Archiv der Kategorie: Urlaub 2013

2013 11 – Istanbul

Die Reise in den Orient beginnt mit einem tollen Frühstück in der Turkish Airways mit Börek, Oliven und Blattspinat und mit 5 müden Gesichtern…

Ich/wir haben versucht kulinarisch ziemlich viel zu testen, auffallend ist auf alle Fälle, dass es zumindest in Restaurants hauptsächlich Kost mit Fleisch gab. Interessanterweise habe ich Speisen wiedererkannt, die ich aus anderen Küchen kenne. Zum Beispiel Manti (usbekisch) oder Lawasch (in Odessa gegessen). In fast jedem Restaurant gab es eine Tagessuppe und diese war fast immer eine Linsensuppe, die teilweise vom Geschmack her ähnlich dem indischen war. Das turkish moussaka war allerdings etwas ganz anderes, mehr Richtung Eintopf als sein griechisches Pendant. Ausgezeichnet aber auch sehr sättigend war der Chai Salep, ein Geschmack ähnlich wie „Grießkochmilch“ mit Zimt. Allgegenwärtig (in Süßspeisen, teilweise auch in Kebab) sind Pistazien einer uns nicht wirklich geläufigen aber ausgezeichneten Sorte. Diese konnten wir am Gewürzmarkt verkosten, neben einigen anderen Dingen (zum Beispiel echten türkischen Honig) auch. Dort haben wir uns natürlich mit Tee und Gewürzen eingedeckt. Mit dabei war bei mir auch ein schweine-teurer Safrantee.

Öffentliche Verkehrsanbindung und Stadtbild

Die Verkehrsanbindung ist schon vom Flughafen an sehr gut und die modernen neuen Straßenbahngarnituren geräumig und komfortabel. Auch ist die Disziplin der Fahrgäste sehr hoch, es ist sehr leise, alten Menschen wird sofort ein Sitzplatz frei gemacht,… Es gibt ein Ticket – „Istanbul Kart“ – das man auch für mehrere Personen nutzen kann (was wir leider zu spät erkannt haben), womit man sehr bequem mit den Öffis unterwegs ist. Auf dem Weg zum Hotel haben wir einiges gesehen und die Stadt wirkt eigentlich recht wohlhabend. Die Straßen sind mit Unmengen an kleinen Geschäften übersäht. Allerdings ist die Größe Istanbuls nicht so leicht zu erfassen und wie so oft ist wahrscheinlich an unseren Routen viel Renovierungsarbeit passiert.

Unterbringung und Kulinarisches

Untergebracht haben wir uns im Hotel Medcezir neben Sultanahmed und konnten Hagia Sophia und die blaue Moschee von der Dachterrasse aus aus nächster Nähe bestaunen. (Natürlich war auch der Fußweg dorthin ein Katzensprung.)

Auf der Straße gab es ein Angebot an (mehr oder weniger) frischen Produkten. Frisch gepressten Granatapfelsaft, Sesamkringel und Maroni, die entweder nicht ganz durch und verkohlt oder einfach so nicht gut waren. Der frisch gepresste Saft hat meinen FreundInnen gut geschmeckt, mir war er allerdings zu bitter. Als erste Mahlzeit, eher ein Snack, gönnten wir uns Kebab in Lawasch. War wirklich lecker. Diese Art von Fladenbrot kannte ich aus Odessa, wo mir meine Gastmutter ein paar Mal Lawasch mit Spinat-Schafkäsefüllung zubereitet hat.

Zu trinken gibt es meist die Auswahl zwischen Apfeltee (sehr süß und wahrscheinlich meist aus einem Sirup/Konzentrat aufgegossen) oder türkischen Schwarztee sowie Kaffee mit Sud. Am Frühstücksbuffet habe ich mich an Marmelade mit ganzen Früchten erfreut (Beerenmarmelade, sehr süß, sowie ich sie auf Odessa auch schon kannte)

Von Menschen und Märkten

Die Menschen in Restaurants und Geschäften sind alle sehr freundlich, man kann sich allerdings nie sicher sein ob man nicht über den Tisch gezogen wird. Preisverhandlungen bei Tee sind auf alle Fälle immer Pflicht, wenn man etwas kaufen will. Außerdem fielen mir jede Menge streunende Katzen auf, die allerdings trotzdem ein gutes Leben haben dürften und von den EinwohnerInnen mit Speis und Trank versorgt werden.

