag. Manchmal kann man auch erst einmal aufatmen und die Ruhe nach dem Sturm genießen, sich neu sortieren und in die Zukunft blicken…

2012 musste ich mich von lieben Menschen trennen bzw. Abschied nehmen und wie es nunmal oft der Fall ist gesellt sich schlecht gerne zu schlecht und das Jahr stand unter keinem günstigen Stern. Gegen Ende allerdings lichtete sich der Himmel und es eröffneten sich gemeinsam mit dem Studiumsendspurt (der sich leider durch diese psychische Belastung hinauszögerte) ein paar gute Möglichkeiten wieder neue Perspektiven zu finden. „Was kann man denn schon wenn man Physik studiert hat?“ diese, ähnliche und ganz andere Fragen quälten mich eine lange Zeit.

Ich wälzte mich durch Jobbörsen, bekam täglich meine Abonnoments und durchforstete ein Bewerbungsbuch nach nützlichen Hinweisen. Schließlich besuchte ich noch einige Karrieremessen, wo sich mir auf der Career Calling 2 gute Kontakte auftaten und die Frustration nach zwei Einladungen zum Bewerbungsgespräch zu weichen begann. Ich merkte auch, dass ich als Physiker eher mit Initiativ-Bewerbungen punkten konnte und, dass es nicht so läuft, wie man uns immer wieder während des Studiums einbläute. „Mit offenen Armen sucht man Problemlösungsorientierte wie euch; das breitgefächerte Wissen und die Affinität zur Mathematik werden viele von der Qualität eine(s)(r) PhysikerIn überzeugen; viele werden gleich von der Uni abgeworben,…“ Sei’s wie es sei, seit März habe ich einen Job bei einem Konzern mit dem epischten Poser-Firmenfilm ever!

Der nächste Schritt ist es das „neue Leben“ in den Griff zu bekommen, in meinem Fall waren dass mal die Probezeit zu überwinden und sich einzuleben, eigene vier Wände finden, neue Freundschaften knüpfen oder alte erneuern und neue Ziele zu definieren. An einer weiteren wichtigen Sache bin ich gerade dran…

Ich bin schon sehr gespannt was die Zukunft bringen wird und hoffe mit diesem Post gezeigt zu haben, dass niemand alleine ist mit seinen Problem(ch)en und es immer jemanden gibt, der in einer ähnlichen Situation steckt oder auch das ein oder andere durchmacht. Auf alle Fälle hilft es darüber zu sprechen und nicht alles in sich hineinzufressen.

Schokolade? Fleisch? Vegetarisch?

Vor etwas mehr als einem Jahr schrieb ich einen Artikel darüber, dass ich einfach nicht satt werde, wenn kein Fleisch auf meinem Teller ist. Dies sollte ich nun etwas unter neues Licht rücken. Ich brauche Fleisch weniger oft und verspüre nicht die Lust es öfter zu mir zu nehmen.

In den letzten Monaten hat sich mein Leben stark verändert und auch der Lebensabschnitt Studium neigt sich dem Ende entgegen. Mir nahe stehende Menschen gingen (oder mussten gehen) und neue traten in mein Leben. Es gab viele Höhen und Tiefen und mir ist schon richtig schlecht vom vielen Achterbahnfahren. Ich fing an Sport zu machen um Knieschmerzen und den Speck der letzten 7 Jahre loszuwerden. (Außerdem wurde ich auf unerklärliche Weise motiviert/herausgefordert es mal wieder mit Laufen zu probieren.) Ich bin mittlerweile fleißig dabei und auch Radfahren zählt wieder zu meinen Beschäftigungen. (Rechts gibt es übrigens einen Kilometerzähler) Dank dieses „Mehrs“ an Sport hat sich meine Figur verbessert und ich kann natürlich pro Woche auch mehr essen. Auch bei der Ernährung hat sich einiges geändert.

