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Ende der Skisaison 2011/12

Erstmals seit vielen Jahren war das Wetter (zumindest im Februar) wieder pistenfreundlicher. Dieses Mal hatte ich auf alle Fälle sehr viel Spaß und hoffe natürlich, dass es nächstes Jahr auch wieder super wird. Als kleine Abrundung habe ich hier meine Gedanken über Gruppendynamik verfasst, die vielleicht interessant sind und zeigen, dass es nicht nur im eigenen Freundeskreis so zugeht…

[spoiler]Familienurlaub mit Skistunde

Diesen Februar hatte ich das Vergnügen nach unzähligen Jahren endlich mal wieder giffige und ideale Pisten zu Fahren. Bei Temperaturen um die -15 Grad kein Wunder – deshalb musste ich zwischendurch Aufwärmbesuche in der Skihütte machen, die sonst wegfallen. Allerdings waren meine Zehen teilweise schon schmerzhaft kalt und so gings nicht anders. Am vorletzten Tag, beschloss ich mir eine Stunde mit Skilehrer zu gönnen und diese hat sich wirklich ausgezahlt. Ich wurde in die Technik des Carving eingewiesen und meine Haltung sowie Schwungtechnik für das normale Fahren berichtigt. Leider ist noch nicht alles in Fleisch und Blut übergegangen aber das Fahren macht dadurch wieder doppelt soviel Spaß!

Kondition und Skipartner

Nun ist auch die zweite Skiwoche (seit diesem Samstag) um – 17 Leute in einer Selbstversorgungs-Hütte gleich neben der Piste. Wieso sitze ich fast täglich schon um 12:00 in der Küche? Einerseits bin ich mit meiner Ausdauer schon relativ am Ende denn Eis, das sich mit Sulz abwechselt sind nicht nur optimale Bedingungen um sich zu verletzen sondern auch kräfteraubend. Weiters kommt hinzu, dass es immer gefährlicher wird, je mehr Leute auf der Piste fahren. So gab es bis Donnerstag keine nennenswerten Ereignisse, erst in der Früh hätte es mich zweimal knapp hintereinander fast erwischt. Ob unvorsichtig oder einfach rücksichtslos – jedenfalls wurde ich auf einer schwarzen Piste und sofort darauf knapp neben dem Abgrund ordentlich geschnitten, so dass ich danach erst einmal 2 min verschnaufen musste um das Herzklopfen loszuwerden.

Am Familienurlaub nehme ich normalerweise immer nur Vormittagskarten – in so einem großen Schigebiet wie Saalbach kann dies aber unter Umständen etwas gefährlich sein, vor allem wenn man um 12:30 auf der anderen Seite des Tals ist und die Karte abgelaufen ist. Daher habe ich eine 5 aus 7 Wahlkarte genommen, da ich weiß, dass ich sicher einen Tag blau machen würde. Im Nachhinein, wären bis auf den ersten Tag Vormittagskarten ausreichend gewesen, da wir immer schon um 11:30 die Piste verließen. Wer ist wir?
Ich bin ein Schön-Pisten-Fahrer und bin mit jemanden unterwegs gewesen, der genauso wie ich so fährt bis es keinen Spaß macht, bzw. sich Kondition und Beschwerden einmischen. (Er hat Knieprobleme) So sind wir zwar weniger gefahren aber hatten trotzdem viel Spaß und erhohlsame Nachmittage in der Sonne.

Logistik und Versorgung

Siebzehn Leute ist keine kleine Zahl und es ist nicht unbedingt leicht alle Wünsche zu erfüllen und es allen Recht zu machen. Als „Mitglied“ im Versorgungsteam denke ich trotzdem, dass wir einen ganz guten Job machen. Frühstück und Abendessen sowie Naschereien für zwischendurch werden von uns auf Gruppenkassa besorgt. Einkaufen gegangen und Gekocht wird nach dem Skifahren – meist 3 Kg Fleisch (Faschiertes im Chili, Gulaschfleisch, …) und haufenweise Beilagen (4 Kg Erdäpfel zu 4 Kg Spinat) stehen am Abend auf dem Speiseplan und bis jetzt musste niemand wirklich Hunger leiden. Zur Not hält der Striezel mit Nutella her.

