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2016 1026 bis 1030 – Hongkong

Schon ewig schiebe ich diesen Reisebericht vor mir her… Ich war fasziniert und angetan von dieser Stadt voller Leben, Technologie, Menschen, Lebenseinstellung, Kultur,… Ich habe und hatte bisher Angst, diese Erfahrung nicht würdigend genug in Worte fassen zu können, so gerne erinnere ich mich doch an die Faszination zurück und sehne mich nach der Atmosphäre von Tradition, Spiritualität und Technologie!

Schon kurze Zeit nach dem Verlassen des Flugzeugs (um einiges angenehmer: der 10:20 Stunden Direktflug) wird klar, dass ähnlich wie in Tokio/Japan, die Technologie hier eine große Triebkraft hat. Viele Menschen auf engem Raum und hohe Häuse mit kleinen Hotelzimmern, erinnern stark an die letzte Asienreise. Ein großer Unterschied jedoch: jede Menge Autos, nicht etwa elektrifiziert, sondern Verbrennungsmotoren! Ein großes Manko, denn hier hat man an so mancher Stelle mit Schwindel, Atemnot oder zumindest Kopfschmerzen zu rechnen… Außerdem weniger laut, knallig und irritierend!

Nach einer kurzen Rast im Hotel erkundeten wir gleich ein wenig die Stadt und ich kam aus dem Staunen nicht hinaus: Straßenrampen „kreuz und quer“, rauf und runten, Fußgänger Übergänge (hauptsächlich in Central), die zum Teil das gehen auf der Straße ersetzten (und Konsumtempel mit Banken und vielem mehr verbinden) und Hochhäuser soweit das Auge reicht. Nicht nur die Größe, sondern auch die schiere Anzahl an Flagship-Stores ist beeindruckend (Autohersteller, Smartphone-,…), teilweise leistet sich so mancher Prestige-reiche Hersteller sogar mehrere davon. Konsumgesellschaft? Kapitalismus in Reinform? Hauptbeschäftigung: einkaufen? Zumindest bleibt das Gefühl, dass die Steuern in die richtigen Ecken fließen, die Öffis sind gut durchdacht und auch zu Stoßzeiten erstaunlich gut unter Kontrolle.

Die Stadt, ein ständiges Gewusel, stickig, viele Menschen und hin und wieder übler Kloakengeruch. Wie in Tokyo war die Zeit zu knapp um fotografier-technisch alles auszukosten, die Motivation ist allerdings gestiegen (vor allem in Sachen Street-/People-Fotografie), es ergaben sich viele interessante Szenen.
Doch auch abseits der Häuserschluchten (im „Dschungel“, ja es gibt dort auch Natur!) hätte es noch einiges zu erleben gegeben, dass wir nicht erforschen konnten.

Kulinarisch waren dafür genug Experimente dabei, die bis auf eine Ausnahme gar nicht schlecht waren. Wirklich gut fanden wir den scharfen Gurken-Salat (mit viel Knoblauch) und die tollen Variationen an Dim Sum. Preislich ist es schwierig gewesen, wir sind teilweise sehr günstig in mehr oder minder Garküchen und einheimischen Lokalen durchgekommen, haben allerdings auch normale europäische Preise bei Restaurant-Ketten und teils sehr viel in Restaurants bezahlt. Wobei mehr nicht unbedingt besser bedeutete.

Apropos Einheimischenlokale, man sollte annehmen, dass man in Hongkong mit Englisch sehr weit kommt, da ehemals unter Britischer Herrschaft, allerdings mussten wir uns der Hände und Füße bedienen und waren der Freundlichkeit sowie Geduld der Einheimischen ausgeliefert, die uns weiterzuhelfen versuchten und meist auch schafften!

Eine erwähnungswerte Sache ist die octopus card. Wir nutzten diese zwar nur für die Öffis aber man kann (vor allem wegen der oft fehlenden Möglichkeit bargeldlos zu zahlen) Sie an vielen Orten und Stellen auch zum Zahlen verwenden. Mit 500 HK$ pro Nase und Tag sind wir ganz gut durchgekommen, haben uns aber auch keinem Luxus hingegeben! Der etwa zwei stündige Aufstieg zum Big Buddha auf Lantau (statt mit der Seilbahn zu fahren) hat sich sicher positiv auf das Börsel ausgewirkt wie auch der Abstieg zu Fuß vom Victoria peak.

Was den Dschungel (diesmal sind die Häuserschluchten gemeint) angeht: ohne GPS, Karte und Navi wäre vieles teilweise nicht möglich gewesen. Gott sei Dank hatte ich noch einen alten Vertrag und telefonieren und vor allem Datenvolumen „like home“! So war es auch mit Bus und Tram einfacher. Vor allem wenn man den Ausgang aus der U-Bahn schon vorher kannte.

Was bleibt ist: die Faszination für die Kultur (auch Peoples religion/Buddhismus) und nicht nur ein Film (Dokumentationen oder Spielfilme) von und über China bzw. Hongkong hat meine Freizeit verschönert; ein unglaublicher Einblick in die Teekultur, Teehäuser sind das, was uns fehlt, mehr Gemütlichkeit, weniger Stress und free-refill; das Geruchsgedächtnis an Räucherstäbchen überall vor Häusern und in den Tempeln; Kondensat, das auf den Gehsteig und vor allem einem selbst tropft und öffentliche Toiletten (?)

PS: zum ersten mal im Disney Land war auch eine nette Erfahrung!