Salat und Co

Seit Hamburg habe ich Salat für mich entdeckt, denn dort habe ich im Steakhouse den Salat meines Lebens gegessen! (Mit gebratenen Champignons, Ofenkartoffel,…)
Ich beschloss hierzulande Seinesgleichen zu suchen, startete vorher aber selbst Experimente. Diese liefen sehr gut sind allerdings relativ ressourcenaufwendig. Vor allem, da ich ziemlich alleine dastehe und von einem Salathäupl 4 Tage lang essen muss (wenn man bedenkt, dass Tomaten, Gurken,… auch noch hineinkommen). Somit beschloss ich auch in Restaurants das Angebot zu testen und wieder einmal trifft das Santos ins Schwarze! (Der Salat ist hochwertig und die Dressings traumhaft. Für vegetarisch Essende: Leider ist bei den meisten Fleisch dabei, wenn ihr Fleischtiger bei euch habt sollte das allerdings kein Problem darstellen, probieren zahlt sich aus! Mangodressing, Kaktusblätter,…)

Es muss nicht immer Schokolade sein…

Den unstillbaren Heißhunger nach etwas Süßem… Wer kennt sie nicht, mich überkommt sie meist bei monotonen Arbeiten, wie Lernen oder ähnlichem. Ich wandere immer noch Richtung Küche allerdings gibt es nun mehrere Optionen:

  • Ich gehe noch ein Stück weiter zum Obstkorb:
    • Schnappe mir ein Stück und stille meine Lust.
    • Mache mir ein Schokofondue. Was zwar aufwändig aber meine Lieblingsform ist.
    • Bereite einen Obstsalat zu. (Geschnitten finde ich Obst einfach besser.)
  • Ich hole mir aus der Küche ein wenig Schoko und nehme mir vor beim nächsten Mal Obst zu essen.

Was im Moment noch ein wenig schwierig ist, ist das Widerstehen bei Überangebot. Die Schokoschüssel, die bei meinem Vater allgegenwärtig in der Mitte des Wohnzimmers steht und mit köstlichem Geruch und Vielfalt lockt, ist zwar nicht so tragisch aber wenn ich an Weihnachten, Ostern,… denke wird mir Angst und Bange. Unmengen an Schokolade, die verzehrt werden wollen stehen ständig in unmittelbarer Nähe! Ich muss irgendwie klar machen, (versuche ich seit Jahren) dass ich nicht soviel essen kann/will…

Mehr, dafür aber gesund

Die Verminderung des Schokokonsums sowie die pflanzlichere Kost, bewegen mich zwar dazu öfters zu essen, aber das ist im Endeffekt nicht so tragisch, da ich durch Sport viel verbrenne und sich die Kalorien gesünder anfühlen. Auch das nahezu alkoholfreie Leben bereichert das Jahr um viele nutzbare Tage… Generell merke ich, dass ich mehr auf meinen Körper hören kann und er mir sagt, was er will.
Ich hatte zum Beispiel gestern einen ausgezeichneten Burger im Santos, war aber schon nach der Hälfte vom Fleisch übersättigt. Danach kämpfte ich eher, als dass ich ihn bis zum Ende genießen konnte.

Ich habe das tiefste Gewicht seit etwa 10 Jahren (im Moment 89±1Kg) und ich fühle mich pudelwohl in meinem Körper. Vielleicht gehe ich heute noch Laufen. Der Trieb ist da und ich komme ob der Hitze sowieso nicht so wirklich dazu…

Und so war es einmal

In Mitten meines Studiums (2007/2008), als der Sport ganz weit unten auf der Liste stand und ich viel Zeit auf der Uni verbrachte, ernährte ich mich täglich von Pizzaschnitten und Kebab… Sehr einseitig, was man auch sehen kann:
Stolze 104 Kg waren das Ergebnis, die Jahre davor 94-96Kg, wieso fiel es mir nicht auf? Ich weiß es nicht! Durch Zufall kam ich drauf, dass mein Blutdruck zu hoch war und ließ mich untersuchen. Bauchspeck muss weg! Seit dem habe ich nurmehr selten eine minderwertige StandlPizza angerührt…

Merci Schokolade – Sag einfach: Danke!