Überrascht haben mich die Märkte/Basare. So ein wildes Getümmel, Geschrei oder Gedränge wie ich dies aus „dem Osten“ kenne war nicht vorzufinden. Vielmehr Ruhe, Ordnung und Geselligkeit. Ein richtiges kleines Ökosystem mit Teebrauereien und Futterzubereitungsstätten, die die Geschäftigen mit Nahrung und deren KundInnen mit Tee versorgten. Wie überall allerdings gab es jede Menge Ramsch und Gewand zu kaufen. Verhandeln muss man geschickt, ich hasse es und mache es nicht gerne. Als Tourist kann man schon auf 20% des erstgenannten Preises runterhandeln (und zahlt damit sicher auch noch jede Menge mehr ;)). Starten sollte man auf jeden Fall niedrig aber nicht zu frech. Man sollte auch immer vorsichtig sein was man sagt, denn viele Türken (man sieht nur sehr wenige Frauen – vor allem Nachts – auf der Straße oder in Geschäften als Verkäuferinnen) können Deutsch, weil sie ein paar Jahre in Deutschland waren. Auch mit Englisch kommt man in Istanbul weiter, was mich echt überrascht hat, vielleicht liegt es auch daran, dass diese Stadt international bzw. offen ist. „My friend“ bekommt man sehr oft zu hören.

Imposante Gotteshäuser

Jedes Mal wenn eine Moschee majestätisch in mein Blickfeld rückte war ich ziemlich ergriffen und beeindruckt. Ich weiß nicht woran es lag aber es sind schon sehr faszinierende Gebäude. Das einzig gewöhnungsbedürftige ist wenn die Lautsprecher auf den Minaretten zum Gebet erschallen. (Bereits um 05:30 ging es los) Architektonisch war der Trip mit wenigen Ausnahmen eher unauffällig, vielleicht stechen die Gebets-Paläste deshalb so ins Auge. Eine andere Atmosphäre hat man trotzdem, vielleicht liegt das am allgegenwärtigen Handel. Man kann sich nicht einmal umdrehen und dabei kein Geschäft erblicken. Dies gilt natürlich nur für die Altstadt. Obwohl die Stadt eine große Bevölkerung hat, ist es nicht so bedrückend wie St. Petersburg oder Kiew, die Häuser sind eher niedrig und der Großstadtstress war unsichtbar.

Kultur

Wenn man sich mehrere Attraktionen anschauen will, so sollte man auf die Museumskart zurückgreifen. Diese ist nicht nur praktisch (man muss sich nicht einmal anstellen, da man diese auch bei Automaten kaufen kann) sondern man kann auch die „fast lane“ bei den Eintritten in die Museen verwenden. Der Topkapi Palast war bis auf die Aussicht nicht besonders spannend. Leider wurde vor langer Zeit viel geplündert, sodass nur noch bunte Fliesen, Ornamente und die schöne Aussicht bleiben. Das bisschen Glitzer, dass noch übrig ist kann leider nicht den Prunk und das Gefühl vermitteln, wie es einst war.

Auch den berüchtigten Taksim Platz haben wir eines Abends besucht und sind dann entlang einer Einkaufsstraße flaniert, wo es neben vielen Restaurants in den Seitengassen auch Wasserpfeifenlokale gab – in einem haben wir den Abend ausklingen lassen. Spätestens da konnte ich die Seele der Stadt etwas besser kennenlernen, da in den ersten Tagen das straffe Programm doch etwas wenig davon preisgab.

Die asiatische Seite haben wir leider nicht erkundet, wir sind allerdings (wie immer bei schlechtem Wetter) den Posporus entlang bis fast zum schwarzen Meer gefahren.

Alles in allem ein wirklich interessanter Trip, wo es sicher noch viel zu entdecken gäbe.

