Archiv der Kategorie: Restaurants etc.

Kritiken und Berschreibungen von und über Restaurants in Wien.

Olching (bei München) – gut gegessen

Nachdem ich im Moment arbeitstechnisch ziemlich verplant bin ist es nicht leicht Zeit zu finden über etwas zu schreiben. Auf einer ein-wöchigen Dienstreise in die Nähe von München habe ich mir zwei kurze Ausflüge in die kulinarische Welt von Olching gegönnt und wurde positiv überrascht!

  1. Indian Palace (Hauptstraße 67, 82140 Olching, Deutschland)
    Eigentlich wurde mir das Restaurant Mekong empfohlen aber mangels Parkplatz und strömenden Regens war es einfacher hier einzukehren. Parkplatz vor der Tür hat einfach einen klaren Vorteil. Für die Beurteilung, wie gut ein Inder ist gibt es mehrere Faktoren bei mir. Zum einen die Linsensuppe, diese war hier leider etwas langweilig und konnte deshalb nicht punkten. Zum Anderen das Naan Brot – welches in Ordnung aber nicht wirklich an meinen Favoriten Samrat herankommt. Jedoch war ich überrascht von den ausgezeichneten Malai Kofta, die in einer sehr geschmackvollen Sauce serviert wurden, nur mit der Bestellung „sehr scharf“ wurde untertrieben, vielleicht ist man es nicht gewohnt Gäste zu bedienen, die mehr vertragen. Die Kellnerin warnte mich mit aufgerissenen Augen als ich mein Papadam in scharfes chili-chutney tauchte „Vorsicht, scharf!“ Jedenfalls eine klare Empfehlung.
  2. Restaurant Mekong (Hauptstraße 61, 82140 Olching, Deutschland)
    Nachdem ich der Empfehlung natürlich nachgehen wollte musste auch dieses Lokal besucht werden. Gleich vorweg, sehr herzliches Personal (der Chef persönlich?), das auch mit unglaublich nervenden Kunden umzugehen wusste! Soweit ich mich erinnern kann hatte ich eine köstliche Thom Ka Gai als Vorspeise und anschließend einen vegetarischen Gang mit selbstgemachtem Tofu und frischem Gemüse. Es war wirklich traumhaft gut. Auch hier ganz klar wirklich empfehlenswert!

In beiden Lokalen habe ich für Getränke, Vor- und Hauptspeise ca. 20 € berappt, was nicht unbedingt günstig, für exotischere Küche aber auch nicht unnatürlich ist. Wer also mal in die Verlegenheit kommt dort oben zu verweilen, dem kann ich einen Besuch dieser Gastronomien nur empfehlen. Letztes Jahr war ich auch noch in einer Sehr guten Pizzeria in einem anderen Dorf nicht weit weg, deren Namen ich leider vergessen habe, schade!

Rollercoaster Restaurant

Eine witzige Idee mit schneller Bedienung. Das Ambiente ist originell aber ein bisschen Fast-Food Style – wobei das hier wirklich Programm ist! Doch hatte ich das Gefühl von qualitativem Essen, nur die alkoholfreien Cocktails waren zu künstlich… (Vielleicht hat ein Roboter ja Öl reingespuckt)

Der Stiegenaufgang zum Rollercoaster Restaurant (gleich neben Madam Tussauds im Wiener Prater) ist ein bisschen überdimensioniert und man hat das Gefühl das Restaurant irgendwie zu verpassen. Ist man dort erhält man für das Hinterlegen eines Ausweises ein Tablet, damit wählt man sein Menü (vorher bekommt man freundlich erklärt wie die Bedienung ist und was zu tun ist) und kurze Zeit später düsen die Getränke und Speisen auf zwei Schienen zum Platz. Diese sind in kleinen Edelstahltöpfen aufbewahrt und mit einem Deckel verschlossen – sonst würde der Looping wohl nicht so einfach funktionieren…

Ich habe mir selbst einen Burger zusammengestellt. Qualitativ hatte ich nichts auszusetzen, das Brot war schmackhaft und das Fleisch gut gebraten. Auch Salat und die Zubereitung ordentlich, die Pommes in Ordnung. Meine Begleitung hatte Salat und Chicken irgendwas (Schnitzel?) und sie waren auch zufrieden. Einzig die alkoholfreien Cocktails haben uns nicht gemundet, da sie ein bisschen Styroporgeschmack suggerierten, kann aber auch an einer bestimmten Zutat gelegen haben.