Der oder diejenige, die sich die Marke merci ausgedacht hat, hat einen Volltreffer gelandet. Auch wenn nicht alle Varianten gut sind, so geht es um das Dankeschön das mitkommt. Ich habe nun innerhalb von 2 Wochen 2x merci Schokolade für (Computer-)Hilfeleistungen bekommen. Wenn man ein bisschen drüber nachdenkt passt die Aussage der Schokoladeverpackung einfach zu vielen Situationen…

Nachdem ich einer ehem. Russischkollegin bei einem Problem mit ihrer Externen half, bekam ich gestern ein verzweifeltes Mail mit Hilferuf von einer Studentin. Ihre Diplomarbeit liegt auf einer „kaputten“ externen Festplatte. Am selben Abend hatte ich ihre Platte (plus eine baugleiche zweite) in meinen Händen und konnte nicht nur ihre Diplomarbeit sondern auch die Fotos retten. Damit sie gleich ruhig schlafen konnte, teilte ich ihr sofort mit, dass sie sie heute wieder holen könnte. Nach der Übergabe habe ich mich so gefreut, dass ich wieder einmal einem verzweifelten Menschen helfen konnte und bin noch immer fröhlich darüber. Das verdrängt einfach alle anderen Sorgen und Gedanken, zumindest für den Moment…

Nachdem es mir schwer fällt für solche „Freundschaftsdienste“ (ich kenne sie nicht) etwas zu verlangen, ließ ich den Ball bei ihr und bekam eine Packung merci mit einer versteckten großzügigen Spende darin. Es ist mir zwar ein bisschen unangenehm, freut einem jedoch gleich noch mehr wenn man Anerkennung für erbrachte Leistung bekommt. Das ist schon etwas schönes!

Da fällt mir ein, ich könnte mal wieder ein Backup machen!

Gute Nacht!

Ende der Skisaison 2011/12

Erstmals seit vielen Jahren war das Wetter (zumindest im Februar) wieder pistenfreundlicher. Dieses Mal hatte ich auf alle Fälle sehr viel Spaß und hoffe natürlich, dass es nächstes Jahr auch wieder super wird. Als kleine Abrundung habe ich hier meine Gedanken über Gruppendynamik verfasst, die vielleicht interessant sind und zeigen, dass es nicht nur im eigenen Freundeskreis so zugeht…

[spoiler]Familienurlaub mit Skistunde

Diesen Februar hatte ich das Vergnügen nach unzähligen Jahren endlich mal wieder giffige und ideale Pisten zu Fahren. Bei Temperaturen um die -15 Grad kein Wunder – deshalb musste ich zwischendurch Aufwärmbesuche in der Skihütte machen, die sonst wegfallen. Allerdings waren meine Zehen teilweise schon schmerzhaft kalt und so gings nicht anders. Am vorletzten Tag, beschloss ich mir eine Stunde mit Skilehrer zu gönnen und diese hat sich wirklich ausgezahlt. Ich wurde in die Technik des Carving eingewiesen und meine Haltung sowie Schwungtechnik für das normale Fahren berichtigt. Leider ist noch nicht alles in Fleisch und Blut übergegangen aber das Fahren macht dadurch wieder doppelt soviel Spaß!

Kondition und Skipartner

Nun ist auch die zweite Skiwoche (seit diesem Samstag) um – 17 Leute in einer Selbstversorgungs-Hütte gleich neben der Piste. Wieso sitze ich fast täglich schon um 12:00 in der Küche? Einerseits bin ich mit meiner Ausdauer schon relativ am Ende denn Eis, das sich mit Sulz abwechselt sind nicht nur optimale Bedingungen um sich zu verletzen sondern auch kräfteraubend. Weiters kommt hinzu, dass es immer gefährlicher wird, je mehr Leute auf der Piste fahren. So gab es bis Donnerstag keine nennenswerten Ereignisse, erst in der Früh hätte es mich zweimal knapp hintereinander fast erwischt. Ob unvorsichtig oder einfach rücksichtslos – jedenfalls wurde ich auf einer schwarzen Piste und sofort darauf knapp neben dem Abgrund ordentlich geschnitten, so dass ich danach erst einmal 2 min verschnaufen musste um das Herzklopfen loszuwerden.