2013 1213-1215 – Nürnberg – Lebkuchenmania

Ich weiß garnicht mehr, wie es dazu kam, dass wir uns entschieden haben nach Nürnberg zu fahren, es war aber ein sehr feines Sponsionsgeschenk für mich und ST. Ich habe mich voll meiner Lebkuchen-Sucht hingegeben und außerdem gemerkt, dass die Nürnberger in Nürnberg besser schmecken…

Die Stadt war erfrischend anders, der Fachwerksbau versetzt einem zurück ins Mittelalter und die Pflastersteine tun das weitere. Die Statur der Häuser ist hoch aber schmal, dadurch wirken sie kleiner als sie sind. Die interessanten Fassaden laden dazu ein die Atmosphäre aufzusaugen und sich wohl zu fühlen. Von der Kaiserburg hat man sicher einen schönen Blick über die Stadt, doch war uns das Wetter mal wieder nicht hold. Mittlerweile bin ich (sind wir) das aber schon gewohnt… Die (fahrerInnen-lose) U-Bahn hat mich auch überzeugt, leider so teuer wie in Wien aber dafür schnell und angenehm um ans Ziel zu kommen.

Christkindlmarkt

Die Hauptattraktion: der Christkindlmarkt (der berühmt sein soll) war, bis auf das, dass einfach unmenschlich viele Menschen dort waren, nicht wirklich viel anders als die Märkte hierzulande. In dem Gedränge hatte ich auch nicht wirklich viel Chance vielleicht das ein oder andere Detail in Ruhe ausfindig zu machen, was aber ob der eher schlechten Lichtverhältnisse sowieso nicht besonders leicht zu erfassen gewesen wäre. Als ich bei einem dienstlichen Besuch über den Hauptplatz ging war es ein komisches Gefühl. Der Platz kahl und die Stadt menschenleer. Nur das schlechte Wetter und die tolle Atmosphäre sind geblieben.

Nürnberger Lebkuchen – Lebkuchen-Mania

Wo mein Herz (oder besser mein Magen) wirklich hängen geblieben ist, das ist der Lebkuchen. In Wien würde ich wahrscheinlich keine 70 € für Lebkuchen am Christkindlmarkt ausgeben aber es war jeden Euro wert. Jetzt auf meiner Dienstreise habe ich in ähnlichem Ausmaß zugeschlagen. Die Preise sind die gleichen, der Lebkuchen hoffentlich auch! Ich habe jedenfalls eine schier unendliche Vielfalt an Lebkuchen mit nach Hause genommen, eine Gaumenfreude nach der anderen, ich könnte eine Ode an die Freude verfassen…

Doch auch Nürnberger schmecken in Nürnberg besser. An diversen Standln gibt es Weckerl mit 3 Stück + Sauerkraut oder wie auch immer man sie gerne möchte. Eine Laugenbretzn darf natürlich auch nicht fehlen, obgleich sie mir doch ein wenig zu üppig war mit Butter und Rohschinken…

Geheimtipp: Hans im Glück Burgerlokal (http://hansimglueck-burgergrill.de)

Ich würde gerne mit mehr Zeit und bei schönerem Wetter noch einmal hier flanieren!

PS: auf der Heimreise haben wir noch zwei Stopps gemacht. Einen auf dem riesigen Reichsparteitagsgelände und danach noch kurz in Passau, ein ebenfalls nettes Städtchen.

2013 1221 – Dürnstein

Es war ein wunderschöner Tag in Wien, strahlend blauer Himmel, Sonnenschein, angenehme 8°C… Perfekt für einen Ausflug? Dürnstein hat einen sehr tollen Ausblick! Auf geht’s…

Gesagt getan, ab ins Auto und ab Korneuburg kam die Ernüchterung… Nebelsuppe, Temperaturen um die 0°C Ich erinnerte mich sofort an Nürnberg oder Istanbul… Irgendwie ist mir das Wetter in letzter Zeit nicht wirklich hold wenn ich einen Ausflug machen möchte. Allerdings könnte es auch sein, dass Wien mir seine Vorzüge wieder schmackhaft machen will 😉

Jedenfalls, schon routiniert nur grau in grau zu sehen, kletterte ich frohen Mutes (auch ein bisschen in Erinnerung an die tolle Stimmung in Sintra schwelgend) zur Ruine Dürnstein. Unglaublich wie schnell man über den Wolken ist.