Zwischendurch wurden die Rollos heruntergelassen und es gab eine Lichtershow. Nichts außergewöhnliches aber okay. Beim Essen hat es mangels Licht ein bisschen gestört aber war jetzt nicht unbedingt die Spaßbremse. Wir hatten nur eine Hauptspeise und ein Getränk waren aber alle ausreichend gesättigt. Gezahlt haben wir dafür pro Person genau 20€, was meiner Meinung nach in Ordnung war.

Ich denke ich werde bald nocheinmal für die Pasta vorbeischauen und dann ein onemore® Getränk probieren!

Äthiopier – Finger food mal anders

Schon wenn man das Lokal betritt (ich kannte es noch als Café Monokel; Währingerstraße 15, 1090 Wien) kann man das leckere Essen riechen. Wer äthiopische Küche noch nie probiert hat braucht nicht einmal abenteuerlustig sein. Denn das Essen ist meiner Meinung nach sehr verträglich für unseren Gaumen…

Die Einrichtung erinnert sehr stark an ein Café in dem man mit Mittagsmenüs verwöhnt wird. Ist nicht schwer, denn das war es auch einmal. Ein paar neue Bilder und andere Sesselbezüge verleihen dem Ambiente aber einen Touch, der angenehm die Küche andeutet. Vom Personal wird man sehr nett empfangen, trotz dessen, dass meist recht viel los ist. (Reservieren musste ich noch nie)

Gaumenfreuden

Die Auswahl an verschiedenen Gerichten hält sich in Grenzen, ich weiß aber leider nie wirklich, was ich zuletzt hatte und lasse mich aufs neue überraschen; war mittlerweile schon drei Mal dort, weiß also, dass es lecker ist. Jedes Mal jedoch haben wir uns für eine Platte für mehrere Personen entschieden. Sehr zu empfehlen ist der scharfe Tomatensalat, der den Appetit anregt und die Wartezeit auf’s Essen verkürzt. Ich bin eher jemand der weniger Fleisch isst und kann daher hauptsächlich über die vegetarische Platte berichten: Bohnen und Linsen sind exzellent zubereitet (erinnern stark an indische Curries) und das gekochte Kraut ist ein Genuss. Das restliche Gemüse ist entweder knackig oder in Form von Salat beigelegt.

Wie isst man denn nun?

Serviert wurden die Platten immer in einer Art Strohgefäß, wobei der Hut am Tisch abgenommen wird. Die Gerichte sind auf säuerlichem Brot serviert, das vom Aussehen und der Konsistenz entfernt an Palatschinken erinnert (allerdings stabiler/reissfester). Mit diesem Brot (man reisst sich ein Stückchen runter) faltet man sich eine Schaufel und schaufelt 😉 oder man legt es auf das „Curry“ und hebt es, wie mit einer Pinzette, damit hoch. Die Gäste, die dies zum ersten Mal probieren sehen ein wenig unbeholfen aus, nach ein paar Bissen hat man allerdings schnell den Dreh raus. Kein Wunder, ist mit den Fingern essen doch eigentlich das natürlichste auf der Welt…

Die Preise sind sehr angemessen und man kommt bei zwei Personen schon unter 15€ p.P. weg. Wovon ich eher abrate sind die Nachspeisen, wobei es immer auch Baklava gibt, was eine gute Wahl ist, wenn man es gerne isst. Nun bleibt mir nicht mehr viel als meine Empfehlung auszusprechen und zu sagen:

Mahlzeit!

Puerta del Sol

Eine Neuentdeckung und was für eine! Super essen, Flair und langsame Bedienung. Wie in Spanien. Die Tapas Bar ist gleich neben meinem Lieblingsinder in der Lange Gasse 52 und ich habe sie bis jetzt zu unrecht verschmäht!