Am Familienurlaub nehme ich normalerweise immer nur Vormittagskarten – in so einem großen Schigebiet wie Saalbach kann dies aber unter Umständen etwas gefährlich sein, vor allem wenn man um 12:30 auf der anderen Seite des Tals ist und die Karte abgelaufen ist. Daher habe ich eine 5 aus 7 Wahlkarte genommen, da ich weiß, dass ich sicher einen Tag blau machen würde. Im Nachhinein, wären bis auf den ersten Tag Vormittagskarten ausreichend gewesen, da wir immer schon um 11:30 die Piste verließen. Wer ist wir?
Ich bin ein Schön-Pisten-Fahrer und bin mit jemanden unterwegs gewesen, der genauso wie ich so fährt bis es keinen Spaß macht, bzw. sich Kondition und Beschwerden einmischen. (Er hat Knieprobleme) So sind wir zwar weniger gefahren aber hatten trotzdem viel Spaß und erhohlsame Nachmittage in der Sonne.

Logistik und Versorgung

Siebzehn Leute ist keine kleine Zahl und es ist nicht unbedingt leicht alle Wünsche zu erfüllen und es allen Recht zu machen. Als „Mitglied“ im Versorgungsteam denke ich trotzdem, dass wir einen ganz guten Job machen. Frühstück und Abendessen sowie Naschereien für zwischendurch werden von uns auf Gruppenkassa besorgt. Einkaufen gegangen und Gekocht wird nach dem Skifahren – meist 3 Kg Fleisch (Faschiertes im Chili, Gulaschfleisch, …) und haufenweise Beilagen (4 Kg Erdäpfel zu 4 Kg Spinat) stehen am Abend auf dem Speiseplan und bis jetzt musste niemand wirklich Hunger leiden. Zur Not hält der Striezel mit Nutella her.

Mensch und Gruppe

Ein großes Problem in einer Gruppe dieser Größe ist leider die menschliche Natur. Man redet gerne bzw. richtet gerne hinter dem Rücken anderer aus. Bei uns gibts leider nicht nur Lästereien sondern teilweise wirklich boshaft und ungute Hinterrücksgschichtln. Zumindest ist die typisch österreichische oberflächliche Harmonie im Vordergrund gewahrt und alle spielen fröhlich „Heile Welt“, was eigentlich im Großen und Ganzen ein gutes GruppenKlima ergibt. Es ist schade, dass man nicht ohne Lästern, Gemecker und Hass nebeneinander Wohnen kann. Vor allem entzieht sich mir nicht selten der kausale Grund für derartige Verhaltensweisen.

Immer wieder beobachte ich – nicht nur in unserer Gruppe sondern auch in Gruppen, in denen ich Gast bin – gewisse Muster. Es gibt Alpha-Tiere (nicht nur ein oder zwei sondern gleich eine Hand voll) die am liebsten haben, dass vieles nach ihrer Pfeife tanzt. Leute die relativ gemütlich sind und widerstandsfrei mit vielen Dingen zufrieden sind oder sie einfach über sich ergehen lassen. Nörgler, die an allem etwas auszusetzen haben und, zumindest von dem was sie von sich geben, nie zufrieden sind…

Arbeitsteilung und Streitereien

In etwa die Hälfte der Leute ist fleißig, viele stehen immer mit einer Hand zur Seite und bieten stets ihre Hilfe an. Ein krasses Gegenstück sind Verwöhnte, die sich alles vorsetzen lassen und nix dafür tun wollen, bzw. erkannt haben, dass es auch ohne ihre Hilfe funktioniert. Meist ist es dann zu mühsam den Leuten nachzurennen um ihnen Arbeit aufzuhalsen und so kommen sie, völlig ohne schlechtes Gewissen, davon. Ansich stört mich das ja nicht wirklich, nur die Tatsache, dass es in einer Gruppe von (mehr oder weniger) Freunden nicht Fair ist natürlich im Hinterkopf vorhanden.

Streitereien sind bei uns Gottseidank relativ selten, passiert es dennoch, so haben wir immer jemanden, der versucht alle zu versöhnen und die Harmonie wieder herzustellen. Diese Gleichgewichtskraft will es natürlich allen recht machen was leider nicht wirklich so ohneweiters möglich ist. Hin und wieder laufen Schlichtungsversuche auch schief, in dem die Person, die gerade beleidigt, böse,… ist mit falschen Methoden beruhigt werden soll, die die Situation nur schlimmer machen.