PS: Meine neue Kompaktkamera hat gute Dienste geleistet.

2013 10 – Venedig

Ein lang ersehnter Traum wurde wahr, wir haben uns endlich Venedig angeschaut. Fast drei volle Tage haben wir in einer Stadt mit besonderem Flair verbracht das mich wirklich bezauberte…

Venedig ist eine ganz besondere Stadt, man kann nicht einfach so Straßenseite wechseln, man wird nur schwer überfahren und Stress gibt es jetzt auch nicht unbedingt (zumindest fiel mir nichts auf). Kanäle, Brücken und Gässchen schmücken das Stadtbild. Von dem sagenumwobenen romantischen Flair der Stadt habe ich nichts mitbekommen, dennoch hat sie mich verzaubert… Nur zu Fuß Gehende und Boote, sehr spannend, angenehm und verkehrsberuhigt. Die Steuerung der Boote hat ihre Eigenheiten und es ist recht spannend dem Wuseln im Wasser zuzuschauen. Barrierefreiheit wird an den seltensten Stellen großgeschrieben, es finden sich aber hin und wieder Lichtblicke. Die öffentlichen Toiletten sind scheinbar von der Stadt selbst betrieben und fallen mit einem Preis von 1,5 € ziemlich heftig aus.

Freitag Abend kamen wir am Piazzale Roma an und verliefen uns gleich einmal am Weg zum Appartment. Ob es nun eine Sackgasse war, die ohne Vorwarnung am Wasser endete oder ein Umweg zur nächsten Brücke. Leicht ist es nicht ans Ziel zu kommen, wenn man nicht genau weiß wohin mal will bzw. die Stadt noch nicht ganz durchschaut hat. Straße überqueren gibt es ja nicht einfach 😉 Witzigerweise haben wir uns auch nachdem wir uns getrennt haben ohne zu telefonieren oft wiedergefunden. Gut, okay, wir wussten alle was unser Ziel war…

Die Fassaden der Häuser waren faszinierend anders, teilweise mit spannenden Details ausgestattet, teilweise prunktvoll verziert. Auch der Stil war erfrischend anders und so kam ich mir vor wie in einer anderen Welt. Leider war trotz alldem irgendwie die fotografische Anziehungskraft nicht vorhanden. Ich habe mich selten dazu gemüßigt gefühlt meine Kamera zu zücken, weil ich ein tolles Motiv gesehen hätte. Die Stadt hat einfach allgemein eine sehr interessante Wirkung, im Detail liegt aber nicht unbedingt die Stärke. Wer Assassins Creed gespielt hat der ist in Gedanken über den Dächern und erkennt so manchen Standort wieder. Auch wenn er vergebens nach Heuhaufen sucht 😉

Kulinarisch war es nicht unbedingt eine spannende Reise. Die Pasta, die ich mir des öfteren gegönnt habe war mit ein paar Ausnahmen (Die Carbonara von mir sind besser ;)) nicht schlecht, allerdings nichts außergewöhnliches, dass man bei uns nicht bekommt ;). Die Patisserien haben mich nicht vom Hocker gerissen, die meisten Süßspeisen waren eher trocken und/oder unglaublich süß (auf alle Fälle meist teuer). Wenn ich mich an die spanischen Bocadillos zurückerinnere, können auch die Snacks nicht unbedingt mithalten. Natürlich schmälert das nicht meine Liebe zur italienischen Küche, allerdings war ich dort von Pizza und Co jetzt nicht sooo begeistert.