Obwohl das Lokal gefühlsmäßig recht groß ist, ist es ratsam zu reservieren, da bei meinen beiden Besuchen eigentlich immer recht viel los war. Das Ambiente ist sehr nett, große Tafeln zeigen mit Kreide geschrieben die unendliche Anzahl an Weinsorten sowie (wenn ich mich richtig erinnere) auch ein paar Tapas. Urige dunkle Holztische liefern ein nettes aber unbequemes Ambiente. Selbst normalgroße Menschen leiden unter den Querstreben und recht wenig Beinfreiheit. Die Musik im Hintergrund ist angenehm und spanisch. Diesmal spielte es Ska-P. Gemeinsam mit den langen Wartezeiten auf Speisekarten, Rechnung und Co. fühlt man sich wie in Spanien!

Zum Essen kann ich nur sagen: muy bien! Herausragend finde ich calabacín en crema (Zuchini in Dill-Rahmsoße), die sogar einen Freund überzeugt haben, der eigentlich gesagt hat, dass er keine Zuchini mag. Die Pimientos de Padrón sind genauso gut wie in Barcelona und die Pinchos Moruno ein Gedicht aus zartem gut gewürztem Fleisch, das auf der Zunge zergeht. Auch eine interessante Delikatesse sind die Empanadas, wobei die arabischen am besten waren. Allgemein sind die Portionen nicht besonders groß, wir haben zu sechst inkl. alles (auch Trinkgeld) pro Person 20 € bezahlt, was in ordnung und wir satt waren.

Alles in Allem kann ich meine wärmste Empfehlung aussprechen und würde dieses Lokal sogar in den Rang meiner neuen Nummer 1 der spanischen Küche erheben.

Mahlzeit!

Pedros Meson – Unscheinbare spanische Versuchung

Von außen wirkt Pedro’s Meson (Siebensterng. 5 1070 Wien) nicht unbedingt einladend. Ich fahre schon seit ewigen Zeiten daran vorbei und verspürte nie das Bedürfnis hineinzuschaun. Durch eine Freundin, die ein Auslandssemester in Spanien gemacht hatte, bin ich dann doch einmal dort gelandet. Ich würde übertrieben sagen „außen Pfui, innen Hui“…

Ein relativ kleines kuscheliges Lokal, die Wände sind voll mit spanischem Flair und riesige Topfpflanzen ragen in den Hauptraum, bietet ein nettes Ambiente in dem man sehr freundlich bedient wird. Leider sind die Sessel und Bänke relativ klein (nicht nur für mich) und unbequem geraten. Das beeinträchtigt mein Sitzfleisch schon sehr und nach 1,5h-2h ist es dann schon sehr anstrengend! Das ist so die Zeit, die man braucht, wenn man sich an reichlichen Variationen der spanischen Küche labt. Naja, nicht jeder ist so groß wie ich 😉

Vegetarisches gut und exzellenter Schinken

Mittlerweile hat sich die Anzahl der Besuche gemehrt und ich konnte mir ein Bild von dem Lokal machen. Da wir meist mit Gutscheinen unterwegs waren und uns noch dazu zu mehrt viele Tapas geteilt haben lässt sich ein guter Überblick über die Speisekarte gewinnen. Besonders hervorheben möchte ich die Tortillas und den Spinat mit Kichererbsen, diese Gerichte fand ich echt traumhaft! Knoblauch- und Linsensuppe konnten dafür nicht wirklich überzeugen.
Auf Wunsch wurde Aioli und Brot immer wieder nachgefüllt, was auch wichtig ist, um die Saucen richtig zu genießen (es wäre z.B. schade um die gute Sauce von den Fleischbällchen). Der Serrano Schinken ist zwar ordentlich teuer, konnte sich aber in puncto Geschmack hervorheben. Dieser verlieh auch den Datteln, die mit ihm umwickelt waren, ein exzellent harmonisches Erlebnis für den Gaumen.