Mensch und Gruppe

Ein großes Problem in einer Gruppe dieser Größe ist leider die menschliche Natur. Man redet gerne bzw. richtet gerne hinter dem Rücken anderer aus. Bei uns gibts leider nicht nur Lästereien sondern teilweise wirklich boshaft und ungute Hinterrücksgschichtln. Zumindest ist die typisch österreichische oberflächliche Harmonie im Vordergrund gewahrt und alle spielen fröhlich „Heile Welt“, was eigentlich im Großen und Ganzen ein gutes GruppenKlima ergibt. Es ist schade, dass man nicht ohne Lästern, Gemecker und Hass nebeneinander Wohnen kann. Vor allem entzieht sich mir nicht selten der kausale Grund für derartige Verhaltensweisen.

Immer wieder beobachte ich – nicht nur in unserer Gruppe sondern auch in Gruppen, in denen ich Gast bin – gewisse Muster. Es gibt Alpha-Tiere (nicht nur ein oder zwei sondern gleich eine Hand voll) die am liebsten haben, dass vieles nach ihrer Pfeife tanzt. Leute die relativ gemütlich sind und widerstandsfrei mit vielen Dingen zufrieden sind oder sie einfach über sich ergehen lassen. Nörgler, die an allem etwas auszusetzen haben und, zumindest von dem was sie von sich geben, nie zufrieden sind…

Arbeitsteilung und Streitereien

In etwa die Hälfte der Leute ist fleißig, viele stehen immer mit einer Hand zur Seite und bieten stets ihre Hilfe an. Ein krasses Gegenstück sind Verwöhnte, die sich alles vorsetzen lassen und nix dafür tun wollen, bzw. erkannt haben, dass es auch ohne ihre Hilfe funktioniert. Meist ist es dann zu mühsam den Leuten nachzurennen um ihnen Arbeit aufzuhalsen und so kommen sie, völlig ohne schlechtes Gewissen, davon. Ansich stört mich das ja nicht wirklich, nur die Tatsache, dass es in einer Gruppe von (mehr oder weniger) Freunden nicht Fair ist natürlich im Hinterkopf vorhanden.

Streitereien sind bei uns Gottseidank relativ selten, passiert es dennoch, so haben wir immer jemanden, der versucht alle zu versöhnen und die Harmonie wieder herzustellen. Diese Gleichgewichtskraft will es natürlich allen recht machen was leider nicht wirklich so ohneweiters möglich ist. Hin und wieder laufen Schlichtungsversuche auch schief, in dem die Person, die gerade beleidigt, böse,… ist mit falschen Methoden beruhigt werden soll, die die Situation nur schlimmer machen.

Nicht nur Skilehrer und Lehrerinnen können helfen

Leider jedes mal erst gegen Ende des Urlaubs gewinne ich neue Erkentnisse, die mir helfen meine Skitechnik zu verbessern. So haben wir eine sehr gute Skifahrerin, die mir einiges, dass mir der Skilehrer im Februar im Eiltempo gesagt hatte, wieder ins Gedächtnis gerufen hat. Mein größtes Problem ist der Schwerpunkt, der bei mir leider immer wieder nach hinten rutscht. Weiters habe ich mir eine bergoffene Haltung antrainiert (allerdings mit der normalen Skistellung), die ich gerade mit großer Mühe versuche wegzutrainieren. Jetzt muss ich allerdings wieder ein Jahr warten und hoffe es nicht zu vergessen! Die quasi-statische Oberkörperhaltung und nur Bewegungen mit den Füßen/Hintern und auch mein Versuch wieder Stecken zu verwenden haben sicher stark an meiner Kondition gezehrt. Jedoch macht es gleich viel mehr Spaß, wenn das Fahren besser funktioniert!

Alles in allem bin ich mit der Skisaison mehr als zufrieden (ich war dieses Jahr nicht krankheitshalber außer gefecht) und hatte jede Menge Spaß! Einzig meine Skischuhe trüben die Stimmung etwas, da sie unbequem sind und außerdem undicht sind. Vielleicht lasse ich mir demnächst mal welche maßschneidern.[/spoiler]