Das Wetter war uns leider nicht sehr hold, wir hatten nur einen sonnigen warmen Tag, dieser hat sich dafür angefühlt als wären wir im Sommer dort gewesen; Was soviel hieß wie kurzes Leiberl. Die „Glasinsel“ Murano war recht nett und der Lido ein kleiner Kulturschock (man fühlte sich plötzlich wie in Italien, Venedig ist anders…)

 

 

2013 03/04/07 – Barcelona x3

Dreimal ging es dieses Jahr nach Barcelona, drei verschiedene Klimabedingungen, dreimal verschiedene Ausrüstung, dreimal mit verschiedenen Leuten, drei verschiedene Erfahrungen, drei… Okay, ich höre schon auf 😉

Trip I: 2013 0301 – Wochenendausflug mit meinem Vater

Auftakt dieses Jahr war das Wochenende bevor ich zu arbeiten begann. Zur Sponsion schenkte mir mein Vater ein paar Tage Barcelona, wo wir es uns richtig gut gehen ließen. (Hotel gleich auf der Ramblas, jede Menge Futter,…) Das Wetter spielte leider nicht ganz so mit, denn es war teilweise eiskalt (10°C mit Wind) – Gott sei Dank ließ sich im Laufe der Zeit immer wieder die Sonne blicken. Die Besichtigung mit dem Sightseeing-Bus war eine sehr interessante Erfahrung – eine Stadt mal so kennenzulernen hat auch was. Ich hab auch ein bisschen mein Russisch trainiert und mir den Guide in dieser Sprache gegönnt.

Über die Stadt und Leute

Im Gepäck hatte ich nur mein 50mm F1.8, womit ich sehr leicht und entspannt unterwegs war. Was sehr nützlich bei unseren Besuchen in kleinen Tapas-Beisln, Kantinen usw. war. Der erste Eindruck der Stadt war positiv, wenn auch durch das Wetter getrübt. Ähnlich wie in Lissabon hatte ich das Gefühl, dass es wenig Reklame gibt. Die Stadt ist auf alle Fälle um einiges besser Erhalten/renoviert, wenn auch ähnlich von Graffitis heimgesucht. Die Häuser in der Stadtmitte sind recht hoch, werden aber nach außen hin kleiner mit Vorstadtfeeling (siehe Trip II). Es gibt ähnlich viele architektonische Perlen wie Schandflecke und auffällig sind die großen Kreuzungen, die durch abgeschrägte Hausecken erreicht werden. Die Leute sind nett allerdings haben sie scheinbar das Drängeln und nicht wirklich schnell arbeiten erfunden. In Lokalen wartet man schon öfters gut eine halbe Stunde auf die Rechnung oder bis sich jemand erbarmt zum Tisch zu kommen. Erstaunt hat mich das zurückhaltende und gemütliche Fahrverhalten und die Radinfrastruktur. Ich bin nicht so sehr der Fan von kleinen und engen Gassen aber irgendwie sind diese in Barcelona weniger bedrückend, obwohl die Häuser doch recht hoch sind und man fühlt sich auch in eher dunkleren Ecken relativ sicher. Eine spannende und abwechslungsreiche Sache sind die immer wieder „aus dem Nichts“ auftauchenden Plätze, die ein Ort der Erholung und der Zusammenkunft sind.

Kulinarisches

Tapas, Tapas, Tapas – wirklich herausgefunden, was sonst noch so an Küche ist habe ich nicht. Gegessen habe ich trotzdem gut. Am liebsten habe ich Jamon Serrano (Rohschinken) und Pimientos de Padron (kleine Paprikaschoten gebraten). Erst bei Trip III bin ich voll auf den Geschmack von Bocadillos gekommen – Weißbrot mit Tomaten(mark) bestrichen und Olivenöl beträufelt, dann nach Wunsch belegt. Ein Traum, den ich in Wien auch schon mehrmals selbst nachgebaut habe. Generell habe ich das Gefühl, dass die Küche recht fettig und üppig ist, was ich im Süden nicht unbedingt erwartet hätte. Was noch erwähnt werden muss ist der leckere frisch gepresste Orangensaft, den ich sehr oft bekam sowie die Spitzenqualität der Früchte – die leckersten Nektarinen, die ich seit langem gegessen hatte. Weniger schmackhaft war das „Trinkwasser“, das recht chlor- und kalkhaltig war. Man kann sagen was man will, wiener Hochquellwasser ist einfach ein Traum! Gutes Eis gibt es  auf der Ramblas bei Artisa.