Für Süße und Scharfe

Für die schärferen unter uns gab’s eine gute säuerlich-scharfe Sauce (als Beigabe zu Erdäpfel oder den Spinattaschen (2 Stück)), die auch hervorragend mit Brot oder anderen Tapas harmonieren. Bis auf die Tortilla haben mich die Erdäpfel gerichte aber nicht so überzeugt, erstere dafür sehr.
Leider war Creme Catalana (unbedingt telefonisch mitteilen!) aus und bis auf Eis und flambierten Bananen waren die anderen Nachspeisen aus der Karte nicht mehr im Programm. Die geringen Erwartungen an die flambierte Banane mit Kokos, Eis und Weintrauben wurden weit übertroffen, was das FlambierAroma nicht alles ausmacht…

Wie alle Tapaslokale…

Leider ist auch das Pedro’s Meson, wie alle anderen Tapaslokale, in denen ich in Österreich war, nicht wirklich günstig. Die Mengen die auf den Tapastellern zu finden sind sind eher klein bis mittel. So kann man zu fünft schonmal 155€ (inkl. Getränke (2l Sangria)) liegen lassen. Ob es das wert ist? Ich denke schon. Die durchschnittliche Tapasprotion kostet um die 4,5€ und man kann sagen, dass die Getränke auch einen fairen Preis haben. (0,25l Orangensaft 2€)

Da es immer wieder voller werden kann, ist es ratsam zu reservieren und wenn man Creme Catalana möchte sollte man dies auch bekannt geben.

So gesehen, gibt es ein klare Empfehlung von mir,
ich wünsche viel Spaß beim Essen!

Mahlzeit!

Feuervogel – Wiener Schmäh und Kost

Nachdem ich dieses Semester meinen Russischkurs in der Nähe des Restaurants Feuervogel besuchte, lag es quasi auf der Hand zum Abschied dort essen zu gehen. Mit niedrigsten Erwartungen, geschührt durch Hörensagen und Gerüchte wurden wir positiv überrascht. Aber leider nicht durch Authentizität…

Vielleicht liegt es auch daran, dass eine Änderung in der Geschäftsführung stattgefunden hat… jedenfalls wurden wir von einem Wiener Kellner, und seinem Chef herzlich, mit Schmäh bedient. Letzterer beteuerte immer wieder, dass er schon einige Male in Russland, Ukrainie, etc. war und weiß wie das Essen schmecken sollte, selbst wenn es hier nicht ganz so ist. Zum Dessert hat er uns noch eine kleine Anektote über die Entstehung Sirniki erzählt. Das kulturelle Rahmenprogramm hat also gepasst.
Der Bezug des Restaurants zu Russland ist, laut ihm, dass der Koch eine ukrainische Großmutter hat und nach einem russischen Kochbuch aus Dresden (es spricht deutsch) kocht, welches er in Russland ergattert hat. (schwierige Verkettung :))

Komfortabel sitzen? Zu sechst? eher nicht

Da wir „nur“ sechs waren konnten wir uns ein „Abteil“ teilen. (diese bilden einen großen Teil des Restaurants) Die Bänke sind mit dem Tisch fix verbunden und damit es nicht gar so eng ist bekamen wir noch einen Miniaturbeistelltisch. Gemütlich sitzen ist anders, zu viert sollte es wahrscheinlich besser sein. Die ursprünglich für uns gedeckte Tafel (normale Tische) – wir hätten mehr werden sollen – wäre für meine Fußfreiheit sicher komfortabler gewesen. Also am besten mindestens zu siebent essen gehen.

Die Atmosphäre im Lokal war angenehm, doch als nur mehr wir dort waren vielleicht etwas zu ruhig. (Wir waren die ausdauerndsten Gäste) Die entspannte Stimmung wurde von Musik, dumpf im Hintergrund untermalt. Dekorativ hatte das Interieur interessante Wandmalerei zu bieten, die mich irgendwie an Indianertotems erinnerten. Das einzige, was wirklich russisch anmutete waren die aufgehängten Bilder…

Die begehrteste Kost ist leider aus

Liebend gerne hätte ich die handgemachten Pelmeni probiert, die aber leider bis auf ein paar wenige für eine Delegation aus der russischen Botschaft am nächsten Tag reserviert waren. (So wurde uns zumindest gesagt) Somit entschloss ich mich diese meinen Begleitern zu überlassen und mir eine andere Vorspeise zu gönnen. (Ich bereute es nicht) Laut unserer Lehrerin und einem Kollegen waren sie nicht schlecht, allerdings auch nicht die besten, die sie in Wien gegessen haben.