Nicht nur Skilehrer und Lehrerinnen können helfen

Leider jedes mal erst gegen Ende des Urlaubs gewinne ich neue Erkentnisse, die mir helfen meine Skitechnik zu verbessern. So haben wir eine sehr gute Skifahrerin, die mir einiges, dass mir der Skilehrer im Februar im Eiltempo gesagt hatte, wieder ins Gedächtnis gerufen hat. Mein größtes Problem ist der Schwerpunkt, der bei mir leider immer wieder nach hinten rutscht. Weiters habe ich mir eine bergoffene Haltung antrainiert (allerdings mit der normalen Skistellung), die ich gerade mit großer Mühe versuche wegzutrainieren. Jetzt muss ich allerdings wieder ein Jahr warten und hoffe es nicht zu vergessen! Die quasi-statische Oberkörperhaltung und nur Bewegungen mit den Füßen/Hintern und auch mein Versuch wieder Stecken zu verwenden haben sicher stark an meiner Kondition gezehrt. Jedoch macht es gleich viel mehr Spaß, wenn das Fahren besser funktioniert!

Alles in allem bin ich mit der Skisaison mehr als zufrieden (ich war dieses Jahr nicht krankheitshalber außer gefecht) und hatte jede Menge Spaß! Einzig meine Skischuhe trüben die Stimmung etwas, da sie unbequem sind und außerdem undicht sind. Vielleicht lasse ich mir demnächst mal welche maßschneidern.[/spoiler]

Schnee! Der erste 2012 und ‚der letzte 2011‘

Kaum zu glauben, ich schaue gerade aus dem Fenster und es schneit! Leider zu spät, denn jetzt ist Weihnachten schon vorbei. Seit mehreren Jahren bin ich schon nicht mehr wirklich in Weihnachtsstimmung und das ist der Grund. Kein Schnee…

Was ist schuld?

In meiner Kindheit hatten wir rund um Weihnachten unmengen an Schnee, man konnte an diversen Orten in der Stadt rodeln gehen und sich austoben (z.B. Schönbrunn). Sei es einfach nur das Gefühl das kalte Zeug mit seinen Händen zu formen oder einen Schneeball zu werden… Die weiße Pracht, die leider in der Stadt immer wieder viel zu schnell zu einem grauen Matsch wird, hebt einfach die Stimmung gewaltig und war für mich immer ein Zeichen dafür, dass Weihnachten naht.

Weihnachtslieder und Konsumwahn

Wie soll man denn heutzutage noch wirklich vernünftig Freude aufbringen? Ohrenzeugenberichten zufolge wurde das erste Weihnachtslied bereits im Oktober (!) vernommen. Die zehnte Abwandlung eines Liedes spielt es immer wieder auf und ab während man 4 Wochen vor Weihnachten vor lauter Christkindern (die in den Geschäften nach Geschenken suchen und diese kaufen) nicht einmal mehr normal einkaufen gehen kann.
Außerdem wird man schon so früh mit Weihnachtsschoko und Christbaumbehang bombadiert so, dass man zu Weihnachten schon wieder fast dazu genötigt wird den Osterhasen shoppen zu lassen. Es ist eine gewisse Übersättigung vorhanden…

Einfach nicht mehr normal

Wo ist die ruhige und besinnliche Vorweihnachtszeit hin? Wo ist die Vorfreude geblieben und wieso wird alles von Konsumwahn zerstört?
Es fühlt sich für mich nicht mehr richtig und echt an. Früher haben wir noch dem Ereignis entgegengefiebert, etwas später mit der selben Freude beim Christbaumschmücken geholfen.
Irgendwie ist alles zu einem zu künstlich inszeniertem unrealistischem Theaterstück geworden. (Ich denke so könnte man das ausdrücken)

Vielleicht ist das der Fluch der Großstadt? Vielleicht haben wir vergessen wie es einmal war oder vergessen, wie man sich gegen die Beeinflussung durch den induzierten Kaufrausch wehrt…

Vielleicht bin ich auch einfach nur schon zu alt?

Sicher nicht!

Ich hoffe jedes Jahr aufs neue, dass es besser wird!

Odessa – Neue Heimat?