Trip II: 2013 0419 – Polterwochenende

Das Barcelona auch eine Polterstadt ist konnten wir an den vielen Gruppen feststellen und so waren wir in (mehr oder weniger) bester Gesellschaft. Unser Noch-Junggeselle hatte (laut seinen Angaben) ein unvergessliches Wochenende und wir alle viel Spaß! Auch wenn unsere Gruppe nicht klein waren, so lief alles vereint unter dem Banner des „Blaublütigen“ auf der Suche nach dem bösen Drachen, wie am Schnürchen. Denn auch das Wetter war uns gnädig und wir schwitzten teilweise sogar in unseren Kostümen. Da ich auch hier schnell und mobil sein wollte war ich nur mit meinem 30mm F1.4 unterwegs, dass ich mir zum Diplom geschenkt hatte.

Trip III: 2013 0807 – Eine Woche Entspannung pur

Nicht nur mein erster wirklicher Urlaub, sondern auch ein Experiment. Gemeinsam mit drei Freunden, mit denen ich zuletzt auf Maturareise war, lebte ich eine Woche lang in einem Apartment (6. Stock ohne Lift ;)) mit 1/3 Terrasse und 2/3 Wohnfläche. Es lief ziemlich perfekt, niemand hatte wirklich Stress, Sightseeing war minimal, da jeder von uns bereits fast alles gesehen hatte und die Terrasse tat den Rest zu einem der erholsamsten Urlauben, die ich je hatte. Lesen, Schlafen, Essen, an den Strand gehen, durch die Stadt schlendern, Laufen gehen,… Die Terasse genießen, plaudern, Musik hören, Witze reißen,…
Eine nette Gewohnheit am Morgen war das Zähneputzen auf der Terasse in der Morgenluft und Sonne (wir hatten dort ein Waschbecken)

Wir waren knapp 10 Min. von der Ramblas entfernt im Immigrantenviertel, genauer gesagt im orientalischen Teil, wo unter Tags Menschen in „Tracht“ zu beobachten waren, es koshere Geschäfte gab und und und. Das Wetter war uns gnädig, wenn wir auch ein paar Regenschauer miterleben durften und ich den größten Regenbogen (inkl. Doppelbogen) zu Gesicht bekam, den ich je gesehen habe! Kleine Anekdote am Rande: „Ich fahre in den Süden um mich abzukühlen“. In Wien hatte es zu dieser Zeit schwüle um die 40°C und war unausstehlich heiß. In Österreich wurde sogar der all time Hitzerekord gebrochen…

Der Montjuic war diesmal der Punkt, an dem ich sein wollte. Zweimal erklomm ich den Hausberg und entspannte mich. Leider war das olympische Dorf gesperrt und in der Hitze wollte ich mir die Schlange in die Sagrada Familia nicht antun. Vielleicht ein Andermal. Anders als bei den ersten beiden Trips war (no na, es ist Sommer und Hochsaison) die Stadt bummvoll und natürlich auch die Strände gut besucht. Wirklich besser/sauberer als in Odessa fand ich das Wasser nicht und vor allem war um einiges mehr los. Interessanterweise waren ein Großteil der Urlaubenden aus Frankreich, nicht so wie bei den Reisen zuvor Deutschland und Co.

Fazit

Barcelona ist eine sehr nette Stadt, die mich sicher nicht zum letzten Mal gesehen hat. Mehr Spaß macht sie allerdings/schöner ist sie, wenn das Wetter auch passt. 😉 Die Experimente mit nur einer Fixbrennweite im Gepäck waren sehr überzeugend, wenn auch hin und wieder ein Teleobjektiv nicht schlecht gewesen wäre.

Wieder einmal habe ich erkannt, dass ich eine Stadt nur wirklich erleben und kennenlernen kann, wenn ich ziellos spazieren gehe und die Umgebung auf mich wirken lasse. Ein dicht gedrängter Sightseeingplan eröffnet mir leider nicht so viel, wie abseits der Tourismuszentren umherzustreifen. Bei Urlauben in Gruppen brauche ich immer wieder mal ein Zeitfenster in dem ich alleine bin, mein Ruhe habe und einfach beim Spazieren die Seele baumeln lassen kann.

PS: Bei Trip III habe ich endlich einen Baggage Storage gefunden! Gleich beim Placa Catalunya (Carrer Estruc, 36)