Ich bestellte stattdessen Piroggen (7€), die mit Schwammerl würzig gefüllt waren. Hervorragendes Geschmackserlebnis, allerdings etwas kleine Portion.
Als Hauptspeise Kiewer Kotletts (16€, eine der wenigen Speisen die mich wirklich angelacht hat): Hühnerbrust in Tannenzapfenform gefüllt mit Kräuterbutter, welche sich beim Anschneiden gefährlich-explosiv verteilen kann. (Darüber wurde ich vom Kellner dankenswerterweise vorher gewarnt, es ist nicht ungefährlich) Als Beilage Erbsen und „Pommes“. (fein geraspelte und frittierte Erdäpfel) War auch nicht schlecht.

Mehr für’s Auge als für den Magen

Das Essen war generell sehr appetitanregend angerichtet und auch eine geschmacklich eine Gaumenfreude. Wie es in teureren Lokalen so üblich ist bezahlt man für das Gedeck und bekommt: Stoffservietten, Butter, ein Schüsserl Knoblauchcreme und diverse Brotscheiben.

„Wenn wir schon einmal hier sind“ war unser Motto und deswegen bestellten wir auch Nachspeisen. Meine Lehrerin bestellte Sirniki garniert mit Semmelbröseln und Marmelade. Sie sollten ähnlich wie Topfennockerl geschmeckt haben und sahen auch so aus. In Odessa bei meiner Gastfamilie (und auch wie meine Lehrerin bestätigte bei ihr zu Hause in Russland) sehen sie eher aus wie kleine Pfannküchlein, weniger luftig und mehr deftig. Auch der Chef meinte, dass er sie anders kennen würde…
Ich führte mir das Nussgeheimnis (6€) zu Gemüte. Nußkuchen mit tonnenweise Schlag und Marmelade übergossen.

Wer’s im Börsel hat…

… kann sich gerne den russisch angehauchten Speisen hingeben. Wer aber richtig authentisch essen gehen möchte, sollte lieber ein anderes Lokal wählen. Wenn es schon nicht echt war, so war es doch zumindest ausgezeichnet, was aber die preisliche Position im Verhältnis zur Menge nicht rechtfertigt. Um 32 € für mich alleine (es waren drei Gänge und ein Orangensaft, wobei die Hauptspeise im preislichen Mittelfeld des Restaurants lag) kann man anderorts mit ähnlicher Qualität fast zu zweit essen. Und ich dachte Wladimir sei teuer…

Gut war’s schon, allerdings nicht echt…

trotzdem Mahlzeit!

Churrascaria – Gelage auf brasilianisch

Einem Gutschein sei Dank habe ich nun endlich Churrascaria (Schellinggasse 12, 1010 Wien) testen können. Das Restaurant präsentiert sich relativ schlicht, dafür aber mit großem Buffet und nicht endenwollenden Nachschub. Klingt gut? Ist auch nicht so schlecht, wenn man einen Gutschein hat…

25 € ist ein stolzer Preis, vor allem wenn man nicht weiß was einem erwartet. Zum Glück hatte ich mit 50% Ermäßigung die Chance diesen Tempel des Essens zu besuchen.

All you can eat, der Name ist Programm. Zum Essen gibt es gute Caipirinha (nicht meine Sorte Cocktails, ich bestellte O-Saft mit Leitungswasser um ~2, 5€) die man um 6€ das Glas beziehen kann.
Ein riesiges Buffet versorgt die Gäste mit Beilagen, Salaten, Saucen, sowie mehr oder minder Hauptgerichten (Chili con Carne, Lasagne, etc.). Das eigentliche Herzstück des Lokals ist der Chef und sein Spieß voller Fleisch. Mit diesem schreitet er von Tisch zu Tisch um jenes mit großem Messer zart geschnitten auf die Teller zu bringen. Dazu werden am laufenden Band weitere Beilagen gereicht, unter anderem auch ungewöhnlicheres wie gebackener Maniko, gebratene Bananen und Zwiebelringe im Teigmantel mit Knoblauch.