Ich werde immer wieder gefragt, ob ich gerne nach Odessa ziehen würde und mir vorstellen könnte hier zu leben. Da Antwort ist nicht einfach…

Odessa ist eine sehr schöne Stadt und es gibt hier genauso gute Plätze um entspannt dazusitzen und das bunte Treiben zu beobachten wie in Wien. Die Stadt bietet ausreichend Möglichkeiten spazieren zu gehen und ist sehr grün. Vom Wohlfühlcharakter sind sie würde ich sagen ebenbürtig… Lebendig, offen, freundlich, großzügig angelegt,… Es gefällt mir hier und zu Hause! Natürlich gibt es wie überall Pros und Cons:

Warum ich hier nicht leben möchte:

  • Das Trinkwasser ist ein sehr großes Minus. Ich kann das gefilterte oder Flaschenwasser schon nicht mehr sehen!
  • Das kulinarische Angebot an Restaurants ist begrenzt und außerdem ist Vorsicht geboten. Es gibt nicht einmal ein indisches Restaurant! (KO Kriterium :D)
  • Der Hygienestandard ist nicht so hoch und die Möglichkeit auf Ungeziefer, selbst bei eigener sauberer Wohnung, bestünde wahrscheinlich sogar durch die Nachbarn.
  • Korruption, ohne sie läuft hier leider nicht viel.
  • einhergehend mit ihr: schlechte, unterdurchschnittliche Bezahlung. Wenn ich hier arbeiten würde dann nur von außerhalb mit gescheitem Gehalt. Es ist schade wieviel Potential hier verloren geht weil Leute soviele Nebenjobs haben. (Meine Sprachlehrerin arbeitet auf der Uni. Ihr Nebenjob ist die Sprachschule, wo sie eine Stange mehr verdient…)
  • Freunde, man kann zwar neue finden, ich bin allerdings sehr wählerisch und will zumindest meine besten Freunde nicht aufgeben (sicher ginge es über Entfernung auch irgendwie, allerdings verkümmern die Bande mit hoher Wahrscheinlichkeit wenn man sich kaum sehen kann)
  • Eher ein generelles Problem im Ausland: Lebensmittel sind anders. Was aber wirklich fehlt: heimische Wurst- und Bäckereiwaren, den Rest bekommt man sicher irgendwie hin. Obst und Gemüse ist hier auf alle Fälle besser als in unseren Supermärkten.
  • Die Krankenversorgung macht mir auch sorgen. (Auch hier spielt Korruption ordentlich mit)
  • öffentliche Verkehrsmittel sind nicht unbedingt das meine und die Straßen haben auch schon bessere Zeiten gesehen
  • hin und wieder gibt es elektrische Unsicherheiten (viele Stromausfälle durch alte Leitungen)
  • freilaufende Hunde und Katzen

Was Odessa lebenswert macht:

  • Die Bevölkerung ist sehr nett und ich mag die odessitische Mentalität
  • Die Stadt ist schön, grün und sauber
  • Kontrastreichtum fasziniert (verfallen – neu, teuer – billig, klassisch – neu – kitsch,…)
  • Meer! + Hafen!
  • ukrainische Küche ist sehr gut, und sobald man hier Freunde gefunden hat, wird man sicher das ein oder andere Mal eingeladen
  • ich mag die russische Sprache
  • die hübsche weibliche Bevölkerung hebt die Stimmung
  • viele kleine Cafés, überall die Möglichkeit einkaufen zu gehen. Die Infrastruktur ist nicht so schlecht. (bis auf die kulinarische Abwesenheit)
  • Das Klima ist angenehmer als bei uns
  • bunte fröhliche Stadt mit großzügig angelegten Straßen
  • Nationalitätendurchmischung (und ehemalige Spionagedrehscheibe)

Ich würde sagen wenn sich einige Dinge ändern würden, könnte ich mir vorstellen halbjährlich hier zu wohnen. Denn im Herzen bin ich Odessit (was man an meinen Gegenfragen auf Fragen merkt ;)) aber auch Wiener.

Ich denke mein Vater kann bestätigen, dass die Stadt einen ganz besonderen Charme/Zauber hat. Man sollte aber nicht außer Acht lassen, dass ich hier eigentlich nur Gast/Tourist bin. Wie sich das reale Leben gestaltet ist schwer zu sagen…