Mit mindestens 12 mal Spieß wird geworben. Doch als er zum 13. Mal herannahte erfuhren wir, dass bis zu 18 Variationen geboten werden. Angefangen hat es mit gebratenen Würsteln, weiter ging es mit Hühnerkeulen und über diverses Rind zu Lamm. Nicht fehlen dabei durfte immer ein Schmäh vom Kellner. So begeistert uns das Buffet und die Beilagen auch haben, so weniger überzeugt waren wir von den meisten Fleischsorten. Nur etwa ein Drittel mundete, dieses aber dafür nicht schlecht. Ausgezeichnet war das Surfleisch, die Wurst, Hühnerkeule, Lungenbraten im Speckmantel. Weniger mundete das meiste des Rindfleischs.
Auch gewöhnungsbedürftig war der Mantel aus Parmesan, der einige Spieße umschloss. Wenn dieser auch sehr interessant schmeckt so kann er mit der Zeit abschreckend wirken. Jedenfalls sei gesagt, dass das Fleisch immer sehr zart war.
Ich bin ein Typ der Qualität, Quantität vorzieht (solange ein gewisses Maß an Sättigung eintritt). 25€ rechtfertigen vielleicht die Menge, die man zu sich nehmen könnte. Ich werde aber selbst in teureren/feineren Lokalen um weniger satt. Sollte sich mal wieder ein Gutschein finden oder der Pauschalpreis sinken, so werde ich gerne wieder dort speisen. Dann allerdings weniger, gezieltere Spießauswahl und vielleicht mit mehr Pausen.

Hmmmmmm, es wahr in Ordnung… Mahlzeit

Bierteufl – Hundert Biersorten und gutes Essen

Ich bin ja nicht wirklich ein Bierfan, hin und wieder genehmige ich mir allerdings eines. Wenn es dann auch noch soviel Auswahl wie im Bierteufl (Ecke Ungargasse/Beatrixgasse), gibt, so finde ich sogar eines, dass mir schmeckt! Natürlich regt der Geruch nach gutem Essen auch den Appetit an…

Das Wirtshaus ist ziemlich groß und mit der Holzeinrichtung sehr gemütlich. Das Interieur erinnert stark an ein altes Bauernhaus/Beisl. Die Bedienung ist freundlich und ständig dabei für Nachschub zu sorgen. Der große abgetrennte rauchfreie Bereich hilft dabei nicht allzu schnell die Flucht ergreifen zu wollen. Wer rauchen will kann auch immer noch zur Theke gehen und dort in guter Gesellschaft qualmen.

Die ziemlich dicke Karte ist ein wenig unübersichtlich, weshalb die ca. fünf A4 Seiten voll mit verschiedenen Biersorten auf den ersten Blick ein wenig untergehen. Ich habe einige dieser getestet und mag ganz besonders das Zwettler Dunkle, wobei man davon nicht allzuviel trinken kann, da es sehr sättigend ist. Weiters kann ich das G´mischte und Nessie empfehlen, das Weizenbier war nicht so meines (ist aber wahrscheinlich Geschmackssache)

Zu Essen gibt es hier auch einiges und die Portionen sind schwer in Ordnung. Ich hatte eine Knoblauchcremesuppe, die mich eigentlich nur dahingehend enttäuscht hat, dass sie lauwarm war. Damit war ich allerdings der Einzige und da wir bei meiner Geburtstagsfeier so viele waren, war es mir zu mühsam mich zu beschweren…
Nicht nur die überbackenen Brote sind exzellent sondern auch die anderen Hauptspeisen (wie ich von der Allgemeinheit vernommen habe: Ripperl, Schnitzel, div. Pfannen,…).

Preislich liegt das Essen in einem sehr guten Verhältnis zwischen Geschmack und Menge, pro Bier zahlt man ~3,5€ und für fünf Personen mit Hauptspeise + Getränk legt man 50-60€ hin, was ein absolut guter Preis ist.

Ich kann das Lokal für gemütliche Abende in mehr oder weniger großen Gruppen empfehlen. Man hält es dort ohne weiteres mehrere Stunden aus.

Mahlzeit!

Tiflis – gut gewürztes Essen in abwechslungsreicher Atmosphäre

+++ ACHTUNG +++ Lokal ist nun wieder eine franz. Creperie +++

Von Außen unscheinbar und innen riesig, wirkt das georgische Restaurant Tiflis auf ganz besondere Art und Weise. Ehemals trug es mit MaCreperie einen Doppelnamen, jetzt gibt es nur mehr georgische Küche. Was aber sicher keine Verschlechterung darstellt, obwohl ich leider nie dazu kam die Crêpes zu testen.

+++ ACHTUNG +++ Lokal ist nun wieder eine franz. Creperie +++
Das Restaurant wartet mit einer freundlich hellen Atmosphäre im Eingangsbereich und dem ersten Gästeraum auf, geschmückt mit Fotografien aus längst vergangener Zeit und einer Nische mit Klavier. Das Interieur ist in einem leicht gehobenen Stil und wirkt edel. Dringt man weiter ins Innere kommen andere Räumlichkeiten zum Vorschein die alle ihren eigenen Charakter haben. Die leise Hintergrundmusik im Loungestil sorgt für ein angenehmes Klima. In einem besonders gemütlichen Zimmer besteht auch die Möglichkeit Wasserpfeife zu rauchen und sich nebenbei den Gaumen verwöhnen zu lassen.

Die Portionen wirken etwas klein ich war allerdings bei meinen Besuchen immer satt. Sehr beeindruckt hat mich der gemischte Vorspeisenteller Phaliuli (grüne Bohnen, rote Bohnen, rote Rüben, spinat, Melanzani sowie Karotten jeweils mit Walnüssen in Eiskugelform serviert und Granatapfel verziert), die einzelnen Kugeln waren jede ein Geschmackserlebnis für sich. Neben den kalten Vorspeisengibt es auch exzellente Suppen, wobei mich die Pilzsuppe geschmacklich in Gedanken sofort nach Odessa versetzt hat.
Auch das selbstgemachte Brot sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen da es frisch gemacht und flaumig schmeckt.

Zu den Hauptspeisen kann ich nur sagen, man sollte probieren was einem interessiert, da ich gleich mit mehreren Leuten meinen Geburtstag dort gefeiert habe (und auch davor schon einmal ausgekundschaftet habe) konnte ich mich durch die durchwegs sehr guten Speisen kosten:

  • Tschachobili, Hühnerfleisch und traumhafter Sauce, das auf der Zunge zerging
  • Tschebureki, „fleischgefülltes Lángos“ wie es vom Essenden genannt wurde 😉
  • Hühnerschaschlik, ebenfalls unglaublich zart und mit interessanter Sauce
  • Blinis, flaumig, geschmackvoll und locker
  • Khinkali, saftiges faschiertes in Teigtaschen
  • Abchazura, faschierte Laibchen mit exzellenten Braterdäpfeln
  • … ich kann mich nicht mehr an alles erinnern…

… jedenfalls konnte ich keine Speise finden, die nicht ausgezeichnet gewürzt und exzellent geschmeckt hat. Ich finde, wenn man schon etwas probiert sollte man es auch ordentlich tun und auch gleich Nachspeisen bestellen, hierbei kann ich die Honigtorte wärmstens empfehlen.

Die Bedienung war freundlich und das Essen schnell serviert, man muss aber dazusagen, dass relativ wenig los war. Hin und wieder ein kleines Mißverständnis bei den Getränken aber, who cares? Die Kost ist qualitativ hochwertig, was man sich aber auch bei einem gehobeneren Preis erwartet.
Für Vorspeisenteller, zwei Hauptspeisen, Honigtorte als Nachspeise sowie Orangensaft und Soda Zitron legten wir zu zweit 44€ hin, für das Gebotene in Ordnung.

Mir bleibt also nichts anderes übrig als dieses Lokal zu einem meiner Top Lokale zu machen, natürlich müssen dafür noch einige Tests durchgeführt werden 😀

Mahlzeit!

ALEX.ANDER’S – running einmal anders

Wie der Namenzusatz (running Tapas) schon verrät gibt es hier kleine Häppchen am laufenden Band. Wer jedoch nur spanisches unter dem Begriff Tapas erwartet der täuscht sich. Im ALEX.ANDER’s werden nämlich kulinarische Gerichte aus dem Mittelmeerraum, Orient (?) und Österreich serviert.

Das Lokal, das vor nicht allzulanger Zeit noch taiwanesische Küche servierte, wurde ein wenig umgebaut und mit einem L förmigen Laufband ausgestattet. Rundherum scharen sich Sessel und Tische die Platz für mindestens 20 Leute bieten.
Kalte bis lauwarme Vorspeisen sowie Deserts umrunden stetig das Laufband. Hat man mit dem ersten Gang begonnen, gibt der Kellner ein Signal an die Küche um die Hauptspeisen zubereiten zu lassen. Sind diese fertig werden die verschiedenen Variationen an warmen „Tapas“ direkt an den Tisch geliefert. Die Kellner sind sehr freundlich und lassen es an nichts fehlen. Hin und wieder ein kleiner Schmäh lockert die Atmosphäre auf.

Die Auswahl an Vorspeisen ist sehr groß und beinhaltet mitunter diese schmackhaften Gerichte:

  • Karotten“salat“: weich zarter Karottengeschmack mit einem Zimt/Nelkenaroma.
  • scharfes Schwammerltatar: sehr gut aber für mich nicht ohne Brot
  • Mini Wraps, gefüllt mit frischen Gemüse und Serrano oder Thunfisch
  • Kichererbsen, gelbe Linsen,….

Ich denke wir haben bei unseren Besuchen nicht das volle Repertoire des Kochs gesehen und man kann sich sicher jedes Mal auf etwas Neues freuen. Generell scheinen die Zutaten hochwertig und frisch und ich finde, dass der Koch sein Handwerk sehr gut versteht.

Die Hauptspeisen waren abenfalls exzellent, wobei ich dieses Mal leider ein wenig Pech hatte und viele Meeresfrüchte/Fisch gereicht wurde. Ich habe alles gekostet und die Würzung für ausgezeichnet befunden, bin aber kein großer Fan von der Konistenz solcher Tierchen. 😉
Letztes Mal wurden wir unter anderem auch mit Fleischbällchen auf Spaghetti, Chorizo auf Reis, etc. verwöhnt. Also unterliegt es wohl der Lust und Laune des Kochs, was gerade die Küche verlässt. Ich bat den Kellner allerdings beim letzten Gang darum keine Meeresfrüchte/Fisch mehr zu servieren und wir bekamen Hühnerflügel auf Erdäpfelsalat. Somit kann man gewissen Rahmenbedingungen festlegen.

Bei den anschließenden Deserts gab es Zweierlei: Die unverschämt guten selbstgemachten wie

  • Crema Catalana (mit schöner brauner Karamelschicht)
  • Mousse au chocolat
  • Tiramisu (unglaublich gut!)

und andererseits die eher mäßigen Schnitten mit Cremefüllung aus der Packung. Auch der Erdäpfelsalat schien eher aus dem Metrokübel zu stammen, Geschmack und Konsistenz kamen mir bekannt vor . Ob der exzellenten anderen Speisen sehe ich allerdings gerne über diese Kleinigkeiten Hinweg. Ich denke manche Sachen rentieren sich einfach in diesen Mengen nicht so sehr…

Preislich ist es Abends schwer ein Urteil zu Fällen. Man hat einerseits die ausgezeichnete Küche, andererseits 20€ aber wiederum all-you-can-eat. Wenn man die Qualität bedenkt ist der Preis aber durchaus gerechtfertigt. Vor allem wenn man mit anderen günstigeren Pauschalpreisrestaurants vergleicht, die sicher nicht so frisch zubereiten.

Wer das Ganze für weniger ausprobieren möchte kann um den halben Preis (10€) zu Mittag seinen Gaumen hüpfen lassen. Die Homepage verkündet noch etwas von running Frühstück, dieses gilt es auch bald zu Testen 🙂

Alles in allem interessantes Konzept und ausgezeichnete Küche, daher von meiner Seite aus eine klare Empfehlung!

Mahlzeit!